Französische Nationalgerichte

Bœuf bourguignon

Ein langsam geschmortes Rindfleischgericht aus Burgund mit 24-stündiger Rotweinmarinade, kräftig angebratenem Schmorfleisch, Speckwürfeln und separat glasierten Perlzwiebeln. Die Sauce wird erst am Ende reduziert, damit sie das zarte Fleisch dünn überzieht, ohne es auszutrocknen.

Französische Nationalgerichte
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Bœuf bourguignon — in einer Schüssel angerichtet
Vorbereitung 45 Minuten
Garzeit 230 Minuten
Gesamtzeit 1715 Minuten
Ergibt 6 Hauptgericht-Portionen
Über dieses Gericht

Bœuf bourguignon – Rinderschmorgericht aus Burgund mit Rotwein

Bœuf bourguignon ist eng mit Burgund verbunden und lebt weniger von starker Hitze als von Zeit und sauber ausgeführten Einzelschritten. Ein kollagenreiches Stück aus Rinderschulter oder Rinderblatt wird mit Rotwein, Zwiebel, Karotte, Knoblauch und Kräutern 24 Stunden kalt mariniert. Danach das Fleisch gründlich abtropfen lassen und trocken tupfen. Dieser Schritt ist entscheidend: Feuchte Stücke dämpfen, trockene Stücke können eine kräftige Bräunung entwickeln, die später der Sauce Tiefe gibt.

Das zugedeckte Schmoren bei 160 °C soll nicht nur das Fleisch erhitzen, sondern das Bindegewebe so weit lösen, dass ein Stück einer Gabel ohne federnden Widerstand nachgibt. Eine kleine Menge Mehl bindet die Flüssigkeit, doch die eigentliche Konzentration entsteht erst nach dem Schmoren durch Reduktion. Die Speckwürfel liefern Fett und Würze, während die Perlzwiebeln separat in Butter und etwas Schmorsud gegart werden. So bleiben sie ganz, glänzend und süßlich, statt im langen Schmorprozess zu zerfallen.

Rotwein ist ein wesentlicher Bestandteil des Gerichts. Durch langes Kochen wird Alkohol reduziert, dennoch ist eine vollständige Alkoholfreiheit nicht zu behaupten. Für die Zeitplanung zählt die gesamte 24-stündige Kühlmarinade. Das Gericht eignet sich gut zum Vorbereiten: Nach raschem Abkühlen kann es über Nacht gekühlt werden, wodurch sich überschüssiges Fett am nächsten Tag leichter von der Oberfläche entfernen lässt.

Erfolgsfaktoren

Erfolgsfaktoren

  • Mariniertes Fleisch vor dem Anbraten sehr gründlich trocken tupfen.
  • Die drei Fleischportionen nicht gleichzeitig in den Topf geben.
  • Die Zartheit mit der Gabel beurteilen und nicht nur nach der Uhr arbeiten.
  • Die Sauce erst reduzieren, wenn das Rindfleisch bereits weich ist.
Zutaten

Zutaten

Fleisch und Marinade

  • 1500 g Rinderschulter oder Rinderblatt, in 5 cm große Stücke geschnitten
  • 750 ml trockener Rotwein nach Burgunder Art
  • 200 g gelbe Zwiebel, in Scheiben
  • 100 g Karotte, in Scheiben
  • 20 g Knoblauch, leicht angedrückt
  • 6 g frischer Thymian
  • 2 L orbeerblätter

Schmorsud und Garnitur

  • 200 g geräucherte Speckwürfel
  • 25 ml neutrales Pflanzenöl
  • 30 g Weizenmehl
  • 300 ml ungesalzener Rinderfond, heiß
  • 300 g Perlzwiebeln, geschält
  • 30 g ungesalzene Butter
  • 8 g feines Salz
  • 2 g schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
Zubereitung

Zubereitung

Marinieren und vorbereiten

  1. Rindfleisch kalt marinieren. Fleisch mit Rotwein, Zwiebel, Karotte, Knoblauch, Thymian und Lorbeer in eine nicht reaktive Schüssel geben, abdecken und 24 Stunden bei 4 °C oder darunter marinieren. Das Fleisch vollständig mit Flüssigkeit bedecken oder einmal wenden, damit alle Flächen Kontakt mit dem Wein haben. Rohes Rindfleisch während der gesamten Zeit gekühlt halten.

  2. Abtropfen und gründlich trocknen. Fleisch abseihen, Marinade und Aromaten getrennt auffangen und die Fleischstücke trocken tupfen. Etwa 20 Minuten einplanen. Weiterarbeiten, sobald keine sichtbaren Flüssigkeitstropfen mehr auf der Oberfläche stehen. Die Marinade wird im Schmortopf vollständig erhitzt und darf nicht roh weiterverwendet werden.

Anbraten und schmoren

  1. Speck auslassen. Speckwürfel im großen Schmortopf bei mittlerer Hitze etwa 6 Minuten leicht bräunen, bis Fett austritt und die Stücke Farbe annehmen. Danach kurz herausnehmen.

  2. Fleisch in drei Durchgängen bräunen. Öl zum ausgelassenen Speckfett geben und das Rindfleisch in drei nicht überfüllten Portionen bei mittlerer bis hoher Hitze insgesamt etwa 18 Minuten kräftig an zwei breiten Seiten bräunen. Danach alles wieder in den Topf geben.

