Französische Nationalgerichte

Lamproie à la bordelaise

Ein Bordeaux-Gericht aus professionell vorbereiteter Lamprete, die mit rotem Bordeauxwein, Lauch und Aromaten geschmort wird; die dunkle Sauce wird zum Schluss mit lebensmitteltauglichem Lampretenblut gebunden.

Französische Nationalgerichte
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Lamproie à la bordelaise — auf einem Teller angerichtet
Vorbereitung 35 Minuten
Garzeit 135 Minuten
Gesamtzeit 350 Minuten
Ergibt 6 Hauptgericht-Portionen mit etwa 900 g Sauce
Einordnung und Überblick

Lamproie à la bordelaise mit Bordeauxwein, Lauch und Lampretenblut

Lamproie à la bordelaise ist eine Zubereitung aus Bordeaux und der Gironde, bei der Lamprete in Rotwein mit Lauch und Aromaten geschmort wird. Das Lampretenblut gehört zur charakteristischen Saucenstruktur und ist hier kein austauschbares historisches Detail. Wird es weggelassen oder durch Stärke beziehungsweise anderes Blut ersetzt, entspricht das Ergebnis nicht mehr derselben Zubereitung unter unverändertem Namen.

Die Beschaffung ist deshalb Teil der sicheren Ausführung. Die Lamprete muss rechtmäßig bezogen, gewerblich getötet und von einem lizenzierten Fischhändler professionell küchenfertig vorbereitet worden sein. Kopf, Innereien, Schleim und dorsaler Knorpel sind bereits entfernt. Das für die Sauce bestimmte Blut muss separat, verschlossen, gekühlt und ausdrücklich als Lebensmittel geliefert werden. Häusliches Ausbluten, Häuten, Ausnehmen oder Verarbeiten wild gefangener Lampreten gehört nicht zu diesem Rezept.

Technisch bleibt die Garung ruhig. Die Fischstücke marinieren kalt in einem Teil des Bordeauxweins, während das Blut separat bei höchstens 4 °C gekühlt bleibt. Gemüse und Schinken werden sanft angeschwitzt, der Wein wird vor der Zugabe des Fisches deutlich reduziert und die Lamprete anschließend leise geschmort, bis das dickste Stück mindestens 63 °C erreicht und zart ist. Das gekühlte Blut wird erst am Ende mit heißer Sauce temperiert und bei sehr niedriger Hitze eingerührt, damit die Proteine die Sauce binden, ohne auszukocken.

Gelingen auf den Punkt gebracht

Gelingen auf den Punkt gebracht

  • Professionell vorbereitete Lamprete und rechtmäßig geliefertes lebensmitteltaugliches Lampretenblut sind Voraussetzungen, keine optionalen Abkürzungen.
  • Den Wein vor der Lamprete reduzieren, damit die Sauce konzentriert wird, ohne den Fisch unnötig lange zu garen.
  • Das Blut schrittweise temperieren und nach der Zugabe nicht sprudelnd kochen.
Zutaten

Zutaten

Lamprete und Marinade

  • 1000 g gewerblich getötete und professionell gereinigte Lampretenstücke — Kopf, Innereien, Schleim und dorsaler Knorpel bereits vom lizenzierten Fischhändler entfernt; für die Berechnung etwa 900 g essbarer Fisch nach letztem Verschnitt
  • 750 ml trockener roter Bordeauxwein — 300 ml für die kalte Marinade, 450 ml für den Schmortopf
  • 80 g lebensmitteltaugliches Lampretenblut — vom lizenzierten Fischhändler verschlossen und gekühlt geliefert und entsprechend lokalem Recht für die Küche stabilisiert

Sauce

  • 600 g Lauch — weiße und hellgrüne Teile in 5 cm langen Stücken
  • 150 g Zwiebel — in Scheiben
  • 100 g Möhre — in Scheiben
  • 10 g Knoblauch — zerdrückt
  • 100 g gepökelter Schinken — in kleine Lardons geschnitten
  • 30 g Weizenmehl
  • 30 g Olivenöl
  • 150 ml ungesalzener Fischfond
  • 4 g feines Salz
Zubereitung

