Pescado cabrito: gefüllter Grillfisch von der kolumbianischen Karibikküste
Ganzer Fisch mit Zwiebel, Tomate und Knoblauch gefüllt, gebunden und gegrillt; dazu Maniok, grüne Kochbanane und ein Panela-Limetten-Getränk
Das Verzeichnis traditioneller Küchen des kolumbianischen Kulturministeriums führt Pescado cabrito aus San Estanislao de Kostka im Departamento Bolívar als alltägliches Fischgericht. Die Kurzbeschreibung nennt die entscheidende Zubereitung: Der Fisch wird geöffnet, mit Zwiebel, Tomate und Knoblauch gefüllt, zugebunden und gegrillt. Dazu reicht man Maniok oder grüne Kochbanane sowie Panela-Wasser mit Limette. Das Verzeichnis nennt weder eine Fischart noch Haushaltsmengen oder ein bestimmtes Bindematerial. Dieses Rezept bietet daher praktikable Mengen für zu Hause und kennzeichnet die fehlenden Angaben, statt sie als örtliche Vorschrift auszugeben.
Verwendet wird ein ganzer, geschuppter Fisch, der längs aufgeschnitten und aufgeklappt wird; Kopf und Schwanz bleiben verbunden. Die Füllung aus Zwiebel, Tomate und Knoblauch wird kurz vorgegart, damit sie im Fisch gleichmäßig erhitzt. Mit lebensmittelechtem Baumwoll-Küchengarn wird der Bauch geschlossen. Der Fisch gart bei mäßiger Holzkohlehitze und wird einmal vorsichtig gewendet. Ein Fischgrillkorb kann dabei helfen, ist aber nicht nötig. Maniok und grüne Kochbanane kochen separat, damit der Grill frei bleibt.
Cabrito bezeichnet in diesem örtlichen Gerichtsnamen die Art, den Fisch zu füllen und zu schließen, nicht Ziegenfleisch. Eine andere Veröffentlichung des Ministeriums dokumentiert Bocachico cabrito aus derselben Gemeinde und erwähnt, dass verwandte Zubereitungen auch pescado abierto heißen. Dieses Rezept folgt dem eigenständigen Eintrag Pescado cabrito und setzt weder dieselbe Fischart noch dieselbe Hülltechnik für alle Haushalte voraus.


