Tourteau fromager – Poitevin-Käsekuchen mit schwarzer Kuppel
Tourteau fromager erkennt man schon vor dem Anschneiden: Die Oberfläche steigt zu einer runden, fast überraschend schwarzen Schale auf, während das Innere hell, weich und leicht gelockert bleibt. Dieser Kontrast gehört zum Gericht und ist kein Fehler, den man kaschieren müsste. Deshalb beginnt das Backen mit kurzer, sehr intensiver Hitze und endet bei deutlich niedrigerer Temperatur.
Frischer, gut abgetropfter Ziegenkäse wird mit Eigelb, Mehl, Milch und Zucker verrührt; das Eiweiß wird separat aufgeschlagen. Nach Zugabe des Eiweißes wird nur noch vorsichtig untergehoben. Zu viel Luft oder grobes Mischen kann den Auftrieb ungleichmäßig und die Struktur brüchig machen. Die Masse soll leicht und gleichmäßig wirken, nicht schaumig.
Die erste Ofenphase bildet die dunkle Kuppel, die zweite setzt das Innere. Der Kuchen ist sicher und ausreichend gestockt, wenn die Mitte 71 °C erreicht. Vor dem Ausformen braucht er dennoch eine lange, ungestörte Abkühlzeit. Zu frühes Anschneiden drückt das zarte Innere zusammen und kann die Kuppel einfallen lassen.