Zubereitung

Gewerbliche Vorbereitung und Marinieren

  1. Lieferzustand prüfen. In etwa 5 Minuten prüfen, ob die Lamprete rechtmäßig bezogen, gewerblich getötet, professionell gereinigt und als küchenfertige Stücke geliefert wurde und ob das lebensmitteltaugliche Blut separat, verschlossen, gekühlt und als Lebensmittel gekennzeichnet ist. Fehlt eine rechtmäßige Dokumentation für Fisch oder Blut, nicht improvisieren und die Zubereitung nicht fortsetzen.

  2. Kalt marinieren. Die vorbereiteten Lampretenstücke mit 300 ml Rotwein in einer abgedeckten, nicht reaktiven Form 180 Minuten bei 4 °C oder darunter marinieren. Die Stücke sollen gleichmäßig mit Wein benetzt und die ganze Zeit vollständig gekühlt bleiben. Den verschlossenen Blutbehälter separat ebenfalls bei 4 °C oder darunter aufbewahren.

  3. Abtropfen und Gemüse vorbereiten. Die Lamprete im Sieb abtropfen lassen und den Marinadenwein vollständig auffangen. Lauch, Zwiebel, Möhre und Knoblauch auf einem sauberen Brett vorbereiten. Etwa 15 Minuten einplanen. Die Gemüsestücke sollen gleichmäßig sein; die Marinade bleibt für die Garung reserviert.

Schmoren und Sauce binden

  1. Aromaten anschwitzen. 100 g gepökelten Schinken, 600 g Lauch, 150 g Zwiebel, 100 g Möhre und 10 g Knoblauch in 30 g Olivenöl 20 Minuten bei mittlerer bis niedriger Hitze weich werden lassen, ohne stark zu bräunen. In der letzten Minute 30 g Mehl einrühren. Der Lauch soll weich und glänzend sein, das Mehl nicht mehr roh-pudrig wirken und nichts darf anbrennen.

  2. Wein reduzieren. Die reservierten 300 ml Marinade und die übrigen 450 ml Bordeauxwein zugeben und 30 Minuten bei mittlerem bis niedrigem Köcheln reduzieren. Die Flüssigkeit soll sichtbar eingekocht sein und weniger scharf alkoholisch riechen. Der Wein wird konzentriert; Restalkohol kann trotzdem verbleiben.

  3. Lamprete schmoren. 150 ml ungesalzenen Fischfond und die Lampretenstücke zugeben, abdecken und 75 Minuten bei sehr sanftem Köcheln schmoren. Das dickste Stück muss mit einem sauberen Lebensmittelthermometer mindestens 63 °C erreichen und soll zart sein, ohne zu zerfallen. Vorsicht vor heißer Sauce und glatter Fischhaut.

  4. Blut temperieren und einarbeiten. Die 80 g gekühltes Lampretenblut in einer kleinen Schüssel mit mehreren Löffeln heißer Sauce nach und nach temperieren. Anschließend unter ständigem Rühren in den Schmortopf geben und 10 Minuten bei sehr niedriger Hitze erhitzen, ohne sprudelnd zu kochen. Die Sauce soll den Löffel überziehen, dunkel und homogen sein und keine geronnenen Blutpartikel zeigen. Das Blut bis zu diesem Schritt gekühlt halten und in der heißen Sauce vollständig erhitzen.

  5. Fertigstellen. Erst nach vollständigem Garen der Blutbindung abschmecken, die 4 g Salz einarbeiten und vor dem Servieren verbliebene große Knorpelstücke entfernen. Etwa 5 Minuten einplanen. Die Sauce soll dunkel, glänzend und geschlossen sein. Vor dem Garen des Bluts die Sauce nicht probieren.

Servieren und Planung

Praxis

Servieren und Planung

Heiß mit reichlich lauchreicher Sauce servieren. Brot oder Kartoffeln können separat angeboten werden, gehören aber nicht zur angegebenen Nährwertbasis.

