Cabri en sauce nach Martinique-Art (Ziegenragout)
Cabri en sauce wird hier als französisch-antillanisches Ziegenragout mit Martinique-Profil verstanden und klar von der massalé-Würzung Réunions getrennt. Ziegenschulter mit Knochen wird mit Rotwein, Limette, Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Chili, Piment und Nelke mariniert. Danach wird das Fleisch trockengetupft und kräftig angebräunt, bevor die Marinade in die Schmorflüssigkeit übergeht. Die fertige Soße soll würzig und leicht gebunden sein, nicht die Struktur eines Currys aus Gewürzpulver haben.
Die sechsstündige Marinade ist zugleich Würzung und spätere Kochflüssigkeit. Sobald sie rohes Ziegenfleisch berührt, bleibt sie bei 4 °C oder darunter. Vor dem Anbraten wird das Fleisch gut abgetropft und trockengetupft; so bräunt es tatsächlich, statt im eigenen Wasser zu dämpfen. Die zurückbehaltene Marinade gilt weiterhin als rohe Fleischflüssigkeit und muss im Topf vollständig aufgekocht werden, bevor zusätzliches Wasser dazukommt.
Ziegenschulter wird durch Zeit und feuchte Hitze zart, nicht durch ein schnelles Erreichen einer einzelnen Kerntemperatur. Nach Aufbau der Soße schmort das Fleisch ungefähr 95 Minuten leise, bis eine Gabel leicht eindringt und sich das Fleisch nahe am Knochen ohne federnden Widerstand löst. Die Garung liegt weit über dem Mindestwert für ein ganzes Stück Ziegenfleisch. Eine kurze offene Reduktion zum Schluss lässt die Soße am Fleisch haften.


