Französische Nationalgerichte

Oreillettes

Sehr dünne, nach Orange duftende Teigblätter werden ruhen gelassen, auf etwa 2 mm ausgerollt, blasig und knusprig frittiert, abgekühlt und mit Puderzucker bestäubt.

Französische Nationalgerichte
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Oreillettes — in einer Servierschale angerichtet
Vorbereitung 45 Minuten
Garzeit 23 Minuten
Gesamtzeit 118 Minuten
Ergibt etwa 30 Oreillettes
Einführung und Überblick

Oreillettes nach Languedoc-Art mit Orangenschale und Zucker

Oreillettes gehören zu den zerbrechlichen frittierten Gebäcken Südfrankreichs: dünne, unregelmäßige Teigblätter, die im heißen Öl Blasen werfen und so knusprig ausbacken, dass sie brechen statt sich wie ein Krapfen zu biegen. Im Languedoc und benachbarten Gegenden erscheinen sie in festlicher Küche. Entscheidend für ihre Identität sind vor allem die geringe Teigdicke und das Frittieren, nicht eine dicke, angereicherte Krume.

Diese Zubereitung verwendet einen ungesäuerten Teig aus Mehl, Ei, Zucker und Butter, aromatisiert mit Orangenschale und einer kleinen Menge dunklem Rum. Der Rum dient als Aroma, nicht als Triebmittel; die kurze Frittierzeit rechtfertigt nicht die Behauptung, dass sämtlicher Alkohol verschwindet. Nach dem Mischen ruht der Teig 30 Minuten, damit er sich mit weniger Rückzug ausrollen lässt. Ziel sind etwa 2 mm dünne Blätter, leicht genug für Blasenbildung, aber stabil genug, um sie ins Öl zu heben.

Beim Frittieren ist Temperaturkontrolle entscheidend. Das Öl auf 175 °C halten, in kleinen Portionen arbeiten und jedes Stück nur so oft wenden wie nötig. Die Oreillettes sollen blassgolden, trocken wirkend und knusprig aus dem Öl kommen, ohne dicke teigige Stellen. Vor dem Bestäuben vollständig abkühlen lassen; Puderzucker auf warmem Gebäck schmilzt und fördert Weichwerden. Da das Frittieröl ein Garmedium ist und nicht vollständig verzehrt wird, wird für die Nährwerte nur eine begründete Ölaufnahme angesetzt.

Gelingpunkte

Gelingpunkte

  • Teig vor dem Ausrollen ruhen lassen, damit er sich sehr dünn ausrollen lässt, ohne stark zurückzufedern.
  • Die Teigdicke prüfen und nicht nur die Stückgröße; etwa 2 mm ergeben die gewünschte Knusprigkeit.
  • Das Öl zwischen den Chargen wieder auf 175 °C bringen und den Topf nicht überfüllen.
Zutaten

Zutaten

  • 500 g Weizenmehl
  • 4 g roße Schaleneier, insgesamt etwa 200 g essbarer Eiinhalt
  • 100 g Kristallzucker für den Teig
  • 80 g ungesalzene Butter, geschmolzen und leicht abgekühlt
  • 12 g fein abgeriebene Orangenschale
  • 45 ml dunkler Rum
  • 5 g feines Salz
  • 1500 ml neutrales Frittieröl; schätzungsweise etwa 90 g verbleiben in den abgetropften Oreillettes
  • 80 g Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung

Zubereitung

Zubereitung

  1. Teig mischen. Mehl, Eier, 100 g Zucker, geschmolzene Butter, Orangenschale, Rum und Salz in einer großen Schüssel zusammengeben und insgesamt etwa 15 Minuten einschließlich Mischen nur so lange kneten, bis ein zusammenhängender Teig entsteht. Der Teig soll glatt, geschlossen und fest genug sein, um sich ohne starkes Kleben ausrollen zu lassen.

  2. Teig ruhen lassen. Abdecken und 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen. Der Teig soll entspannt sein und sich ohne starkes Zurückfedern ausrollen lassen.

  3. Papierdünn ausrollen. Den Teig in handliche Portionen teilen, jeweils auf etwa 2 mm ausrollen und in grobe Rechtecke von etwa 8 × 12 cm schneiden; dafür etwa 30 Minuten einplanen. Die Blätter sollen ungefähr 2 mm dick und an den Rändern leicht durchscheinend sein. Finger vom Nudelholz und von der Klinge fernhalten.