Servieren und Planung

Die Wein-Gemüse-Basis kann früher am selben Tag vorbereitet werden. Lamprete und Blut bis zur Schmorphase getrennt gekühlt halten.

Servieren und Planung

Für das Lampretenblut gibt es unter dem unveränderten Namen Lamproie à la bordelaise keinen freigegebenen Ersatz. Ist lebensmitteltaugliches Blut rechtlich nicht verfügbar, die Zubereitung nicht unter demselben Namen mit einem anderen Bindemittel fortsetzen.

Aufbewahren

Reste rasch abkühlen und innerhalb von 2 Stunden in flachen, abgedeckten Behältern kühlen. Im Kühlschrank höchstens 2 Tage aufbewahren.

Aufwärmen

Sehr sanft und unter häufigem Rühren bis dampfend heiß erwärmen. Starkes Kochen kann die mit Blut gebundene Sauce trennen.

Einfrieren

Wegen der Saucenstruktur nicht empfohlen.

Ersatzmöglichkeiten

Für Lampretenblut ist unter dem unveränderten Gerichtsname kein Ersatz vorgesehen.

Ersatzmöglichkeiten

Wenn rechtmäßig geliefertes lebensmitteltaugliches Lampretenblut nicht verfügbar ist, kein anderes Blut, keine Stärke und kein anderes Bindemittel verwenden und das Ergebnis trotzdem Lamproie à la bordelaise nennen.

Fehlerbehebung

Fehlerbehebung

  • Kleine Gerinnsel in der SauceDas Blut wurde zu heiß zugegeben oder danach gekocht – langsam mit heißer Sauce temperieren und den Abschluss unterhalb eines kräftigen Siedens halten.
  • Fischstücke zerfallenDie Schmortemperatur war zu hoch – nur sehr sanft köcheln lassen.
  • Sauce schmeckt scharf alkoholischDie Reduktionsphase war zu kurz – die vollen 30 Minuten vor der Fischzugabe einhalten.
Nährwerte pro Portion

Nährwerte pro Portion

  • Portionsgröße1 von 6 Portionen mit etwa 150 g essbarer Lamprete und einem Sechstel der abgemessenen Sauce
  • Kalorien552 kcal
  • Kohlenhydrate23,2 g
  • Protein36,8 g
  • Fett33,4 g
  • Ballaststoffe2,9 g
  • Natrium647 mg
Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene: Fisch, Gluten und Sulfite. Gepökelter Schinken kann je nach Hersteller weitere Allergene enthalten; Etikett prüfen.

Sicherheit: Nur rechtmäßig bezogene, gewerblich getötete und professionell gereinigte Lamprete verwenden.

Sicherheit: Für dieses Rezept niemals wild gefangene Lamprete zu Hause ausbluten, häuten, ausnehmen oder anderweitig verarbeiten.

Sicherheit: Das lebensmitteltaugliche Blut bis zum finalen Garen bei 4 °C oder darunter aufbewahren.

Sicherheit: Das dickste Fischstück muss mindestens 63 °C erreichen.

Sicherheit: Rotwein enthält Sulfite; nach dem Kochen kann Alkohol zurückbleiben.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Kann das Blut selbst gewonnen werden?

Nein. Verwendet werden ausschließlich professionell vorbereitete Lamprete und lebensmitteltaugliches Blut aus einem rechtmäßigen Lebensmittelbetrieb.

Warum darf die Sauce nach der Blutzugabe nicht kräftig kochen?

Starke Hitze kann die Blutproteine ausflocken lassen und die glatte Bindung zerstören.

Abschluss

Abschluss

  • Ergebnis: Eine Bordeaux-Lamprete in dunkler Rotwein-Lauch-Sauce, deren charakteristische Bindung mit rechtmäßig geliefertem lebensmitteltauglichem Lampretenblut erfolgt.
  • Entscheidende Technik: Fisch und Blut professionell beschaffen, streng gekühlt halten und die Blutbindung am Ende sanft temperieren.