Französische Nationalgerichte

Pastis gascon

Ein Apfeldessert aus dem Gers aus geschmeidigem Teig, der fast durchsichtig ausgezogen, locker mit Butter, Zucker und Armagnac in wellige Schichten gelegt und anschließend knusprig und bernsteinfarben gebacken wird.

Französische Nationalgerichte
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Pastis gascon — auf einem Teller angerichtet
Vorbereitung 100 Minuten
Garzeit 45 Minuten
Gesamtzeit 235 Minuten
Ergibt 1 runden Pastis mit 28 cm Durchmesser, 8 Stücke
Einführung und Überblick

Pastis gascon mit handgezogenem Teig, Äpfeln und Armagnac

Pastis gascon ist ein Gebäck und nicht das anisartige Getränk, das denselben Namen trägt. Im Gers wird es auch als croustade bezeichnet. Kennzeichnend ist ein handgezogener Teig, der über einer großen Arbeitsfläche fast bis zur Transparenz ausgezogen und anschließend locker um Äpfel gelegt wird. Die Schicht soll über weite Bereiche so dünn sein, dass das Muster des Tuchs darunter sichtbar bleibt.

Das Ausziehen gelingt kontrollierter mit zwei Personen, die an gegenüberliegenden Seiten eines großen, stabilen Tisches arbeiten. Nach etwa 10 Minuten Kneten bekommt der Teig eine volle Stunde Ruhe, damit sich das Gluten entspannt. Anschließend wird er mit flachen Handrücken von unten gedehnt, nicht mit Fingerspitzen gezupft. Kleine Risse lassen sich flicken; ein noch gespannter Teig würde beim forcieren dagegen großflächig reißen. Die Äpfel werden dünn geschnitten, und die Teiglagen kommen locker in die Form, damit Dampf entweichen und die Ränder austrocknen können.

Armagnac wird abgemessen und nicht frei über das Gebäck gegossen. Beim Backen wird außerdem nicht unterstellt, dass sämtlicher Alkohol verschwindet. Der Pastis bleibt 45 Minuten im Ofen, bis die obersten Schichten bernsteinfarben und knusprig sind und die Äpfel weich werden. Danach braucht er 30 Minuten Ruhe, damit sich der Fruchtsaft setzt. Fertiger Filoteig kann eine ähnliche Schichtung liefern, ersetzt aber nicht die handgezogene Textur und gehört deshalb nur in eine klar benannte Abwandlung.

Gelingpunkte

Gelingpunkte

  • Der Teig muss vor dem Ausziehen elastisch, danach beinahe durchsichtig und in der Form locker geschichtet sein. Zu starkes Zusammendrücken verhindert die typische knusprig-wellige Oberfläche.
Zutaten

Zutaten

Handgezogener Teig

  • 300 g Weizenmehl, zuzüglich nur der abgemessenen Menge zum Bestäuben
  • 50 g Vollei, 1 großes Ei, ohne Schale
  • 150 ml Wasser, lauwarm
  • 30 ml Sonnenblumenöl, für den Teig
  • 3 g feines Salz

Apfelfüllung und Schichtung

  • 900 g süß-säuerliche Äpfel, geschält und entkernt, als essbares Gewicht; dünn geschnitten
  • 120 g ungesalzene Butter, geschmolzen
  • 110 g Feinzucker
  • 10 g Vanillezucker
  • 60 ml Armagnac, abgemessen
Zubereitung

Zubereitung

Zubereitung

  1. Teig kneten. Mehl, Ei, Wasser, Sonnenblumenöl und Salz zu einem geschmeidigen Teig mischen und etwa 10 Minuten kneten, bis er glatt und elastisch ist. Ein Fingerdruck federt langsam zurück. Die Arbeitsfläche trocken und stabil halten.

  2. Für Elastizität ruhen lassen. Oberfläche des Teigs mit etwas vom eigenen Ölfilm benetzen, abdecken und 60 Minuten ruhen lassen. Danach lässt er sich ziehen, ohne stark zurückzuschnappen. Abdecken, damit keine trockene Haut entsteht.

  3. Zu zweit ausziehen. Einen großen stabilen Tisch mit einem sauberen Tuch bedecken und leicht bemehlen. Wenn möglich, mit zwei Personen gegenüberliegend arbeiten und den Teig mit flachen Handrücken von unten ausziehen. Rundherum weiterarbeiten, bis die Fläche fast durchsichtig ist; kleine Risse lieber flicken als ruckartig ziehen. Über den größten Teil der Fläche ist das Tuchmuster sichtbar, nur der äußere Rand bleibt etwas dicker. Schmuck ablegen, Finger flach halten und während des Ausziehens keine Messer verwenden.

