Französische Nationalgerichte

Lapin aux pruneaux

Herzhaftes Kaninchenragout mit Knochen, Rotwein und ganzen Trockenpflaumen, die erst gegen Ende des Schmorens zugegeben werden, damit sie weich werden und ihre Form behalten.

Französische Nationalgerichte
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Lapin aux pruneaux — in einer Pfanne gezeigt
Vorbereitung 25 Minuten
Garzeit 80 Minuten
Gesamtzeit 135 Minuten
Ergibt 6 Hauptgericht-Portionen
Einordnung und Überblick

Lapin aux pruneaux mit Rotwein und ganzen Backpflaumen

Lapin aux pruneaux verbindet Kaninchen mit Knochen, Rotwein und Trockenpflaumen in einer herzhaften Schmorbereitung. Die Früchte sollen die Sauce nicht zu einer süßen Konfitürenglasur machen. Sie bringen Säure, Fruchtsüße und weiche Textur, bleiben aber als ganze Stücke erkennbar. Für diesen Ansatz wird ausschließlich Rotwein verwendet; Bier und Spirituosen werden nicht zusätzlich kombiniert.

Die Trockenpflaumen werden zunächst 30 Minuten in 150 ml Rotwein eingeweicht. Das hydratisiert sie, ohne sie schon so weich zu machen, dass sie während des Schmorens zerfallen. Das Kaninchen wird separat trocken getupft, gewürzt und in Butter und neutralem Öl chargenweise gebräunt. Zwiebel, Knoblauch, Mehl und Thymian bilden danach die Grundlage für eine leicht gebundene Sauce.

Auch hier sind Sicherheit und Zartheit getrennt. Nach 40 Minuten Schmoren muss das dickste Fleisch abseits vom Knochen mindestens 71 °C erreichen. Erst danach kommen die eingeweichten Pflaumen samt 150 ml Einweichwein für die letzten 15 Minuten dazu. So kann das Kaninchen vollständig zart werden, während die Früchte weich, aber ganz bleiben. Knochen sowie mögliche übersehene Steinfragmente müssen beim Servieren ausdrücklich berücksichtigt werden.

Gelingen auf den Punkt gebracht

Gelingen auf den Punkt gebracht

  • Entsteinte Trockenpflaumen verwenden und erst in den letzten 15 Minuten zum Schmortopf geben.
  • Den gesamten Schmorprozess nur leise köcheln lassen.
  • 71 °C abseits vom Knochen messen und die weitere Garung nach Zartheit steuern, nicht nach Farbe.
Zutaten

Zutaten

Kaninchen und Pflaumen

  • 1500 g gewerblich küchenfertiges Kaninchen mit Knochen — in 6–8 Stücke geteilt; nach Knochenentfernung etwa 1050 g gegartes essbares Fleisch
  • 250 g entsteinte Trockenpflaumen — etwa 18 große Stücke
  • 150 ml Rotwein — zum Einweichen der Pflaumen; innerhalb der gesamten Weinmenge berücksichtigt

Schmorsauce

  • 200 ml Rotwein — restlicher Wein zum Ablöschen und Schmoren
  • 250 ml Hühnerbrühe mit Sellerie — natriumarm
  • 120 g Zwiebel — fein geschnitten
  • 40 g ungesalzene Butter
  • 15 ml neutrales Öl
  • 25 g Weizenmehl
  • 5 g Knoblauch — fein gehackt
  • 2 g getrockneter Thymian
  • 1 g Lorbeerblatt — 1 großes Blatt
  • 8 g feines Salz
  • 2 g schwarzer Pfeffer
Zubereitung

Zubereitung

Einweichen und anbraten

  1. Pflaumen einweichen. 250 g entsteinte Trockenpflaumen mit 150 ml Rotwein in einer abgedeckten Schüssel 30 Minuten bei Raumtemperatur ziehen lassen. Die Früchte sollen prall, aber weiterhin formstabil sein. Jede Pflaume auf fehlende Steine prüfen; einzelne Steinfragmente können trotz Entsteinung vorkommen.

  2. Kaninchen würzen. Die gewerblich vorbereiteten Kaninchenteile auf einem separaten Fleischbrett trocken tupfen und in etwa 10 Minuten mit den 8 g Salz und 2 g Pfeffer gleichmäßig würzen. Rohes Kaninchen und Säfte von verzehrfertigen Lebensmitteln fernhalten.

  3. Chargenweise bräunen. 40 g Butter und 15 ml neutrales Öl im schweren Schmortopf bei mittlerer Hitze erhitzen. Kaninchen in mehreren Chargen insgesamt 15 Minuten braun anrösten und auf einen sauberen Teller legen. Es soll an mehreren Stellen Farbe entwickeln, ohne dass die Butterbestandteile verbrennen.

  4. Aromaten und Mehl garen. 120 g Zwiebel und 5 g Knoblauch im selben Topf bei mittlerer bis niedriger Hitze 5 Minuten weich werden lassen; 25 g Mehl und 2 g Thymian in der letzten Minute einrühren. Die Zwiebel soll glasig sein und kein trockenes Mehl zurückbleiben.

