Französische Rezepte

Pâté aux prunes

Eine süße, doppelt gedeckte Pastete aus Anjou mit ganzen Reine-Claude-Pflaumen, dicht unter einem Teigdeckel eingeschlossen, mit zentralem Dampfkamin und gebacken, bis der Fruchtsaft sichtbar blubbert.

Französische Rezepte
Teilen
Pâté aux prunes — im Ganzen nach dem Backen gezeigt
Vorbereitung 35 Minuten
Garzeit 50 Minuten
Gesamtzeit 235 Minuten
Ergibt 1 runde Pastete mit 24 cm Durchmesser, 8 Stücke
Einführung und Überblick

Pâté aux prunes mit ganzen Reine-Claude-Pflaumen

Pâté aux prunes ist eine süße Spezialität aus Angers und Anjou, obwohl das Wort pâté zunächst an Fleisch denken lässt. Hier bezeichnet es Obst, das vollständig in Teig eingeschlossen ist: Eine runde untere Teigschicht wird dicht mit kleinen Reine-Claude-Pflaumen gefüllt, mit einem zweiten Teigstück abgedeckt, fest verschlossen und über eine zentrale Öffnung entlüftet. Die Früchte garen in ihrem eigenen Saft und werden nicht vorher zu Konfitüre eingekocht.

Die Form mit ganzen Pflaumen gehört zur regionalen Identität dieser Zubereitung. Ein Kilogramm gewaschene und trockene Früchte kommt in eine 24-cm-Pastete; die Steine bleiben bewusst in den Pflaumen. Das unterscheidet das Essen von einer gewöhnlichen Pflaumentarte, bringt aber eine echte Gefahr mit sich: Jede Person muss deutlich darauf hingewiesen werden, dass die Steine enthalten sind. Entsteinte Pflaumen sind für den Haushalt eine sinnvolle sicherere Abwandlung, sollten aber als solche benannt werden.

Der Teig wird vor dem Ausrollen gekühlt, die Naht vor dem Abschneiden von Überstand geschlossen und in der Mitte ein etwa 3 cm großer Kamin ausgeschnitten. So haben Dampf und blubbernder Fruchtsaft einen kontrollierten Ausgang. Gebacken wird, bis die Oberfläche tief goldbraun und der Saft im Kamin sichtbar aktiv ist. Danach braucht die Pastete 90 Minuten zum Abkühlen. In dieser Zeit dickt der zurückgehaltene Fruchtsaft um die Pflaumen an, statt beim ersten Anschnitt sofort auf den Teller zu laufen.

Gelingpunkte

Gelingpunkte

  • Trockene Früchte, eine lückenlose Teignaht und ein offener zentraler Kamin halten die doppelte Hülle beherrschbar. Die 90 Minuten Abkühlzeit nicht abkürzen; der Fruchtsaft braucht diese Zeit zum Setzen.
Zutaten

Zutaten

Teig

  • 400 g Weizenmehl
  • 150 g ungesalzene Butter, geschmolzen und auf warm abgekühlt
  • 80 g Feinzucker
  • 6 g feines Salz
  • 100 g Vollei, 2 große Eier, ohne Schale
  • 18 g Eigelb, 1 Eigelb zum Bestreichen

Früchte

  • 1000 g Reine-Claude-Pflaumen, ganzes Kaufgewicht, gewaschen und getrocknet; Steine bleiben bewusst enthalten
  • 20 g Feinzucker, zum Bestreuen der Früchte
Zubereitung

Zubereitung

Zubereitung

  1. Teig herstellen. Mehl, 80 g Zucker und Salz mischen. Geschmolzene, abgekühlte Butter und 100 g Vollei zugeben und nur so lange kneten, bis ein homogener Teig entsteht. Er ist zusammenhängend und glatt, ohne trockenes Mehl, aber weder fettig noch überarbeitet. Für den eihaltigen Teig saubere Hände und Utensilien verwenden.

  2. Teig kühlen. Einwickeln und 60 Minuten im Kühlschrank lagern. Danach ist der Teig fest genug zum Ausrollen und klebt nicht übermäßig. Arbeitstemperatur: 4 °C. Bei 4 °C oder kälter halten.

