Kolumbianische Nationalgerichte

Tamales antioqueños: Maispäckchen mit Schweinefleisch aus Antioquia

Bereite Tamales aus Antioquia in Bananenblättern mit gemahlenem Mais, Schweinerippchen, Schulter und Bauch, Kartoffeln, Möhren und Erbsen zu.

Kolumbianische Nationalgerichte
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Weite Ansicht eines Familientisches mit gebundenen Tamales aus Antioquia in Bananenblättern; ein geöffnetes Päckchen zeigt Schweinefleisch und Gemüse.
Region Antioquia, kolumbianischer Nordwesten der Anden
Kategorie Große Maistamales mit Schweinefleisch-Gemüse-Füllung
Aktive Vorbereitung etwa 1 Stunde 45 Minuten
Ruhezeit 8–12 Stunden zum Einweichen des Maises und weitere 8–12 Stunden zum Marinieren des Schweinefleischs im Kühlschrank
Garzeit etwa 5 Stunden, aufgeteilt auf Mais, Füllung und gefüllte Päckchen
Überblick

Tamales antioqueños: Maispäckchen mit Schweinefleisch aus Antioquia

Großzügige Bananenblattpäckchen mit weicher Maismasse, drei Schweinefleischstücken, Kartoffeln, Möhren und Erbsen

Tamales antioqueños sind herzhafte Maispäckchen aus Antioquia im Nordwesten der kolumbianischen Anden. Diese Version folgt einer dokumentierten regionalen Zubereitung: gekochter und gemahlener Mais wird mit Schweineschmalz vermengt; die würzige Füllung besteht aus Schweinerippchen, Schweineschulter und fleischigem Schweinebauch sowie Gemüse mit Tomaten, Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Kreuzkümmel und Achiote. Bananenblätter halten jedes Päckchen beim Garen zusammen.

Das Rezept ergibt zehn große Tamales und liegt damit im Rahmen von acht bis zehn Portionen, den ein kolumbianisches Werk zur traditionellen Küche nennt. Der trockene Mais wird vor dem Einweichen gewogen, da ältere Rezepte nicht immer erkennen lassen, ob sich die Mengenangabe auf trockene Körner oder die gekochte Maismasse bezieht. Hier wird der Mais weich gekocht, noch warm gemahlen und mit dem Schweinefond geschmeidig gemacht. Ein Tamal ist so reichhaltig, dass er als ganze Mahlzeit dienen kann.

In Antioquia gibt es mehrere Tamal-Traditionen. Die Universidad de Antioquia dokumentiert eine gemeinschaftliche Zubereitung aus Puerto Valdivia mit Bijao-Blättern und Maniokstärke, die kürzer gekocht wird. Diese Version folgt der regionalen Kochbuchmethode mit Bananenblättern, gemahlenem Mais und langer Garzeit. Die Puerto-Valdivia-Zubereitung bleibt eine eigene regionale Variante; ihre Details werden nicht in dieses Rezept übernommen.

Zutaten

Zutaten

Maismasse

  • 750 g trockener gelber Mais am ganzen Korn, abgespült
  • 2,5 L kaltes Wasser zum Einweichen
  • 30 g Schweineschmalz
  • 450–600 ml beiseitegestellter Schweinefond, je nach Konsistenz der Masse

Schweinefleisch-Gemüse-Füllung

  • 500 g Schweineschulter ohne Knochen, in 3–4 cm große Stücke geschnitten
  • 500 g Schweinerippchen, in kleine Stücke geteilt
  • 250 g fleischiger Schweinebauch, in 2–3 cm große Stücke geschnitten
  • 500 g kleine, festkochende Kartoffeln, geschält und in 2 cm große Würfel geschnitten
  • 250 g Möhren, geschält und in kurze Streifen oder kleine Würfel geschnitten
  • 150 g grüne Erbsen, frisch oder tiefgekühlt
  • 360 g kleine Tomaten, etwa 6 Stück, gehackt
  • 150 g Frühlingszwiebeln, etwa 4 Stangen, fein gehackt
  • 9 g Knoblauch, etwa 3 Zehen, gehackt
  • 4 g gemahlener Kreuzkümmel
  • 4 g gemahlenes Achiote oder Annatto
  • 2 g gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 5 g feines Salz für die Füllung
  • 1,5 L Wasser zum Garen der Füllung, bei Bedarf zusätzlich heißes Wasser

