Französische Nationalgerichte

Homard à l’armoricaine

Vorbereitete Hummerstücke garen in einer leichten Sauce aus Tomate, reduziertem Weißwein, Cognac und Schalotte und werden mit kalter Butter vollendet, ohne Flambieren und ohne das Hummerfleisch zu übergaren.

Französische Nationalgerichte
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Homard à l’armoricaine — auf einem Teller angerichtet
Vorbereitungszeit 22 Minuten
Garzeit 46 Minuten
Gesamtzeit 68 Minuten
Ergibt 4 angerichtete Hummerportionen mit etwa 650 ml Sauce
Einführung und Überblick

Homard à l’armoricaine mit Tomate, Weißwein und Cognac

Homard à l’armoricaine, historisch auch als homard à l’américaine bezeichnet, ist eine französische Hummerzubereitung, bei der Stücke mit Schale in einer Sauce aus Tomate, trockenem Weißwein, Cognac und Aromaten fertig garen. Die Sauce soll nach Hummer und reduziertem Wein schmecken und flüssig genug bleiben, um das Fleisch zu umgeben. Sie ist weder eine Hummersuppe noch eine dicke Tomatensauce für Pasta.

Verwendet wird ein bereits fachgerecht getöteter, handelsüblicher Hummer. Damit bleibt die Zubereitung auf das sichere Garen beschränkt und enthält keine Anleitung zum Töten eines lebenden Tieres. Kurzes Anbraten färbt die Schalen und entwickelt Röstaromen. Danach werden die Hummerstücke herausgenommen, während Schalotten, Cognac, Wein, Tomaten und Fond nacheinander reduziert werden.

Flambieren ist hier nicht nötig. Cognac wird bei vom offenen Feuer weggezogener Pfanne zugegeben und anschließend zusammen mit dem Wein normal reduziert. Das vermeidet unnötige Brandgefahr und konzentriert die Sauce ebenso zuverlässig. Durch das Kochen sinkt der Alkoholgehalt, vollständiges Verdampfen ist jedoch nicht garantiert; das fertige Gericht enthält deshalb weiterhin Alkohol.

Hummerfleisch wird bei zu langer Hitze schnell fest. Die abgedeckte Endgarung bleibt kurz, und jedes Stück wird herausgenommen, sobald das dickste essbare Fleisch 63 °C erreicht und perlmuttartig und undurchsichtig aussieht. Muss die Sauce danach noch stärker einkochen, geschieht dies ohne Hummer. Erst zum Schluss wird kalte Butter abseits der Hitze eingerührt, sodass eine dünne, glänzende Sauce entsteht.

Erfolgsfaktoren

Erfolgsfaktoren

  • Ausschließlich bereits fachgerecht getöteten Hummer oder rückverfolgbare rohe Hummerstücke verwenden; das Rezept umfasst kein Töten lebender Tiere.
  • Cognac und Wein vor Tomaten und Fond reduzieren und auf Flambieren verzichten.
  • Hummerstücke herausnehmen, sobald das dickste Fleisch 63 °C erreicht, damit es zart bleibt.
Zutaten

Zutaten

Hummer

  • 1400 g ganzer roher Hummer, bereits fachgerecht getötet, gekühlt und in Scheren-, Gelenk- und Schwanzstücke zerlegt — nach dem Entfernen der Schalen etwa 350 g gegartes essbares Hummerfleisch
  • 30 g Olivenöl, zum kontrollierten Anbraten

Armoricaine-Sauce

  • 80 g Schalotten, fein gehackt
  • 10 g Knoblauch, fein gehackt
  • 400 g reife Tomaten, nach Wunsch geschält, entkernt und gehackt
  • 20 g Tomatenmark, konzentriert
  • 250 ml trockener Weißwein, etwa 12–13 % Alkohol
  • 60 ml Cognac, etwa 40 % Alkohol
  • 200 ml ungesalzener Fisch- oder Krustentierfond, abgemessen
  • 30 g ungesalzene Butter, kalt und gewürfelt, zum Fertigstellen
  • 3 g frischer Thymian, Blättchen abgezupft
  • 1 L orbeerblatt, ganz
  • 10 g glatte Petersilie, gehackt
  • 1 g Cayennepfeffer, abgemessen
  • 1 g schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • 2 g feines Salz, abgemessen
Zubereitung

Zubereitung

Zubereitung

  1. Hummer sicher vorbereiten. Ausschließlich bereits fachgerecht getöteten Hummer verwenden. Schwanz- und Scherenabschnitte in handhabbare Stücke teilen und lose Schalensplitter entfernen. Die Stücke sollen sauber getrennt und frei von losen Schalenscherben sein.

