Choucroute garnie – Elsässer Sauerkraut mit Schweinefleisch, Würsten und Kartoffeln
Choucroute garnie beginnt mit Sauerkraut, doch die geschützte Produktidentität und das zusammengesetzte Gericht sind nicht dasselbe. Choucroute d’Alsace IGP bezeichnet das fermentierte Kohlprodukt; die Garnitur aus Schweinefleisch, Würsten und Kartoffeln besitzt zahlreiche legitime Varianten. Diese Zubereitung startet mit gekauftem rohem fermentiertem Sauerkraut und erklärt keine Hausfermentation. Der Kohl wird abgetropft und nur so weit gespült, dass übermäßige Salzigkeit oder Säure gemildert werden.
Gänsefett, Zwiebel, Knoblauch, Wacholder, Nelke, Lorbeer und Pfeffer bilden die Aromabasis. Riesling und etwas Wasser liefern die Schmorflüssigkeit für ungegarte, küchenfertige geräucherte Schweineschulter, gesalzenen Schweinebauch und geräucherten Speck am Stück. Die dichten Schweinefleischstücke garen zuerst, die Kartoffeln kommen später dazu. Die Würste bleiben bewusst außerhalb des langen Ofenschmorens, weil starkes Kochen oder langes Schmoren ihre Därme aufplatzen lassen und Fett austreiben kann. Sie werden separat in etwa 80–85 °C heißem Wasser erwärmt.
Jede Wurst wird bis 74 °C erhitzt und anschließend mit den Schweinefleischstücken und Kartoffeln auf dem seidigen Sauerkraut angerichtet. Verpackte Würste unterscheiden sich in der Rezeptur; daher müssen Etiketten auf Senf, Sellerie, Milch oder Gluten geprüft werden. Riesling liefert Sulfite und behält nach dem Kochen Restalkohol; beides wird offen benannt. Die fertige Platte ist reichhaltig und salzig, deshalb sind Portionsgröße und rasches Kühlen von Resten wichtig.


