Chou farci limousin – Kohlpäckchen mit Petit-salé-Füllung und Kartoffeln
Diese Limousin-Version bleibt bewusst vom Chou farci aus der Auvergne getrennt. Sie orientiert sich an einer regionalen Petit-salé-Zubereitung: Halbgesalzene Schweineschulter wird zuerst in einer klar bemessenen kalten Einweichphase entsalzt, danach mit Bouquet garni sanft pochiert und für eine weiche Gemüse-Brot-Füllung gehackt. Blanchierte Kohlblätter werden hier zu einzelnen Päckchen und nicht zu einem rekonstruierten ganzen Kohl.
Die Salzsteuerung beginnt vor dem Garen. Halbgesalzenes Schweinefleisch kann je nach Hersteller unterschiedlich salzig sein; deshalb sieht die Zubereitung eine definierte zweistündige Kühlung im Einweichwasser vor, ohne improvisierte wiederholte Wasserwechsel. Das ganze Fleischstück wird bis 63 °C pochiert und ruht vor dem Hacken. Karotte, Zwiebel und Lauch werden in Schmalz weich gegart, Weißwein wird reduziert, und in Milch eingeweichtes altbackenes Brot bindet die Füllung. Acht gleich große Päckchen halten Portionierung und Schmorzeit konsistent.
Die Päckchen schmoren abgedeckt bei 125 °C mit einer kleineren zweiten Weinmenge und etwas zurückbehaltener Schweine-Garflüssigkeit, bis die Kohlblätter löffelzart sind und die Mitte 74 °C erreicht. Schlichte Salzkartoffeln sind die passende, sachliche Beilage. Wein wird sowohl in der Füllung als auch beim Schmoren gegart; Restalkohol wird jedoch nicht als null angenommen. Die Nährwertberechnung arbeitet mit einem dokumentierten Rückhalt statt mit der Behauptung vollständiger Verdampfung.