  2. Hummerstücke anbraten. Olivenöl bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen und Hummerstücke etwa 6 Minuten rundum anbraten. Die Schalen sollen stellenweise kräftig rot werden, ohne zu verbrennen; sichtbares Fleisch beginnt gerade eben undurchsichtig zu werden. Stücke auf ein Tablett legen.

  3. Aromatische Basis aufbauen. Hitze auf mittlere Stufe reduzieren, Schalotten 4 Minuten garen und Knoblauch anschließend 1 Minute mitgaren. Schalotten sollen weich und glasig sein und höchstens leicht Farbe nehmen.

  4. Wein und Cognac reduzieren. Pfanne von offener Flamme wegziehen, Cognac zugeben, wieder auf mittlere Hitze stellen und Weißwein einfüllen. Etwa 12 Minuten köcheln lassen. Die Flüssigkeit soll auf ungefähr ein Drittel des Ausgangsvolumens reduziert sein und deutlich weniger scharf nach Alkohol riechen. Nicht flambieren.

  5. Sauce entwickeln. Tomaten, Tomatenmark, 200 ml Fond, Thymian, Lorbeer, Cayennepfeffer, schwarzen Pfeffer und Salz zugeben und 10 Minuten köcheln lassen. Die Tomaten sollen weich sein und die Sauce einen Löffel leicht überziehen, dabei aber noch flüssig genug bleiben, um den Hummer darin fertig zu garen.

  6. Hummer in der Sauce fertig garen. Hummerstücke zurück in die Pfanne geben, mit Sauce überziehen, abdecken und etwa 8 Minuten garen. Das Fleisch soll perlmuttartig und undurchsichtig sein und an der dicksten Stelle 63 °C erreichen. Jedes Stück beim Erreichen der Temperatur herausnehmen.

  7. Sauce fertigstellen. Ist die Sauce noch zu dünn, ohne Hummer bis zu 5 Minuten weiter einkochen. Pfanne vom Herd nehmen und kalte Butter sowie Petersilie etwa 2 Minuten einrühren. Die Sauce soll den Löffelrücken in einer dünnen glänzenden Schicht überziehen und nicht fettig wirken.

Servieren

Praxis

Servieren

Pro Person einen Anteil Hummerstücke in eine vorgewärmte flache Schale geben und die glänzende Sauce darüber und darum verteilen. Eine separate Schale für abgelegte Schalen bereitstellen. Brot kann dazu gereicht werden, gehört jedoch weder zur Rezeptmenge noch zur Nährwertberechnung.

Aufbewahrung und Aufwärmen

Hummer schmeckt direkt nach dem Garen am besten. Bleiben Reste, essbares Fleisch aus den Schalen lösen, Fleisch und Sauce zügig abkühlen und innerhalb von 2 Stunden bei 4 °C oder kälter in den Kühlschrank stellen; höchstens 2 Tage lagern. Sauce schonend erhitzen und das Hummerfleisch nur so lange darin erwärmen, bis 74 °C erreicht sind. Wiederholtes Aufwärmen macht das Fleisch schnell fest.

Vorbereitung und Alternativen

Die Tomaten-Wein-Basis kann einige Stunden im Voraus bis einschließlich der ersten Reduktion vorbereitet, rasch abgekühlt und gekühlt gelagert werden. Vor dem Zugeben des Hummers wieder erhitzen. Hummer nicht nur aus Bequemlichkeit vorab garen. Nach dem Kochen kann Alkohol zurückbleiben; das Gericht darf deshalb nicht als alkoholfrei bezeichnet werden.

Nährwerte pro Portion

Nährwerte pro Portion

  • Portionsgrößeetwa 90 g essbares Hummerfleisch plus Sauce
  • Kalorien285 kcal
  • Kohlenhydrate12 g
  • Eiweiß25 g
  • Fett14 g
  • Ballaststoffe3 g
  • Natrium620 mg
Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Krebstiere aus dem Hummer, Milch aus Butter und Sulfite aus dem Wein sowie je nach Produktkennzeichnung möglicherweise aus Cognac. Rohe Hummerstücke bei 4 °C oder kälter halten, Verletzungen durch scharfe Schalen vermeiden, das dickste Hummerfleisch auf 63 °C garen, Reste innerhalb von 2 Stunden kühlen und beim Aufwärmen auf 74 °C bringen. Alkohol wird reduziert, verdampft aber nicht garantiert vollständig.

Abschluss

Abschluss

  • Ergebnis: Hummerstücke bleiben deutlich erkennbar und zart in einer leichten Tomaten-Wein-Cognac-Sauce, die mit Butter dünn und glänzend vollendet wird.
  • Entscheidende Technik: Hummer beim Erreichen von 63 °C aus der Sauce nehmen und jede weitere Reduktion ohne das Fleisch durchführen.