Cotriade bretonne – Lorienter Fischtopf mit Kartoffeln und Vinaigrette
Die Cotriade gehört zur Fischerküche der südlichen Bretagne; für diese Fassung bildet Lorient den regionalen Rahmen. Sie ist kein cremig gebundener Fischeintopf und keine Bouillabaisse, sondern ein leichter Topf aus Fangfisch, Kartoffeln, Zwiebeln, Weißwein und Butter. Die Brühe bleibt bewusst schlank, damit die unterschiedlichen Fischarten erkennbar bleiben. Demi-sel-Butter, hier als leicht gesalzene Butter verwendet, rundet die Brühe ab, ohne sie zu einer Sahnesuppe zu machen.
Entscheidend ist die Reihenfolge der Fische. Seeteufel ist am festesten und kommt zuerst in den Topf. Seelachs und Seehecht folgen, die Makrele erst ganz zum Schluss. So können die 5 cm großen Stücke bis auf sichere 63 °C kommen, ohne dass die zarteren Filets zerfallen. Die Kartoffeln werden vorher fast gar gekocht; beim Fischgaren darf die Flüssigkeit nur leicht simmern und nicht sprudelnd kochen.
Die Vinaigrette wird nicht in den Topf gerührt, sondern separat gereicht. Olivenöl, Weißweinessig, Schalotte und Schnittlauch bringen Säure und Frische an Fisch und Kartoffeln. Der Wein köchelt rund 20 Minuten mit der Kartoffelbasis, dennoch darf nicht behauptet werden, der Alkohol sei vollständig verschwunden. Beim Servieren gehören Brühe und feste Bestandteile zusammen in die Schale; die Vinaigrette wird nach Geschmack in kleiner Menge darübergelöffelt.


