Peruanische Nationalgerichte

Chiri uchu

Festliche Platte aus Cusco mit gebratenem Cuy, Huhn, Charqui, Mais-Kürbis-Küchlein, Seetang, Frischkäse und getrennt zubereiteten Beilagen.

Peruanische Nationalgerichte
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Chiri uchu – kalte Festtagsplatte aus Cusco
Chiri uchu – kalte Festtagsplatte aus Cusco
Ergibt 4 gemischte Teller
Zubereitungszeit 70 Minuten
Garzeit 160 Minuten
Zusätzliche Zeit 150 Minuten
Gesamtzeit 380 Minuten
Überblick

Chiri uchu – kalte Festtagsplatte aus Cusco

Chiri uchu ist mit den Fronleichnamsfeiern in Cusco verbunden. Statt eines einheitlichen Eintopfs kommen getrennt zubereitete Bestandteile auf einen Teller: gebratenes Cuy (Meerschweinchen aus Lebensmittelhaltung), gekochtes Geflügel, getrocknetes Fleisch, gerösteter Mais, kleine Mais-Kürbis-Küchlein und weitere Beilagen. Die unterschiedlichen Konsistenzen gehören zum Charakter des Gerichts.

Die kalte Servierweise bedeutet keineswegs, dass tierische Zutaten roh bleiben dürfen. Cuy, Huhn, Wurst, Forellenrogen und die eihaltigen Küchlein werden zuerst vollständig gegart, dann zügig heruntergekühlt. Pasteurisierter Frischkäse und lebensmittelgeeigneter Cochayuyo, ein getrockneter Seetang, werden erst beim Anrichten ergänzt.

Charqui muss nach dem Einweichen weich gekocht werden, das Cuy soll zart und an den Gelenken beweglich sein, die Küchlein innen fest. Beim Anrichten bleiben die Bestandteile unterscheidbar. Wird ein wesentlicher Fleischbestandteil weggelassen oder der Seetang durch gewöhnliche Salatblätter ersetzt, verändert sich der Charakter der Festplatte.

Praxis

Praxis

  • Kalte Platte, sichere GarungAlle tierischen Bestandteile zuerst vollständig garen und danach schnell kühlen.
  • KüchleinDer Teig muss löffelbar sein; die Mitte darf nach dem Braten nicht flüssig bleiben.
  • AnrichtenFleisch, Mais, Seetang und Käse sichtbar voneinander trennen.
Zutaten

Zutaten

Zutaten

  • 700 g küchenfertiges Cuy aus legaler Lebensmittelhaltung, ein ganzes ausgenommenes Tier mit Knochen (Rohgewicht einschließlich Knochen)
  • 400 g rohes Hennen- oder Hähnchenfleisch, ohne Haut und Knochen, in Stücken (Henne braucht länger)
  • 110 g Charqui, lebensmittelgeeignetes getrocknetes Rind- oder Alpakafleisch, in Streifen (gekühlt einweichen)
  • 160 g rohe Chorizo nach Andenart, 4 kleine Würste (bis 74 °C Kerntemperatur garen)
  • 120 g frischer roher Forellenrogen aus dem Lebensmittelhandel, gereinigt (vollständig garen, nicht roh servieren)
  • 140 g pasteurisierter Frischkäse, gewürfelt
  • 35 g getrockneter Cochayuyo, lebensmittelgeeigneter Seetang (einweichen und kochen)
  • 160 g gerösteter Cancha-Mais, verzehrfertig und ungesalzen
  • 60 g Rocoto, entkernt, mit Handschuhen in Scheiben geschnitten (scharf)
  • 100 g gelbes Maismehl für die Küchlein
  • 100 g gegartes, abgetropftes Kürbispüree für die Küchlein
  • 100 g verquirltes Ei, etwa 2 mittelgroße Eier, für die Küchlein
  • 60 ml zurückbehaltene Hühnerbrühe für den Küchleinteig (aus der separat abgemessenen Brühe)
  • 35 ml Pflanzenöl, davon 15 ml für das Cuy und 20 ml für die Küchlein
  • 12 g Salz, je 3 g für Huhn und Charqui, Cuy, Wurst und Rogen sowie Küchlein
  • 5 g gemahlener Kreuzkümmel, 1 g für Huhn und Charqui, 1 g für Cuy, 3 g für Küchlein
  • 2100 ml Wasser: 500 ml zum Einweichen (wegschütten), 1000 ml zum Garen des Huhns, 350 ml für den Seetang, 250 ml für Wurst und Rogen
Zubereitung

Zubereitung

Zubereitung

  1. Charqui einweichen und vorbereiten.Die 110 g Charqui in einer zugedeckten Schüssel mit 500 ml Wasser 60 Minuten bei höchstens 4 °C im Kühlschrank einweichen. Cuy säubern, für rohes Fleisch und verzehrfertige Zutaten getrennte Schneidebretter bereitstellen. Das Fleisch lässt sich danach leichter biegen. Einweichwasser vor dem Garen vollständig wegschütten.

  2. Geflügel und Trockenfleisch sieden.Huhn, abgetropftes Charqui, 1000 ml frisches Wasser, 3 g Salz und 1 g Kreuzkümmel in einem großen Topf leise köcheln, bis beides zart ist. Im dicksten Geflügelstück mindestens 74 °C messen. 60 ml klare gekochte Brühe für die Küchlein abnehmen; Fleisch in saubere flache Behälter geben. Charqui lässt sich mit der Gabel zerteilen, Geflügel ist vollständig gegart. Das Einweichwasser nicht wiederverwenden.

