Coq au Riesling — elsässischer Hahn mit Pilzen und Crème fraîche
Coq au Riesling ist ein elsässisches Geflügelschmorgericht, dessen Identität vom trockenen Riesling kommt und nicht einfach von irgendeinem „Weißwein“. Die Sauce bleibt bewusst hell und aromatisch; Champignons und Crème fraîche geben Körper, ohne den Wein zu verdecken. Genau diese helle, fein gebundene Sauce unterscheidet das Gericht deutlich von Coq au vin oder einem kräftigen Bier-Schmorgericht.
Verwendet wird ein junger Hahn. Das ist wichtig, weil sein Zartheitsfenster kürzer ist als das eines reifen Coq. Nach dem sanften Anbraten und der Cognac-Phase folgt eine 30-minütige gedeckte Riesling-Schmorzeit. Bevor die empfindliche Rahmbindung hinzukommt, müssen die dicksten Fleischpartien mindestens 74 °C erreicht haben; die Sonde darf dabei den Knochen nicht berühren.
Am sensibelsten ist die Mischung aus Crème fraîche, Mehl und Eigelb. Sie wird glatt gerührt, mit etwas heißer Sauce temperiert und erst dann bei niedriger Hitze in den Topf zurückgegeben. Etwa 85 °C reichen zum Binden. Kräftiges Kochen könnte das Eigelb gerinnen lassen und die Sauce trennen. Am Ende soll die Sauce den Löffelrücken leicht und samtig überziehen.