Einwickeln und Garen

  • 20 lebensmittelechte Bananenblattstücke, jeweils etwa 30 × 25 cm
  • etwa 4 m Küchengarn
  • 14 g feines Salz für das Kochwasser
  • etwa 5 L Wasser zum Garen der Tamales, bei Bedarf zusätzlich heißes Wasser
Zubereitung

Zubereitung

Zubereitung

  1. Mais einweichen Gib den abgespülten Mais in eine große Schüssel, übergieße ihn mit 2,5 L kaltem Wasser und stelle ihn für 8–12 Stunden in den Kühlschrank. Gieße ihn ab und schütte das Einweichwasser weg. Durch die kalte Lagerung bleibt der Mais nicht lange bei einer warmen Temperatur stehen.

  2. Schweinefleisch im Kühlschrank marinieren Schneide Schulter, Rippchen und Schweinebauch in die angegebenen Stücke. Vermische sie mit Frühlingszwiebeln, Tomaten, Knoblauch, Kreuzkümmel, Achiote, schwarzem Pfeffer und 5 g Salz. Abdecken und 8–12 Stunden im Kühlschrank marinieren. Rohes Schweinefleisch und Marinade müssen kalt bleiben und dürfen nicht bei Raumtemperatur stehen.

  3. Mais kochen und mahlen Gib den abgetropften Mais in einen großen Topf, bedecke ihn mit frischem Wasser und lasse ihn etwa 1½–2 Stunden sanft kochen, bis die Körner weich sind, aber ihre Form behalten. Gut abgießen. Solange der Mais noch warm ist, zu einer feuchten, groben Masse mahlen. Das Schmalz einkneten, bis es gleichmäßig verteilt ist. Der Schweinefond kommt in Schritt 5 dazu.

  4. Schweinefleischfüllung garen Gib Schweinefleisch und Marinade in einen schweren Topf und füge 1,5 L Wasser hinzu. Aufkochen, den Schaum abschöpfen, abdecken und etwa 60–90 Minuten sanft garen, bis die dicksten Fleischstücke mindestens 71°C erreicht haben und zart sind. Kartoffeln und Möhren hinzufügen und fast weich garen; dann die Erbsen zugeben und alles fertig garen, bis das Gemüse weich ist. Bei Rippchen das Fleisch vor dem Füllen von den Knochen lösen und lose Knochensplitter entfernen. Den Fond aufbewahren.

  5. Maismasse geschmeidig machen und portionieren Nach und nach 450–600 ml warmen Schweinefond in die Maismasse einkneten, bis sie weich, zusammenhängend und gut verstreichbar ist, aber nicht fließt. Die benötigte Menge hängt vom Mahlgrad und der Feuchtigkeit des Maises ab. Die gegarte Füllung probieren und nur bei Bedarf nachwürzen. Wenn du sofort einwickelst, Masse und Füllung heiß halten; bei Wartezeit rasch abkühlen und im Kühlschrank aufbewahren.

  6. Tamales einwickeln und garen Erwärme die Bananenblätter kurz über kleiner Flamme oder tauche sie in heißes Wasser, bis sie biegsam sind; nicht anbrennen lassen. Für jedes Päckchen zwei Blätter überlappend auslegen. Eine dicke ovale Schicht Maismasse darauf verstreichen, ein Zehntel der Füllung mittig daraufgeben und mit der Masse umhüllen. Die Blätter zu einem kompakten Päckchen falten und mit Küchengarn fest zubinden. Etwa 5 L Wasser mit 14 g Salz in einem großen Topf zum Kochen bringen. Tamales hineingeben, das Wasser erneut sanft köcheln lassen, abdecken und etwa 3 Stunden garen. Die Päckchen sollen mit Wasser bedeckt bleiben; bei Bedarf heißes Wasser nachfüllen und den Topf nicht trockenkochen lassen.

