Französische Rezepte

Tarte aux quetsches

Eine elsässische Zwetschgentarte auf Hefeboden, dicht mit dunklen Früchten belegt und in einem zweiten Backgang mit einem leichten Zimt-Eier-Sahne-Guss fertiggestellt.

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Tarte aux quetsches — im Ganzen nach dem Backen gezeigt
Vorbereitung 52 Minuten
Garzeit 40 Minuten
Gesamtzeit 167 Minuten
Ausbeute 1 × 28 cm Tarte, 6 Stücke
Einführung und Überblick

Tarte aux quetsches — elsässische Zwetschgentarte mit Migaine

Elsässische Tarte aux quetsches verwendet eine andere Pflaume als die kleine goldene Mirabelle. Quetsches sind längliche, dunkelviolette Früchte mit festerer, süß-säuerlicher Struktur. Sie bleiben als erkennbare Hälften auf der Tarte und werden nicht zu Konfitüre verkocht. Auch der Aufbau unterscheidet sich von der lothringischen Mirabellentarte: Hier trägt ein Hefeboden die Frucht, dazu kommt später ein leichter Eier-Sahne-Guss.

Die Fruchtmenge ist bewusst hoch. Aus 1000 g ganzen Quetsches bleiben nach ungefähr 60 g Kernen etwa 940 g essbare Frucht. Trocknen vor dem Entsteinen und dichtes Anordnen begrenzen freie Flüssigkeit an der Oberfläche und halten die Frucht als Hauptbestandteil klar erkennbar. Ein erster 20-minütiger Backgang beginnt den Boden zu setzen, bevor Flüssigkeit aus dem Guss hinzukommt.

Während dieses ersten Backens wird die Migaine aus Ei, Sahne, Zucker und Zimt verrührt. Sie wird zwischen die weich gewordenen Früchte gegossen, nicht darüber, damit die Stücke sichtbar bleiben. Danach backt die Tarte weiter, bis die Mitte mindestens 71 °C erreicht und nur noch leicht wackelt. 30 Minuten Abkühlen stabilisieren Guss und Fruchtsaft und schützen vor heißem Saft beim Anschneiden.

Gelingpunkte

Gelingpunkte

  • Quetsches nach dem Waschen gründlich trocknen.
  • Hefeboden sichtbar aufgehen lassen, bevor er in die Form kommt.
  • Den ersten reinen Fruchtbackgang nicht überspringen.
Zutaten

Zutaten

Hefeboden

  • 200 g Weizenmehl
  • 110 g ungesalzene Butter, weich
  • 15 g Kristallzucker
  • 50 g Vollei, verquirlt — etwa 1 großes Ei ohne Schale
  • 100 ml Vollmilch, lauwarm
  • 15 g frische Bäckerhefe
  • 2 g feines Salz

Frucht und Migaine

  • 1000 g reife Quetsches, ganzes Einkaufsgewicht; gewaschen und getrocknet — etwa 940 g nach Entfernen von ungefähr 60 g Kernen, etwa 6 % Verlust
  • 120 g Kristallzucker — 25 g auf die Früchte und 95 g in den Guss
  • 100 g Vollei, verquirlt — etwa 2 große Eier ohne Schale
  • 200 ml Schlagsahne mit etwa 35 % Fett
  • 2 g gemahlener Zimt
Zubereitung

Zubereitung

Zubereitung

  1. Hefe aktivieren. 15 g frische Hefe in 100 ml lauwarmer Milch 10 Minuten verteilen. Die Hefe soll gleichmäßig gelöst sein und die Oberfläche leicht schäumen. Milch nur lauwarm verwenden.

  2. Hefeteig kneten. Mehl, 15 g Zucker, Salz, 50 g Ei und 110 g weiche Butter mischen, Hefemilch zugeben und 12 Minuten kneten. Der Teig soll glatt, weich und elastisch sein und sich in dehnbaren Strängen von der Schüssel lösen.

  3. Teig gehen lassen. Abdecken und 45 Minuten bei warmer Raumtemperatur ruhen lassen. Er soll sichtbar aufgegangen und luftig sein, ohne zwingend vollständig zu verdoppeln.

  4. Quetsches vorbereiten. 1000 g ganze Früchte waschen, gründlich trocknen, längs halbieren und in 15 Minuten entsteinen. Etwa 940 g Frucht sollen verbleiben, alle Hälften intakt und ohne Kerne.

