Posta de carne aus Bolívar: Rinderbraten aus dem Ofen
Posta de carne ist der Name dieses Rindfleischgerichts aus Bolívar im kolumbianischen Verzeichnis traditioneller Küchen. Die Kurzbeschreibung nennt eine im Ofen gebratene punta de anca, gewürzt mit Zwiebel, Butter und Knoblauch. Das vom kolumbianischen Kulturministerium herausgegebene Gran Libro de la Cocina Colombiana beschreibt eine genauere Zubereitung für zu Hause: Knoblauch wird kurz angebraten und zerdrückt, das Fleisch gewürzt und rundum gebräunt. Anschließend gart es in einer tiefen Pfanne mit in Butter weich gedünsteter Zwiebel und etwas Wasser im Ofen. Serviert wird es mit dem eigenen Bratensaft und gehackter Petersilie.
Das Buch bezeichnet das Teilstück auch als punta de cadera oder punta gorda; im Glossar werden diese Namen mit punta de anca in Verbindung gebracht. Außerhalb Kolumbiens kennt die Fleischtheke diese regionalen Bezeichnungen möglicherweise nicht. Fragen Sie nach einem ganzen Stück aus der oberen Hüfte oder einem ähnlichen Tri-Tip-Cut von etwa 1,5 kg, das sich zum Braten im Ofen eignet. Die Zerlegung unterscheidet sich je nach Land. Entscheidend ist ein kompaktes Stück mit möglichst gleichmäßiger Dicke. Eine dünne Fettschicht kann bleiben; entfernen Sie nur zähe Häute und sehr dicke Fettauflagen.
Das gedruckte Rezept nennt 350 Grad im Ofen und 25 Minuten für ein rosa bis medium gegartes Ergebnis, sagt aber nicht, welche Temperaturskala gemeint ist. Diese Haushaltsversion deutet die Angabe als 350°F, also 177°C, eine plausible Ofentemperatur. Außerdem ersetzt sie die feste Zeit durch eine Temperaturmessung: Ein Braten dieser Größe braucht je nach Dicke, Ausgangstemperatur und Ofengenauigkeit unterschiedlich lange. Die Posta de carne aus Bolívar ist ein anderes Gericht als die eigenständige Cartagena-Variante Posta negra mit ihrer dunkleren, süßlichen Sauce.
Das Ergebnis soll eine kräftig gebräunte Oberfläche, zarte Scheiben und eine herzhafte Sauce aus Zwiebel, Butter, Knoblauch und Fleischsaft haben. Die Zwiebeln sollen weich werden und leicht Farbe annehmen, aber nicht verbrennen. Die Sauce bleibt bewusst schlicht, damit das Rindfleisch im Mittelpunkt steht. Petersilie bringt Frische. Reis, Kartoffeln oder ein knackiger Salat können separat dazu serviert werden, gehören aber nicht zu den Zutaten dieses Rezepts.


