Chiri uchu – kalte Festtagsplatte aus Cusco
Chiri uchu ist mit den Fronleichnamsfeiern in Cusco verbunden. Statt eines einheitlichen Eintopfs kommen getrennt zubereitete Bestandteile auf einen Teller: gebratenes Cuy (Meerschweinchen aus Lebensmittelhaltung), gekochtes Geflügel, getrocknetes Fleisch, gerösteter Mais, kleine Mais-Kürbis-Küchlein und weitere Beilagen. Die unterschiedlichen Konsistenzen gehören zum Charakter des Gerichts.
Die kalte Servierweise bedeutet keineswegs, dass tierische Zutaten roh bleiben dürfen. Cuy, Huhn, Wurst, Forellenrogen und die eihaltigen Küchlein werden zuerst vollständig gegart, dann zügig heruntergekühlt. Pasteurisierter Frischkäse und lebensmittelgeeigneter Cochayuyo, ein getrockneter Seetang, werden erst beim Anrichten ergänzt.
Charqui muss nach dem Einweichen weich gekocht werden, das Cuy soll zart und an den Gelenken beweglich sein, die Küchlein innen fest. Beim Anrichten bleiben die Bestandteile unterscheidbar. Wird ein wesentlicher Fleischbestandteil weggelassen oder der Seetang durch gewöhnliche Salatblätter ersetzt, verändert sich der Charakter der Festplatte.


