Crème brûlée – Vanille-Sahne-Custard mit dünner Karamellkruste
Crème brûlée lebt von wenigen Zutaten: Sahne, Eigelb, Zucker und Vanille. Weil keine Stärke bindet, entsteht die Textur ausschließlich durch das kontrollierte Stocken der Eigelbe. Die Masse wird in sechs flache Förmchen von 9 cm Durchmesser und 3 cm Höhe gefüllt, etwa 2 cm hoch. So bleibt die Custardschicht weich und erhält gleichzeitig eine breite Oberfläche für die dünne Karamellkruste.
Die Sahne wird mit Vanille auf etwa 82 °C erhitzt und kurz ziehen gelassen. Danach kommt sie in einem dünnen Strahl zu Eigelb und Zucker. Dieses Temperieren soll die Temperatur langsam angleichen, ohne das Ei schlagartig gerinnen zu lassen. Nach dem Passieren wird im Wasserbad gebacken: etwa 80 °C heißes Wasser reicht bis zur halben Höhe der Förmchen, der Ofen steht auf 120 °C Ober-/Unterhitze. Herausgenommen wird bei 72 °C im Zentrum – oberhalb der vorgeschriebenen Mindesttemperatur von 71 °C, aber noch mit einem weichen, zusammenhängenden Zittern.
Kühlen und Karamellisieren sind zwei getrennte Phasen. Die Förmchen kühlen zunächst 30 Minuten offen aus und stehen dann 240 Minuten abgedeckt bei 4 °C oder kälter im Kühlschrank. Erst direkt vor dem Servieren kommen 5 g Zucker auf jedes Förmchen. Die Flamme wird ständig bewegt, bis eine dünne bernsteinfarbene Schicht entsteht. Unter der warmen Karamelloberfläche soll der Custard kalt bleiben – genau dieser Kontrast unterscheidet das Dessert von einer warm servierten Eiercreme.