  5. Mit Rotwein ablöschen. 200 ml Rotwein zugießen und den Bratensatz vom Topfboden lösen. Etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze sanft köcheln. Der Bratensatz soll vollständig in den Wein übergehen und die Flüssigkeit gleichmäßig gefärbt sein. Alkohol kann nach der Garung zurückbleiben.

Schmoren und fertigstellen

  1. Sicher und fast zart schmoren. Kaninchen zurückgeben, 250 ml selleriehaltige Brühe und 1 g Lorbeerblatt zugeben, teilweise abdecken und 40 Minuten bei niedriger Hitze leise schmoren. Das dickste Fleisch abseits vom Knochen muss mindestens 71 °C erreichen; zugleich sollen die Gelenke beim Einstechen bereits nachzugeben beginnen.

  2. Pflaumen spät zugeben. Eingeweichte Pflaumen samt den 150 ml Einweichwein zugeben und weitere 15 Minuten bei niedriger Hitze sanft schmoren. Das Kaninchen soll gabelzart, die Sauce leicht löffelüberziehend und die Pflaumen weich, aber ganz sein. Restalkohol aus dem Einweichwein kann verbleiben.

  3. Abschließen und servieren. Lorbeerblatt entfernen, nur deutlich überschüssiges Oberflächenfett abschöpfen und Kaninchen mit ganzen Pflaumen und abgemessener Sauce servieren. Etwa 5 Minuten einplanen. Beim Essen auf kleine Kaninchenknochen und mögliche übersehene Steinfragmente hinweisen.

Servieren und Planung

Praxis

Servieren und Planung

Heiß mit etwa drei Pflaumen pro Portion und genug Sauce zum Überziehen des Kaninchens servieren. Kartoffeln oder Nudeln können separat dazukommen und sind nicht in den Nährwerten enthalten.

Servieren und Planung

Die Pflaumen können bis zu 2 Stunden vorher abgedeckt eingeweicht werden. Bereits gebräuntes Kaninchen kann für einige Stunden sofort gekühlt werden, bevor der Schmorprozess abgeschlossen wird.

Servieren und Planung

Kaninchen ohne Knochen verändert Ausbeute und Garverhalten und benötigt eine eigene Mengen- und Nährwertberechnung.

Aufbewahren

Innerhalb von 2 Stunden in flachen, abgedeckten Behältern kühlen und bis zu 3 Tage im Kühlschrank lagern.

Aufwärmen

Sanft bis dampfend heiß erwärmen. Ist die Sauce zu dick geworden, wenig Wasser zugeben. Die Pflaumen werden beim erneuten Erwärmen weicher.

Vorbereiten

Pflaumen bis zu 2 Stunden vorher einweichen; gebräuntes Kaninchen kann kurzzeitig gekühlt werden.

Ersatzmöglichkeiten

Bier, Wein und Spirituosen nicht in derselben Schmorsauce kombinieren.

Ersatzmöglichkeiten

Kaninchen ohne Knochen ist wegen verändertem Ertrag und Garverhalten kein gramgenauer Ersatz.

Fehlerbehebung

Fehlerbehebung

  • Pflaumen zerfallenSie wurden zu früh zugegeben – auf die letzten 15 Minuten begrenzen.
  • Sauce ist zu dickZu viel Flüssigkeit ist verdampft – einen kleinen abgemessenen Schuss Wasser oder ungesalzene Brühe zugeben und kurz leise köcheln.
  • Kaninchen ist trotz sicherer Temperatur festDie Bindegewebe sind noch nicht ausreichend weich – nach dem 71-°C-Check weiter sanft schmoren, bis die Gelenke nachgeben.
Nährwerte pro Portion

Nährwerte pro Portion

  • Portionsgröße1 von 6 Portionen mit etwa 175 g gegartem essbarem Kaninchen, 3 Pflaumen und einem Sechstel der Sauce
  • Kalorien567 kcal
  • Kohlenhydrate32,5 g
  • Protein55,1 g
  • Fett22,9 g
  • Ballaststoffe3,4 g
  • Natrium669 mg
Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene: Gluten, Sellerie und Sulfite.

Sicherheit: Nur gewerblich küchenfertiges Kaninchen verwenden.

Sicherheit: Kaninchen im dicksten Fleisch abseits vom Knochen auf mindestens 71 °C garen.

Sicherheit: Rohes Kaninchen von verzehrfertigen Lebensmitteln getrennt halten.

Sicherheit: Auf Kaninchenknochen und mögliche Steinfragmente der Trockenpflaumen hinweisen.

Sicherheit: Rotwein enthält Sulfite; nach der Garung kann Alkohol zurückbleiben.

Sicherheit: Reste innerhalb von 2 Stunden kühlen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Warum kommen die Pflaumen erst so spät in den Topf?

Sie sollen Flüssigkeit aufnehmen und weich werden, aber nicht zu einer süßen Paste zerfallen.

Ist die Farbe des Kaninchens ein ausreichender Sicherheitscheck?

Nein. Es werden mindestens 71 °C im dicksten Fleisch abseits vom Knochen gemessen.

Abschluss

Abschluss

  • Ergebnis: Herzhaft geschmortes Kaninchen mit ganzen, weichen Backpflaumen in einer glänzenden Rotwein-Sauce.
  • Entscheidende Technik: Die Pflaumen erst nach dem 71-°C-Sicherheitscheck für die letzten 15 Minuten zugeben.