Endives au jambon: nordfranzösischer Endivien-Gratin mit Kochschinken
Endives au jambon gehören in Nordfrankreich zur Tradition des chicon gratin. Der Auflauf wird aus ganzen gegarten Endivien aufgebaut und nicht aus zerkleinerten Blättern. Jeder weiche Kopf wird in eine Scheibe gekochten Schinken gewickelt und in einer Lage unter Béchamel und geriebenem Käse angeordnet. Der Kontrast ist zurückhaltend, aber eindeutig: leichte Bitterkeit der Endivie, würziger Schinken, milchige weiße Sauce und gebräunter Käse bleiben jeweils erkennbar.
Das wichtigste technische Thema ist Wasser. Endivien speichern nach dem Garen überraschend viel Flüssigkeit. Kommen sie direkt aus dem Topf in die Auflaufform, läuft diese Flüssigkeit in die Béchamel und macht aus einer haftenden Sauce eine dünne Brühe. Die 15 Minuten Abtropfzeit mit anschließendem sanften Ausdrücken gehören deshalb zum Rezept und sind kein optionaler Reinigungsschritt. Die Köpfe sollen nicht mehr tropfen, aber ganz genug bleiben, um in Schinken eingewickelt zu werden.
Die Béchamel ist bewusst genau bemessen: gleiche Gewichte Butter und Mehl, anschließend 600 ml warme Milch. Sie wird auf dem Herd gekocht, bis sie einen Löffelrücken überzieht, bevor der Auflauf zusammengesetzt wird. Im Ofen soll der Käse bräunen und die Sauce blubbern; der Sicherheitsendpunkt ist jedoch die Mitte des zusammengesetzten Gerichts bei 74 °C. Danach lässt eine zehnminütige Ruhezeit die Sauce wieder etwas um jede Rolle anziehen, sodass sauberer portioniert werden kann.


