Bouillon d’awara – Awara-Schmortopf aus Französisch-Guayana
Bouillon d’awara gehört zur kreolischen Esskultur Französisch-Guayanas und wird besonders mit gemeinschaftlichen Mahlzeiten rund um Ostern verbunden. Trotz des Wortes bouillon ist das fertige Gericht keine dünne Brühe. Vorbereitetes Fruchtfleisch der Awara-Palme wird mit heißem Wasser über Stunden langsam eingekocht, bis eine dichte, glänzende Basis entsteht, die Fleisch, Fisch, Gemüse und deren Garflüssigkeit zusammenhält.
Der Klippfisch wird vor dem eigentlichen Kochen 12 Stunden kalt entsalzt. Dafür werden insgesamt 12000 ml Wasser verwendet: zunächst 3000 ml, anschließend drei vollständige Wechsel mit jeweils frischen 3000 ml. Parallel dazu wird die Awara-Basis drei Stunden lang reduziert. Schweinebauch wird separat gebräunt, bevor Schwein, Hähnchen, Zwiebel, Knoblauch, Thymian, eine ganze Scotch-Bonnet-Chili und 10 g Salz für weitere zwei Stunden in den Topf kommen.
Die spätere Staffelung schützt die empfindlicheren Zutaten. Kohl, grüne Bohnen, Aubergine, Gurke und entsalzter Klippfisch kommen erst für 45 Minuten dazu; die Garnelen erst für die letzten 8 Minuten. Hähnchen muss 74 °C, Klippfisch und Garnelen jeweils 63 °C erreichen. Die Scotch-Bonnet-Chili bleibt ganz, damit sie Aroma abgibt, ohne den Topf durch zerplatzte Stücke unkontrolliert zu schärfen. Nach dem Kochen ruht der dichte Eintopf 12 Minuten vom Herd, damit er sich sauber portionieren lässt.


