Französische Rezepte

Pastis quercynois

Ein Apfelgebäck aus Lot und Quercy aus einem tischgroßen, fast durchsichtigen Teigbogen, der kurz antrocknet, mit Äpfeln, Zucker, Sonnenblumenöl und Obstbrand belegt, aufgerollt und anschließend schneckenförmig in die Form gelegt wird.

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Pastis quercynois — im Ganzen nach dem Backen gezeigt
Vorbereitung 100 Minuten
Garzeit 60 Minuten
Gesamtzeit 265 Minuten
Ergibt 1 spiralig geformten Pastis mit 28 cm Durchmesser, 8 Portionen
Einführung und Überblick

Pastis quercynois: gerolltes Apfelgebäck aus Quercy

Pastis quercynois aus dem Lot ist ein handgezogenes Apfelgebäck und kein aufgegangener Festtagskuchen. Grundlage ist ein Mehl-Ei-Teig, der ruht, über einem großen Tuch beinahe durchsichtig ausgezogen und kurz angetrocknet wird. Danach kommen Äpfel, Zucker, Sonnenblumenöl und Obstbrand darauf. Der belegte Teig wird längs aufgerollt und schließlich locker zu einer Schnecke geformt. Genau diese Roll- und Spiralstruktur unterscheidet ihn vom locker gewellten Aufbau eines Gascon-Croustade.

Vor dem Ausziehen ruht der Teig volle 60 Minuten. Ein schweres, sauberes Tuch stützt den großen Bogen, während flache Hände von unten arbeiten; zu zweit lässt sich der Umfang gleichmäßiger kontrollieren. Ist der Teig durchsichtig genug, bleibt er nur 15 Minuten offen liegen, damit die Oberfläche weniger klebrig wird. Sie darf nicht so trocken werden, dass sie beim Rollen bricht. Der dicke äußere Rand wird entfernt, weil er in der Spirale sonst teigig bleiben könnte.

Zum Formen wird das Tuch genutzt, statt die gefüllte Fläche mit den Händen zusammenzudrücken. Äpfel und Zucker sollen sich über die ganze lange Rolle verteilen. Die abschließende Schnecke bleibt locker genug, damit die Hitze auch die inneren Windungen erreicht. Bei 210 °C bäckt der Pastis eine Stunde, bis die Außenseite tief goldbraun und knusprig und das Innere vollständig durchgebacken ist. Obstbrand prägt das Aroma; ein Teil des Alkohols kann nach dem Backen verbleiben.

Gelingpunkte

Gelingpunkte

  • Entspannter Teig, ein transparenter, aber noch flexibler Bogen und eine lockere Spirale sind die drei strukturellen Kontrollen. Zu straffes Rollen kann außen zu starker Bräunung führen, bevor die inneren Schichten knusprig werden.
Zutaten

Zutaten

Teig

  • 500 g Weizenmehl
  • 50 g Vollei, 1 großes Ei, ohne Schale
  • 250 ml Wasser, schrittweise zugeben
  • 60 ml Sonnenblumenöl, für den Teig
  • 2 g feines Salz

Äpfel, Zucker und Fertigstellung

  • 600 g Äpfel, geschält und entkernt, als essbares Gewicht; in dünnen Spalten
  • 200 g Feinzucker
  • 16 g Vanillezucker, 2 kleine Päckchen
  • 120 ml Sonnenblumenöl, abgemessen zum Beträufeln des Teigbogens
  • 60 ml Obstbrand, abgemessen; Pflaumenbrand ist regional belegt
Zubereitung

Zubereitung

Zubereitung

  1. Teig mischen. Eine Mulde ins Mehl drücken und Ei, Salz sowie 60 ml Sonnenblumenöl zugeben. Mehl einarbeiten und die 250 ml Wasser nach und nach zufügen, bis ein glatter, dehnbarer Teig entsteht. Sobald der Teig zusammenhält, keine ruckartigen Reißbewegungen mehr ausführen. Der Teig ist glatt, geschmeidig und dehnbar, ohne ausgefranste Risse. Arbeitsfläche stabil und trocken halten.

  2. Teig ruhen lassen. Abdecken und 60 Minuten ruhen lassen. Danach zieht sich der Teig beim Dehnen deutlich weniger stark zurück. Abgedeckt halten, damit keine trockene Haut entsteht.

  3. Über dem Tuch ausziehen. Ein sauberes schweres Tuch auf einem großen Tisch leicht bemehlen. Wenn möglich zu zweit arbeiten und den Teig mit flachen Händen von unten vorsichtig ausziehen, bis der Bogen über den größten Teil der Fläche dünn und durchsichtig ist. Das Tuch ist durch den Teig sichtbar; nur der Rand bleibt merklich dicker. Ringe und Armbänder ablegen, Fingerspitzen flach halten und Kinder von der Arbeitsfläche fernhalten.