  4. Öl erhitzen. Öl in einen tiefen schweren Topf gießen und bei mittlerer bis hoher Hitze in etwa 8 Minuten auf 175 °C erhitzen. Vor dem ersten Teigstück muss die Temperatur stabil 175 °C betragen. Heißes Öl niemals unbeaufsichtigt lassen.

  5. In kleinen Chargen frittieren. Das Öl bei 175 °C halten und die Teigblätter in etwa fünf Chargen jeweils rund 3 Minuten frittieren, insgesamt etwa 15 Minuten; einmal wenden und jede Charge gut abtropfen lassen. Jede Oreillette soll blasig, knusprig und blassgolden sein und keine rohen, teigigen Stellen zeigen. Eine lange Zange verwenden und Hände von heißem Öl und Dampf fernhalten.

  6. Abkühlen und zuckern. Die frittierten Stücke auf ein Gitter legen und 20 Minuten abkühlen lassen, erst dann mit 80 g Puderzucker bestäuben. Vor dem Bestäuben sollen sie kühl, knusprig und an der Oberfläche trocken sein.

Servieren und Aufbewahren

Praxis

Servieren und Aufbewahren

Oreillettes erst vollständig abgekühlt bei Raumtemperatur servieren. Der Reiz liegt im Kontrast zwischen sprödem, blasigem Teig und feiner Zuckerschicht; warmes Gebäck nicht abdecken. In einer kühlen, trockenen Küche vollständig ausgekühlt in einer luftdichten Dose etwa zwei Tage lagern. Aufwärmen ist nicht nötig und kann den Zucker klebrig machen.

Vorbereitung und Aromavarianten

Der Teig kann mehrere Stunden im Voraus gemischt und abgedeckt im Kühlschrank gelagert werden. Vor dem Ausrollen nur so weit temperieren, dass er wieder geschmeidig ist. Orangenblütenwasser kommt in anderen südfranzösischen Zubereitungen vor; der Wechsel von Rum zu einem anderen Aroma verändert jedoch das Geschmacksprofil und ergibt nicht automatisch dasselbe Gebäck.

Fehlerbehebung

Fehlerbehebung

  • Oreillettes werden dick und zähDer Teig wurde nicht dünn genug ausgerollt. Die Ruhezeit vollständig einhalten und vor dem Schneiden etwa 2 mm anstreben.
  • Die frittierten Stücke wirken fettigDie Öltemperatur ist zu stark gefallen. Weniger Stücke gleichzeitig frittieren und vor der nächsten Charge wieder 175 °C erreichen.
Nährwerte pro Portion

Nährwerte pro Portion

  • Portionsgröße3 Oreillettes aus einer Charge von etwa 30
  • Kalorien429 kcal
  • Kohlenhydrate56,6 g
  • Eiweiß7,8 g
  • Fett17,9 g
  • Ballaststoffe1,5 g
  • Natrium227 mg
Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene: Ei, Milch und Weizen/Gluten. Rohteig wegen ungekochtem Mehl und Ei nicht probieren. Heißes Öl bei 175 °C kann schwere Verbrennungen verursachen; einen tiefen stabilen Topf und lange Zange verwenden und Wasser vom Frittierbereich fernhalten. Der Rum wird nur kurz erhitzt, daher kann Alkohol zurückbleiben. Vor dem Lagern vollständig abkühlen lassen, damit eingeschlossener Dampf das Gebäck nicht aufweicht.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Sind Oreillettes dasselbe wie dicke Beignets?

Nein. Das prägende Ergebnis ist ein sehr dünnes, blasiges und knusprig frittiertes Blatt, nicht ein dicker, weicher oder mit Hefe gelockerter Krapfen.

Warum wird nicht das gesamte Frittieröl als verzehrt gerechnet?

Der größte Teil des Öls bleibt im Topf. Für die fertige Charge wird eine Aufnahme von etwa 90 g nach Frittieren und Abtropfen angesetzt; das ist realistischer, als das gesamte Frittiermedium als gegessen zu zählen.

Abschluss

Abschluss

  • Ergebnis: Die fertigen Oreillettes sind dünn, blasig und knusprig, duften nach Orange und tragen eine feine Zuckerschicht.
  • Entscheidende Technik: Den Teig ruhen lassen, auf etwa 2 mm ausrollen und das Frittieröl konstant bei 175 °C halten.