  3. Form auslegen und füllen. Etwas mehr als die Hälfte des Teigs ausrollen und eine runde 24-cm-Form auslegen; 1–2 cm Überstand stehen lassen. Die 1000 g ganzen Pflaumen dicht in einer Lage einlegen und mit 20 g Zucker bestreuen. Die Früchte bedecken den Boden eng, ohne zerdrückt zu werden, und der Teigüberstand bleibt zum Verschließen intakt. Deutlich darauf hinweisen, dass in jeder ganzen Pflaume ein Stein verbleibt.

  4. Verschließen und entlüften. Restlichen Teig zum Deckel ausrollen, auflegen, Rand anfeuchten und fest verschließen. Überstand erst danach abschneiden. In der Mitte einen Kamin von etwa 3 cm Durchmesser ausschneiden. Die Naht ist durchgehend geschlossen und die Öffnung frei. Messer von den Fingern wegführen und den Kamin nicht verdecken.

  5. Bestreichen und backen. Oberfläche mit 18 g Eigelb bestreichen und bei 180 °C 50 Minuten backen. Der Teig ist tief goldbraun, am unteren Rand sichtbar durchgebacken und Pflaumensaft blubbert durch den zentralen Kamin. Heißer Pflaumensirup kann schwere Verbrennungen verursachen; die Pastete beim Herausnehmen waagerecht halten.

  6. Fruchtfüllung abkühlen. 90 Minuten in der Form abkühlen lassen, bevor Stücke geschnitten werden. Der Saft ist warm oder kühl statt kochend heiß und bleibt beim Anheben eines Stücks um die Früchte. Beim Servieren ausdrücklich vor den Steinen warnen; sie werden durch das Backen nicht essbar.

Servieren und Planung

Praxis

Servieren und Planung

Bei Raumtemperatur oder leicht warm servieren und immer darauf hinweisen, dass die ganzen Reine-Claude-Pflaumen noch Steine enthalten.

Servieren und Planung

Der Teig kann einen Tag vorher hergestellt und gekühlt werden. Erst kurz vor dem Backen füllen, damit der rohe Boden nicht lange unter saftigem Obst steht.

Aufbewahrung und Aufwärmen

Abgekühlte Reste abdecken und bis zu 3 Tage im Kühlschrank lagern. Stücke nach Wunsch bei 160 °C etwa 10 Minuten erwärmen und anschließend so weit abkühlen lassen, dass das Fruchtinnere nicht gefährlich heiß ist.

Ersetzungen

Für eine sicherere Haushaltsabwandlung Pflaumen vor dem Füllen entsteinen. Vom gleichen Ziel von 1000 g Kaufgewicht bleiben etwa 940 g essbare Frucht. Das Essen wird sicherer, ist aber nicht exakt dieselbe Ganzfrucht-Zubereitung.

Nährwerte pro Portion

Nährwerte pro Portion

  • Portionsgröße1 von 8 Stücken
  • Kalorien436 kcal
  • Kohlenhydrate62,4 g
  • Eiweiß8,0 g
  • Fett17,7 g
  • Ballaststoffe3,1 g
  • Natrium317 mg
Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Die verwendete Form enthält bewusst Pflaumensteine. Jede Person deutlich warnen und nicht an Personen servieren, die Obst mit Stein nicht sicher essen können.

Beide Teigschichten und die Eiglasur vollständig durchbacken.

Eingeschlossener heißer Fruchtsaft bleibt lange nach dem Backen eine Verbrennungsgefahr.

Allergene: Ei, Milch, Gluten.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Warum bleiben die Pflaumen ganz?

Ganze Reine-Claude-Pflaumen mit Stein gehören zur hier dargestellten Form aus Anjou. Die Steine müssen als Servierrisiko ausdrücklich berücksichtigt werden.

Kann man die Pflaumen entsteinen?

Ja, als sicherere Haushaltsabwandlung. Dabei die angegebene essbare Fruchtmenge beachten und die entsteinte Pastete nicht als exakt dieselbe Ganzfrucht-Zubereitung darstellen.

Abschluss

Abschluss

  • Ergebnis: Eine süße doppelt gedeckte Pastete aus Anjou mit ganzen Reine-Claude-Pflaumen, dicht versiegelt und über einen zentralen Kamin entlüftet.
  • Entscheidende Technik: Früchte trocken einfüllen, den Rand vollständig verschließen, den Kamin frei halten und die 90 Minuten Abkühlzeit einhalten.