  7. Garpunkt prüfen und servieren Ein Päckchen herausnehmen und die Mitte mit einem Lebensmittelthermometer prüfen: Sie muss mindestens 74°C erreichen. Kurz ruhen lassen und dann vorsichtig öffnen, wobei der Dampf vom Gesicht weggeleitet wird. Heiß servieren. Reste innerhalb von zwei Stunden in flache Behälter geben und kühlen; zum Aufwärmen überall auf 74°C erhitzen.

Praktische Hinweise

Praxis

Benötigte Ausrüstung

Du brauchst große Schüsseln zum Einweichen und Marinieren, einen großen Topf für den Mais, einen schweren Topf für die Füllung und einen großen Topf mit Deckel für die Tamales. Außerdem hilfreich sind eine Maismühle oder eine leistungsstarke Küchenmaschine, Küchengarn und ein Lebensmittelthermometer. Verwende getrennte Bretter und Geräte für rohes Schweinefleisch und gegarte Zutaten.

Praktische Hinweise

Die Maismasse soll weich und verstreichbar sein, aber nicht wässrig. Wenn sie beim Formen reißt, etwas warmen Fond einkneten. Wenn sie verläuft, ein wenig mehr gemahlenen Mais einarbeiten. Grober Mahlgrad sorgt für mehr Struktur; sehr feiner Mahlgrad ergibt ein glatteres, dichteres Tamal. Bananenblätter lassen sich nach kurzem Erwärmen über kleiner Flamme oder in heißem Wasser besser falten. Beschädigte Ränder abschneiden und nur lebensmitteltaugliche Blätter verwenden. Zwei überlappende Blätter verhindern leichter, dass Füllung austritt. Das Garn fest ziehen, aber die Masse nicht zusammendrücken. Möglichst gleich große Päckchen garen gleichmäßiger. Die Marinade mit rohem Schweinefleisch bleibt 8–12 Stunden im Kühlschrank. Die Füllung wird vor dem Einwickeln gegart; so lässt sich die Temperatur leichter prüfen und der Fond aromatisiert die Maismasse. Geräte, die rohes Fleisch berührt haben, nicht für gegarte Masse oder Füllung verwenden. Hände, Bretter und Utensilien zwischen den Arbeitsschritten mit heißem Seifenwasser reinigen. Mais und Füllung lassen sich am Vortag zubereiten, in flachen Behältern rasch abkühlen und kühlen. Vor dem Vermischen mit der Masse Füllung und Fond dampfend heiß erhitzen. Gegarte Reste innerhalb von zwei Stunden kühlen. Bananenblätter sind die Hülle und werden nicht gegessen; vor dem Essen entfernen.

Zum Schluss

Hinweis 1: Für Antioquia sind verschiedene Tamal-Zubereitungen dokumentiert. Dieses Rezept verwendet Bananenblätter und gemahlenen Mais; Bijao-Blätter und Maniokstärke gehören zu einer eigenen Variante aus Puerto Valdivia. Hinweis 2: Die Nährwerte sind Schätzungen mit mindestens 35% Unsicherheit. Wasseraufnahme des Maises, Fettgehalt des Schweins, Rippchenknochen, im Teig verbliebener Fond und Salz beeinflussen das Ergebnis.

Nährwerte pro Portion

Nährwerte pro Portion

  • Portionsgröße: ein großes Tamal, etwa 400–450 g essbarer Anteil, abhängig von Knochen und Feuchtigkeit
  • Kalorien: 850 kcal
  • Kohlenhydrate: 92 g
  • Eiweiß: 43 g
  • Fett: 36 g
  • Ballaststoffe: 8 g
  • Natrium: 1.050 mg