Farci poitevin – langsam pochierte grüne Terrine aus dem Poitou
Farci poitevin zeigt besonders deutlich, dass bei regionalen Gerichten die Methode ebenso wichtig ist wie die Zutatenliste. Im Poitou begegnet die Zubereitung auch als pâté d’herbes oder terrine verte: Große Kohlblätter bilden die äußere Hülle, innen sitzt eine dichte Mischung aus Blattgemüse, Schweinefleisch und Ei. Charakteristisch ist das fest umschlossene, langsam pochierte Bündel – nicht eine lose Masse, die nur kurz im Ofen überbacken wird.
Diese Fassung verwendet Spinat, Mangoldblätter, Lauch und glatte Petersilie. Einkaufs- und Nutzgewicht sind wichtig, weil harte Stiele, beschädigte Blätter und überschüssiges Wasser Textur und Nährwertbasis verändern. Spinat, Mangold und Lauch werden zuerst gegart, damit ihr Volumen zusammenfällt und freie Feuchtigkeit verdampft. Nach einer gemessenen Abtropfzeit werden sie fein gehackt und mit den gegarten Aromaten sowie dem Schweinefleisch verbunden.
Acht blanchierte Wirsingblätter werden überlappend auf lebensmittelechter Musseline ausgelegt, sodass eine geschlossene Hülle entsteht. Die Füllung wird fest hineingedrückt, die Blätter darübergelegt und das Tuch zu einem runden Bündel verschnürt. Dieses Bündel pochiert vier Stunden in nur leicht siedender, ungesalzener Gemüsebrühe. Die lange, feuchte Garung macht Blattgemüse und Schweinefleisch zart und setzt Ei und Mehl, ohne die trockene Kruste einer schnellen Ofenzubereitung zu erzeugen.
Weil Farci poitevin hier kalt serviert wird, gehört das Abkühlen zum festen Zeitplan. Nach mindestens 74 °C im kältesten Mittelpunkt und einer Abtropfphase wird die warme Terrine in dicke Scheiben geschnitten und flach in Kühlbehälter gelegt. Dadurch kann Wärme schneller entweichen. Weitere vier Stunden im Kühlschrank festigen die Scheiben vollständig, sodass die grüne Füllung sauber in der Kohlhülle bleibt.