  4. Äpfel und Teig locker schichten. Nur den dicken eingerollten Außenrand abschneiden. Gezogenen Teig mit geschmolzener Butter beträufeln und Abschnitte locker in eine gebutterte 28-cm-Form legen. Dünne Apfelscheiben, Feinzucker, Vanillezucker und Armagnac zwischen die lockeren Teiglagen verteilen. Die Äpfel sind von welligen dünnen Schichten umgeben und nicht zu einem dichten Block gepresst. Armagnac ist alkoholhaltig und brennbar; von offenen Flammen fernhalten.

  5. Knusprig backen. Bei 180 °C 45 Minuten backen und die Form nur drehen, wenn der Ofen deutlich ungleichmäßig bräunt. Die oberen Teigblätter sind knusprig und bernstein-gold, die Äpfel lassen sich durch eine Öffnung ohne Widerstand einstechen. Ofenhandschuhe verwenden; heißer Zucker und Butter können schwere Verbrennungen verursachen.

  6. Vor dem Schneiden abkühlen. 30 Minuten in der Form abkühlen lassen. Fruchtsaft blubbert nicht mehr und die Schichten halten beim Schneiden eines Stücks zusammen. Es wird nicht angenommen, dass Alkohol beim Backen vollständig verdampft; entsprechend servieren.

Servieren und Planung

Praxis

Servieren und Planung

Warm oder bei Raumtemperatur in 8 Stücken servieren. Für das Apfel-Armagnac-Profil ist keine zusätzliche Garnitur nötig.

Servieren und Planung

Der Teig kann einige Stunden vorher geknetet und abgedeckt im Kühlschrank gelagert werden. Vor dem Ausziehen wieder in Richtung Raumtemperatur bringen. Den fertig geschichteten rohen Pastis möglichst zügig backen.

Aufbewahrung und Aufwärmen

Vollständig abgekühlte Reste abgedeckt bis zu 2 Tage im Kühlschrank lagern. Einzelne Stücke bei 160 °C etwa 8 Minuten aufknuspern. Die Mikrowelle meiden, wenn die knusprige Textur erhalten bleiben soll.

Ersetzungen

Fertiger Filoteig ist nur als ausdrücklich bezeichnete praktische Abwandlung geeignet. Er verändert die handgezogene Struktur und bildet die regionale Teigtechnik nicht nach.

Ersetzungen

Ein anderer Weinbrand anstelle von Armagnac verändert die regionale Produktidentität und sollte nicht als gleichwertig beschrieben werden.

Nährwerte pro Portion

Nährwerte pro Portion

  • Portionsgröße1 von 8 Stücken
  • Kalorien381 kcal
  • Kohlenhydrate53,1 g
  • Eiweiß4,4 g
  • Fett17,1 g
  • Ballaststoffe3,5 g
  • Natrium208 mg
Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Den großen Teigbogen nach Möglichkeit zu zweit auf einem stabilen Tisch bearbeiten, damit unkontrolliertes Reißen und weites Übergreifen vermieden werden.

Vorsicht mit heißer Butter, Fruchtsirup und Ofendampf.

Alkohol kann nach dem Backen verbleiben; nicht behaupten, er verdampfe vollständig.

Allergene: Ei, Milch, Gluten, Sulfite, falls im verwendeten Armagnac enthalten.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Ist damit das Anisgetränk Pastis gemeint?

Nein. Pastis gascon ist hier ein Apfelgebäck aus dem Gers mit extrem dünn ausgezogenem Teig.

Kann fertiger Filoteig verwendet werden?

Als praktische Abwandlung ja, aber er ersetzt die regionale handgezogene Teigtechnik nicht und sollte entsprechend gekennzeichnet werden.

Abschluss

Abschluss

  • Ergebnis: Ein Apfeldessert aus dem Gers mit fast durchsichtig ausgezogenem Teig, Butter, Zucker und Armagnac in lockeren, knusprigen Schichten.
  • Entscheidende Technik: Teig vollständig entspannen, sehr dünn ausziehen und die Schichten in der Form locker halten statt sie zusammenzudrücken.