Französische Nationalgerichte

Pissaladière

Eine zwiebelbetonte Pissaladière aus Nizza auf Olivenöl-Hefeteig, belegt mit langsam gegarten Zwiebeln, Anchovis und schwarzen Oliven – ohne Tomate und Käse – und erst gebacken, nachdem die Zwiebeln weich sind und keine freie Flüssigkeit mehr abgeben.

Französische Nationalgerichte
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Pissaladière — im Ganzen nach dem Backen gezeigt
Vorbereitung 30 Minuten
Garzeit 65 Minuten
Gesamtzeit 200 Minuten
Ergibt 12 rechteckige Stücke
Einleitung

Pissaladière – Niçoiser Zwiebelkuchen mit Anchovis und schwarzen Oliven

Pissaladière wird wegen ihrer flachen, gebackenen Form oft neben Pizza eingeordnet. Das verdeckt jedoch, was die Niçoiser Zubereitung ausmacht. Grundlage ist Hefeteig, darauf kommt eine tiefe Schicht sehr langsam weich gegarter Zwiebeln mit Anchovis oder Pissalat und schwarzen Oliven. Tomatensauce, Käse und Eierstich gehören in diese Fassung nicht hinein.

Der Teig besteht aus 400 g Mehl und 240 ml Wasser und liegt damit bei einer gut handhabbaren Hydration von 60 %. Frische Backhefe und eine volle Gehzeit von 90 Minuten geben genug Volumen, damit der Boden die schwere Zwiebelauflage trägt und trotzdem luftig bleibt. Der Teig wird auf einem 30 × 40 cm großen Blech ausgedrückt und nicht papierdünn wie Mürbeteig ausgerollt.

Die 1500 g Zwiebeln sehen roh überdimensioniert aus, fallen aber stark zusammen. Zuerst garen sie abgedeckt in der eigenen Feuchtigkeit, danach offen, bis in der Pfanne keine wässrige Flüssigkeit mehr steht. Dunkle Bräunung ist ausdrücklich nicht das Ziel: Die Süße entsteht durch langsames Weichgaren, nicht durch knusprig gebratene Ränder.

Anchovis und entsteinte schwarze Oliven kommen erst auf die abgekühlte Zwiebelmasse. Die Backphase selbst ist relativ kurz und heiß. Der Unterboden soll vollständig durchgebacken und die Ränder goldfarben sein, während die Zwiebeln weich und saftig bleiben. So bleibt die Pissaladière ein Brotfladen mit dicker Zwiebelauflage und wird weder zur Pizza noch zur Zwiebeltarte mit Guss.

Worauf es ankommt

Worauf es ankommt

  • Den Teig sichtbar auf ungefähr das doppelte Volumen gehen lassen; zu kurze Gehzeit ergibt unter der schweren Auflage einen dichten Boden.
  • Zwiebeln hell und weich kochen, bis keine freie Flüssigkeit mehr in der Pfanne steht.
  • Nicht nur den Rand prüfen, sondern auch den Unterboden in der Mitte: Er muss vollständig gebacken sein.
Zutaten

Zutaten

Olivenöl-Hefeteig

  • 400 g Weizenmehl
  • 240 ml Wasser – lauwarm; 60 % Hydration
  • 12 g frische Backhefe
  • 8 g feines Salz
  • 20 ml Olivenöl

Zwiebelbelag

  • 1500 g gelbe Zwiebeln – geschält und dünn geschnitten
  • 75 ml Olivenöl
  • 10 g Knoblauch – 2 Zehen, ganz und leicht angedrückt
  • 2 g Thymian
  • 1 g Lorbeerblatt
  • 1 g Rosmarin
  • 60 g Anchovisfilets – abgetropft und bis zur Verwendung gekühlt
  • 80 g schwarze Oliven – entsteint
  • 1 g schwarzer Pfeffer
Zubereitung

Zubereitung

Teig kneten und gehen lassen

  1. Hefeteig kneten. Für Auflösen, Mischen und Kneten insgesamt 12 Minuten einplanen. Frische Hefe in 240 ml lauwarmem Wasser auflösen. Mit Mehl, 8 g Salz und 20 ml Olivenöl mischen und davon 8 Minuten kneten, bis der Teig glatt und elastisch ist. Er soll leicht klebrig sein, sich aber sauber von der Schüssel lösen. Verschüttetes Mehl oder Wasser sofort entfernen, damit der Boden nicht rutschig wird.

  2. Teig vollständig gehen lassen. Abdecken und bei warmer Raumtemperatur 90 Minuten passiv gehen lassen, bis das Volumen sichtbar ungefähr verdoppelt ist. Eine leichte Fingerdelle soll sich langsam zurückbilden. Den Teig nicht direkt auf einen Heizkörper oder eine unkontrolliert heiße Fläche stellen.

Zwiebeln langsam garen

  1. Zwiebeln sanft zusammenfallen lassen. Während der Teig geht, 75 ml Olivenöl, Zwiebeln, Knoblauch, Thymian, Lorbeer und Rosmarin in die breite 32-cm-Pfanne geben. Abdecken und 25 Minuten bei niedriger Hitze garen, dabei mehrmals umrühren. Die Zwiebeln sollen stark zusammengefallen, glasig und ohne knusprige Ränder sein. Beim Umrühren die große Menge heißer Zwiebeln und Öl vorsichtig bewegen.