  3. Cuy braten.Mit 15 ml Öl, 3 g Salz und 1 g Kreuzkümmel einreiben. Auf einem Rost im auf 190 °C vorgeheizten Backofen 45–55 Minuten braten und einmal wenden. In der dicksten Fleischstelle abseits der Knochen mindestens 74 °C messen; nötigenfalls länger garen. In flache Portionen teilen. Die Oberfläche ist kräftig gebräunt, die Gelenke lassen sich leichter bewegen und das Fleisch gibt nach. Farbe allein beweist keine sichere Garung.

  4. Wurst und Rogen garen.Würste in 250 ml leicht siedendem Wasser pochieren, bis innen 74 °C erreicht sind; herausnehmen. Den getrennten Forellenrogen im selben Wasser garen, bis er fest ist und durchgehend mindestens 71 °C erreicht. Beides in getrennte saubere flache Schalen abtropfen lassen und die vorgesehenen 3 g Salz auf Wurst und Rogen verteilen. Die Wurst federt leicht, der Rogen hat keinen flüssigen Kern. Nur saubere Thermometer verwenden; Kontakt mit rohem Fleisch oder Fisch vermeiden.

  5. Seetang und Teig vorbereiten.Cochayuyo in 350 ml Trinkwasser weich köcheln und gründlich abtropfen lassen. Maismehl, Kürbispüree, verquirltes Ei, 60 ml zurückbehaltene Brühe, 3 g Salz und 3 g Kreuzkümmel zu einem zusammenhängenden, löffelbaren Teig verrühren. Der Seetang ist weich kaubar, der Teig bleibt kurz auf dem Löffel liegen. Eiermasse bis zum Braten kühl halten.

  6. Maisküchlein braten.Die übrigen 20 ml Öl in der beschichteten Pfanne erhitzen und vier Küchlein hineingeben. Je Seite etwa 4 Minuten braten, bis die Mitte fest ist und mindestens 71 °C erreicht. Auf einem Gitter abkühlen lassen. Die Küchlein lassen sich unbeschädigt wenden und haben feste Mitten und leicht knusprige Ränder.

  7. Kühlen und anrichten.Alle gegarten tierischen Bestandteile in getrennten flachen Behältern 90 Minuten kühlen, bis sie höchstens 4 °C warm sind. Abgekühltes Fleisch, Wurst, Rogen, Küchlein, Seetang, Käse, Cancha und Rocoto auf vier Tellern in getrennten Bereichen anrichten und sofort kalt servieren. Die gemischte Platte insgesamt höchstens zwei Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen.

Praxis

Praxis

Praktische Hinweise

Kalt servieren heißt nicht, die Platte ungekühlt bereitzuhalten. Alle gegarten Bestandteile getrennt abgedeckt bei höchstens 4 °C lagern und erst unmittelbar vor dem Essen zusammenstellen. Nur kontrolliert vertriebenes Cuy aus Lebensmittelhaltung und Rogen aus zuverlässiger Lebensmittelquelle verwenden; weder Wildtiere noch unbestimmten Fischrogen sammeln. Der Rogen wird hier immer erhitzt. Die frisch angerichtete Platte hat die beste Struktur. Zügig gekühlte gegarte Reste sind im Kühlschrank bis zu 3–4 Tage haltbar. Wer tierische Bestandteile später warm isst, erhitzt sie auf 74 °C; aufgewärmte Stücke nicht wieder mit der kalten Platte vermengen. Ersatzzutaten und ihre Auswirkungen Ist Forellenrogen nicht erhältlich, kann er weggelassen werden; die Platte ist dann unvollständig. Eine beliebige Garnitur erfüllt nicht dieselbe Funktion.

Kontrollpunkte

Kontrollpunkte

  • Charqui bleibt zähLängeres, sanftes Köcheln in Flüssigkeit ist nötig; zusätzliches Salz behebt das Problem nicht.
  • Küchlein zerfallenDer Teig ist möglicherweise zu dünn. Die erste Seite erst vollständig fest werden lassen, bevor die Küchlein gewendet werden.
Nährwerte pro Portion

Nährwerte pro Portion

  • Portionsgröße1 von 4 gemischten Tellern
  • Kalorien780 kcal
  • Kohlenhydrate43 g
  • Eiweiß48 g
  • Fett45 g
  • Ballaststoffe5 g
  • Natrium2250 mg
Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Enthält Ei, Milch und Fisch (Rogen). Bei der Wurst auf zusätzliche Allergene wie Weizen oder Soja achten. Cuy, Geflügel und Rogen beim Vorbereiten strikt vom verzehrfertigen Käse trennen. Mit dem Thermometer kontrollieren und die fertige Platte sofort wieder kühlen.

Abschluss

Abschluss

  • Ergebnis: Eine kalte Festplatte aus Cusco mit getrennten Portionen Cuy, Huhn, Charqui, Maisküchlein, Seetang und Frischkäse.
  • Entscheidend: Erst alle tierischen Zutaten sicher durchgaren, dann für die kalte Servierweise konsequent herunterkühlen.