Pompe à l’huile: provenzalisches flaches Hefebrot mit Olivenöl, Zucker, Orangenblütenwasser und Orangenschale, geformt mit den typischen offenen Schlitzen.
Pompe à l’huile ist ein provenzalisches Hefebrot auf Olivenölbasis, das traditionell im Umfeld der dreizehn Weihnachtsdesserts serviert wird. Es ist weniger süß als Kuchen; seine üppige, aber weiche Krume entsteht durch Olivenöl statt Butter. Orangenblütenwasser und fein geriebene Orangenschale geben Duft, ohne den Teig in Richtung Brioche zu verändern.
Trotz des hohen Ölanteils braucht der Teig eine gut entwickelte Glutenstruktur. Zunächst Mehl und Wasser zusammenzubringen und das Öl erst danach vollständig einzuarbeiten hilft dabei, einen elastischen statt nur glatten und fettigen Teig zu erhalten. Zwei klar getrennte Gehzeiten gehören zum Ablauf: die lange erste Gare und eine zweite, kürzere Gare nach dem Formen und Öffnen der charakteristischen Schlitze.
Im Ofen soll die pompe eine zarte Krume und nur leicht goldene Ränder entwickeln. Auch die Abkühlzeit gehört vollständig zur Zeitplanung, weil eine noch heiße, fettreiche Krume beim Aufbrechen leicht klitschig wirken kann. Das traditionelle Brechen von Hand kann als kultureller Kontext erhalten bleiben, während für die Ausführung konkrete Merkmale wie Volumen, Elastizität, Farbe und gesetzte Krume entscheidend sind.