  3. Aromaten anschwitzen. Abgetropfte Zwiebel, Karotte und Knoblauch im selben Topf bei mittlerer Hitze etwa 6 Minuten garen, bis die Zwiebel weich wird und sich die gebräunten Rückstände am Boden zu lösen beginnen.

  4. Schmorsud aufbauen. Mehl einstreuen und 1 Minute rühren. Aufgefangene Marinade und heißen Rinderfond zugießen, 8 g Salz und 2 g Pfeffer einrühren und bei mittlerer bis hoher Hitze zum gleichmäßigen Köcheln bringen. Insgesamt etwa 5 Minuten arbeiten, bis keine trockenen Mehlstellen mehr vorhanden sind.

  5. Zugedeckt schmoren. Topf abdecken und das Fleisch 165 Minuten bei 160 °C im Ofen schmoren. Fertig ist es, wenn ein Stück einer Gabel leicht nachgibt, ohne zurückzufedern. Die Flüssigkeit muss während des Schmorens heiß bleiben; die Farbe allein ist kein Sicherheitskriterium.

  6. Perlzwiebeln glasieren. Perlzwiebeln mit 30 g Butter und einem Löffel Schmorsud in einer breiten Pfanne bei mittlerer bis niedriger Hitze etwa 15 Minuten garen, bis sie bis zur Mitte weich und mit einer glänzenden Schicht überzogen sind.

  7. Sauce reduzieren. Schmorsud nach Wunsch abseihen, überschüssiges Oberflächenfett entfernen und die Flüssigkeit bei mittlerer Hitze etwa 15 Minuten reduzieren. Rindfleisch, Speck und Perlzwiebeln wieder zugeben, sobald die Sauce den Rücken eines Löffels dünn überzieht, statt so dünn wie Wein abzulaufen.

Praktische Hinweise

Praxis

Servieren

Sehr heiß mit Perlzwiebeln und so viel Sauce servieren, dass das Fleisch gut überzogen ist. Salzkartoffeln oder Butterbandnudeln passen dazu, sind jedoch nicht in der Nährwertberechnung enthalten.

Vorbereitung

Das Gericht kann einen Tag im Voraus vollständig gegart, zügig abgekühlt und gekühlt werden. Am nächsten Tag lässt sich fest gewordenes Oberflächenfett leichter entfernen; anschließend sanft erhitzen.

Aufbewahren und Aufwärmen

Reste zügig abkühlen, bei 4 °C oder darunter höchstens 3 Tage im Kühlschrank lagern und vor dem Servieren wieder auf 74 °C erhitzen.

Geeignete Ersetzungen

- Burgunder Rotwein: Ein trockener Pinot Noir aus einer anderen Region erfüllt eine ähnliche Kochfunktion. Das Gericht bleibt ein Rotwein-Rinderschmorgericht, sollte dann aber nicht als mit Burgunder Wein zubereitet beschrieben werden. - Rinderschulter oder Rinderblatt: Ein anderes kollagenreiches Schmorfleischstück ist möglich. Magere Kurzbratstücke trocknen aus, bevor die Sauce ausreichend entwickelt ist.

Fehlerbehebung

Fehlerbehebung

  • Das Fleisch bleibt blassDie Stücke waren zu feucht oder der Topf war überfüllt. Fleisch trockener tupfen und kleinere Portionen anbraten.
  • Das Fleisch bleibt zähDas Kollagen ist noch nicht weit genug abgebaut. Topf wieder abdecken und länger schmoren.
  • Die Sauce bleibt dünnDie Reduktion wurde zu früh beendet; Fleisch herausnehmen und die Flüssigkeit weiter reduzieren, bevor alles wieder zusammengeführt wird.
Nährwerte pro Portion

Nährwerte pro Portion

  • Portionsgröße1 Hauptgericht-Portion
  • Kalorien790 kcal
  • Kohlenhydrate23 g
  • Eiweiß57 g
  • Fett45 g
  • Ballaststoffe3 g
  • Natrium1050 mg
Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene: Weizen/Gluten aus dem Mehl, Sulfite aus dem Rotwein, Milch aus der Butter.

Rohes Rindfleisch während der Marinade bei 4 °C oder darunter halten.

Die Marinade, die mit rohem Fleisch in Kontakt war, muss als Teil des Schmorgerichts vollständig erhitzt werden.

Reste zügig abkühlen, bei 4 °C oder darunter lagern und vor dem Essen auf 74 °C erhitzen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Kann die 24-stündige Marinade ausgelassen werden?

Dann ändern sich Zeitplan und Geschmacksaufbau. In dieser Zubereitung gehört die volle kalte Marinierzeit zur Methode und ist in der Gesamtzeit enthalten.

Warum werden die Perlzwiebeln separat gegart?

So werden sie weich und glänzend, ohne während des langen Schmorens zu zerfallen.

Abschluss

Abschluss

  • Ergebnis: Gabelzartes Rindfleisch in einer konzentrierten Rotweinsauce mit rauchigem Speck und ganzen, glänzenden Perlzwiebeln.
  • Entscheidende Technik: Trockenes, portionsweises Anbraten und anschließendes zugedecktes Schmoren bei 160 °C bestimmen das Ergebnis.