  5. Erste Lage zusammensetzen. Teig 10 Minuten gleichmäßig in die 28-cm-Form drücken, Quetsches dicht in konzentrischen Reihen anordnen und 25 g Zucker darüberstreuen. Zwischen den Früchten soll wenig freie Fläche bleiben.

  6. Ersten Backgang starten. Bei 180 °C 20 Minuten backen. Der Teigrand soll zu bräunen beginnen, die Früchte weicher werden und sichtbar Saft abgeben. Form waagerecht halten, da heißer Fruchtsaft Verbrennungen verursachen kann.

  7. Zimt-Migaine mischen. Während des ersten Backgangs 100 g Ei mit den restlichen 95 g Zucker, 200 ml Sahne und 2 g Zimt 5 Minuten glatt verrühren. Der Guss soll gleichmäßig zimtig gesprenkelt und frei von sichtbaren Eistreifen sein.

  8. Mit Migaine fertigbacken. Guss zwischen die heißen Früchte gießen und weitere 20 Minuten bei 180 °C backen. Die Mitte des Gusses muss mindestens 71 °C erreichen, nur leicht wackeln und die Quetsche-Stücke sollen über dem Guss sichtbar bleiben. Mit sauberem Thermometer in der Mitte messen.

  9. Vor dem Schneiden abkühlen lassen. 30 Minuten auf einem Gitter stehen lassen. Der Guss soll nicht mehr blubbern, die Fruchtsäfte sollen sich gesetzt haben und Stücke beim Schneiden zusammenhalten. Reste innerhalb von 2 Stunden kühlen.

Servieren

Praxis

Servieren

Nach 30 Minuten Ruhezeit kühl oder leicht warm servieren. Im Anschnitt sollen der aufgegangene Boden, erkennbare Quetsche-Stücke und nur so viel Zimt-Migaine zu sehen sein, dass die Früchte gebunden werden.

Aufbewahren und Aufwärmen

Innerhalb von 2 Stunden bei höchstens 4 °C kühlen und bis zu 3 Tage aufbewahren. Die Tarte schmeckt auch kalt; zum warmen Servieren Reste auf 74 °C erhitzen und den Guss anschließend einige Minuten setzen lassen.

Vorbereiten und Ersetzen

Der Teig kann früher am selben Tag angesetzt und gehen gelassen werden, die fertige Tarte ist jedoch am Tag des Backens am besten. Eine andere feste violette europäische Pflaume funktioniert technisch, verändert aber Geschmack, Form und die regionale Quetsche-Identität.

Fehlerbehebung

Fehlerbehebung

  • Feuchte Schicht über dem BodenFrüchte waren nass oder der erste Backgang zu kurz. Früchte trocknen und den Boden vollständig vorbacken, bevor die Migaine hineinkommt.
  • Guss läuft aus dem StückDie Mitte hat die sichere Setztemperatur nicht erreicht oder die Tarte wurde heiß angeschnitten. 71 °C bestätigen und die vollen 30 Minuten abkühlen lassen.
Nährwerte pro Portion

Nährwerte pro Portion

  • Portionsgröße1 Stück, 1 von 6
  • Kalorien574 kcal
  • Kohlenhydrate68,2 g
  • Eiweiß9,3 g
  • Fett30,6 g
  • Ballaststoffe3,3 g
  • Natrium188 mg
Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene: Ei, Milch, Gluten.

Eier-Sahne-Migaine in der Mitte auf mindestens 71 °C backen.

Heißer Pflaumensaft kann Verbrennungen verursachen.

Fertige Tarte innerhalb von 2 Stunden bei höchstens 4 °C lagern.

Reste beim Aufwärmen auf 74 °C bringen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Ist das dasselbe wie Tarte aux mirabelles?

Nein. Fruchtart, Teigsystem und Zimt-Migaine machen diese elsässische Tarte deutlich anders.

Warum kommt der Guss später dazu?

Der gestufte Backvorgang lässt den Hefeboden unter 1 kg saftiger Frucht erst setzen, bevor zusätzliche Flüssigkeit hinzukommt.

Abschluss

Abschluss

  • Ergebnis: Ein lockerer, buttriger Hefeboden mit dichter Lage süß-säuerlicher Quetsches und leichtem Zimt-Eierguss.
  • Entscheidende Technik: Erst den fruchtbelegten Hefeboden setzen, danach die Migaine zugeben, auf 71 °C backen und vollständig 30 Minuten ruhen lassen.