  2. Zwiebelbelag trocknen. Deckel abnehmen und weitere 20 Minuten garen, bis fast alle freie Flüssigkeit verdampft ist. Knoblauch und Kräuter entfernen und die Zwiebeln auf einem breiten Teller ausbreiten, damit starker Dampf entweicht. Die Masse soll weich, hell und süßlich duften; in der Pfanne darf keine Flüssigkeit stehen. Nicht dunkel braten.

Formen, belegen und backen

  1. Teig formen und belegen. Für Formen und Belegen 18 Minuten einplanen. Den gegangenen Teig gleichmäßig auf ein geöltes 30 × 40 cm großes Blech drücken. Zwiebeln bis an den Rand verteilen und die gekühlten Anchovisfilets sowie entsteinten Oliven gleichmäßig darauf anordnen. Teigdicke und Zwiebelauflage sollen überall ähnlich sein; es darf keine Flüssigkeitspfütze entstehen. Anchovis bis zu diesem Schritt gekühlt halten und nach dem Anfassen Hände waschen.

  2. Boden vollständig backen. In einem auf 200 °C vorgeheizten Backofen 20 Minuten backen. Die Ränder sollen goldfarben und der Unterboden vollständig durchgebacken, nicht teigig sein; die Zwiebeln bleiben weich statt knusprig. Das volle heiße Blech mit trockenen Ofenhandschuhen und beiden Händen tragen.

Vor dem Schneiden setzen lassen

  1. Vor dem Schneiden kurz abkühlen lassen. Auf dem Blech 15 Minuten passiv abkühlen lassen, dann mit schwarzem Pfeffer würzen und in 12 Stücke schneiden. Der Boden soll fest genug für saubere Schnitte sein und der Belag auf jedem Stück haften. Falls eine Olive wider Erwarten noch einen Stein enthält, vor dem Servieren entfernen und bei Unsicherheit ausdrücklich darauf hinweisen.

Servieren, Aufbewahren und Vorbereiten

Praxis

Servieren

Nach 15 Minuten Ruhezeit in 12 Stücke schneiden und warm oder bei Raumtemperatur als Vorspeise, Snack oder leichte Mahlzeit servieren.

Vorbereiten

Die Zwiebeln können einen Tag vorher gegart und gekühlt werden. Während der frische Teig geht, wieder in Richtung kühle Raumtemperatur kommen lassen.

Aufbewahren und Aufwärmen

Innerhalb von 2 Stunden kühlen und bis zu 3 Tage im Kühlschrank lagern. Bei 180 °C für 6–8 Minuten aufwärmen; die Mikrowelle macht den Boden weich.

Fischvariante

Pissalat kann in einer dokumentierten Niçoiser Variante einen Teil der Anchovis ersetzen. Tomate und Käse sind dagegen kein Ersatz für die Fisch-Zwiebel-Auflage.

Warum werden die Zwiebeln vor dem Backen gegart?

Die Ofenzeit ist für den Teig ausgelegt. Sie reicht nicht aus, um die Flüssigkeit aus 1,5 kg rohen Zwiebeln zu verdampfen.

Kann der Belag knusprig gebacken werden?

Das charakteristische Ziel ist eine weiche Zwiebelauflage auf einem vollständig gebackenen Brotgrund. Dunkle, knusprige Zwiebeln verändern Textur und Geschmack deutlich.

Nährwerte pro Portion

Nährwerte pro Portion

  • Portionsgröße1 von 12 Stücken, etwa 160 g
  • Kalorien255 kcal
  • Kohlenhydrate39 g
  • Eiweiß8 g
  • Fett8 g
  • Ballaststoffe4 g
  • Natrium610 mg
Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene: Fisch, Gluten. - Anchovis sind ein Fischallergen und müssen bis zur Verwendung gekühlt bleiben. - Der Hefeteig muss vollständig durchbacken; ein gebräunter Rand entschuldigt keinen rohen Teig in der Mitte. - Für das große heiße Blech Ofenhandschuhe verwenden. - Bei nicht entsteinten Oliven sind Kerne eine Zahn- und Verschluckgefahr und müssen ausdrücklich angegeben werden. - Reste innerhalb von 2 Stunden kühlen.

Anchovis sind ein Fischallergen und müssen bis zur Verwendung gekühlt bleiben.

Der Hefeteig muss vollständig durchbacken; ein gebräunter Rand entschuldigt keinen rohen Teig in der Mitte.

Für das große heiße Blech Ofenhandschuhe verwenden.

Bei nicht entsteinten Oliven sind Kerne eine Zahn- und Verschluckgefahr und müssen ausdrücklich angegeben werden.

Reste innerhalb von 2 Stunden kühlen.

Abschluss

Abschluss

  • Ergebnis: ein Niçoiser Brotfladen mit dicker heller Zwiebelauflage, salzigen Anchovis, schwarzen Oliven und vollständig gebackenem Unterboden.
  • Entscheidende Technik: die Zwiebeln lange weich und trocken genug für den Teig garen und anschließend nur so lange backen, bis Boden und Ränder fertig sind.