  4. Kurz antrocknen lassen. Gezogenen Teig 15 Minuten offen liegen lassen, bis die Oberfläche weniger klebrig ist. Danach den dicken eingerollten Rand abschneiden. Die Oberfläche lässt sich vom Tuch lösen und rollen, bleibt aber biegsam. Nicht so lange trocknen, dass der Bogen spröde wird.

  5. Füllen, rollen und spiralförmig legen. Abgemessene 120 ml Sonnenblumenöl und 60 ml Obstbrand über den Bogen verteilen, Äpfel und beide Zuckerarten gleichmäßig aufstreuen. Mit Hilfe des Tuchs längs zu einer langen Rolle formen. Diese locker zu einer Schnecke drehen und in eine runde 28-cm-Form setzen. Die Rolle ist gleichmäßig gefüllt und die Spirale bleibt locker, ohne zerdrückte Apfelpolster. Obstbrand ist brennbar; von offenen Flammen und heißen Brennern fernhalten.

  6. Spirale backen. Bei 210 °C 60 Minuten backen. Nur spät in der Backzeit locker mit Folie schützen, falls die Oberseite zu dunkel wird, bevor das Innere knusprig ist. Die Außenwindung ist knusprig und tief goldbraun, die inneren Schichten sind durchgebacken und die Apfelstücke weich. Ofenhandschuhe verwenden und heißen Zuckersirup beachten.

  7. Vor dem Schneiden abkühlen. 30 Minuten abkühlen lassen und anschließend in 8 Portionen schneiden. Die Spirale hält beim Schneiden zusammen und Apfelsaft läuft nicht mehr frei heraus. Alkohol kann nach dem Backen verbleiben und wird nicht als vollständig verdampft betrachtet.

Servieren und Planung

Praxis

Servieren und Planung

Warm oder bei Raumtemperatur in Stücken servieren, bei denen die gerollte Spirale sichtbar bleibt.

Servieren und Planung

Der Teig kann früher am selben Tag gemischt und abgedeckt aufbewahrt werden. Nach dem Ausziehen sollte der Bogen während derselben Arbeitssitzung belegt, gerollt und gebacken werden.

Aufbewahrung und Aufwärmen

Abgekühlte Reste abdecken und bis zu 2 Tage im Kühlschrank lagern. Vor dem Servieren bei 160 °C 8–10 Minuten aufknuspern. Die Mikrowelle macht die dünnen Schichten weich.

Ersetzungen

Rum wird in manchen modernen regionalen Beschreibungen genannt; hier bleibt Obstbrand die Aromabasis. Rum verändert das Aroma, nicht aber die gezogene und gerollte Technik.

Ersetzungen

Fertiger Filoteig wird nicht als dieselbe Zubereitung behandelt, weil damit das charakteristische handgezogene und gerollte Verfahren aus Quercy entfällt.

Nährwerte pro Portion

Nährwerte pro Portion

  • Portionsgröße1 von 8 Portionen
  • Kalorien568 kcal
  • Kohlenhydrate84,9 g
  • Eiweiß7,3 g
  • Fett22,2 g
  • Ballaststoffe3,5 g
  • Natrium305 mg
Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Den tischgroßen Teigbogen nach Möglichkeit zu zweit und auf stabiler Fläche ausziehen.

Obstbrand von offenen Flammen fernhalten.

Dünne Teigschichten vollständig durchbacken und heißen Zucker sowie Dampf vorsichtig handhaben.

Alkohol kann nach dem Backen verbleiben.

Allergene: Ei, Gluten, Sulfite, falls im verwendeten Obstbrand enthalten.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Ist Pastis quercynois ein Hefekuchen?

Nicht in der hier verwendeten Form aus dem Lot. Es handelt sich um ein dünnes, handgezogenes Apfelgebäck, das gerollt und spiralförmig gelegt wird.

Wie unterscheidet er sich von Pastis gascon?

Beide nutzen sehr dünnen Teig und Äpfel. Die Quercy-Form wird jedoch längs gerollt und zu einer Schnecke geformt, während der Gascon-Pastis aus lockeren, welligen Schichten aufgebaut wird.

Abschluss

Abschluss

  • Ergebnis: Ein Apfelgebäck aus Lot und Quercy aus transparent gezogenem Teig, Äpfeln, Zucker, Öl und Obstbrand, längs gerollt und locker zur Spirale geformt.
  • Entscheidende Technik: Teig vollständig entspannen, nur kurz antrocknen und die Schlussrolle locker halten, damit auch die inneren Windungen knusprig backen.