Pastis quercynois: gerolltes Apfelgebäck aus Quercy
Pastis quercynois aus dem Lot ist ein handgezogenes Apfelgebäck und kein aufgegangener Festtagskuchen. Grundlage ist ein Mehl-Ei-Teig, der ruht, über einem großen Tuch beinahe durchsichtig ausgezogen und kurz angetrocknet wird. Danach kommen Äpfel, Zucker, Sonnenblumenöl und Obstbrand darauf. Der belegte Teig wird längs aufgerollt und schließlich locker zu einer Schnecke geformt. Genau diese Roll- und Spiralstruktur unterscheidet ihn vom locker gewellten Aufbau eines Gascon-Croustade.
Vor dem Ausziehen ruht der Teig volle 60 Minuten. Ein schweres, sauberes Tuch stützt den großen Bogen, während flache Hände von unten arbeiten; zu zweit lässt sich der Umfang gleichmäßiger kontrollieren. Ist der Teig durchsichtig genug, bleibt er nur 15 Minuten offen liegen, damit die Oberfläche weniger klebrig wird. Sie darf nicht so trocken werden, dass sie beim Rollen bricht. Der dicke äußere Rand wird entfernt, weil er in der Spirale sonst teigig bleiben könnte.
Zum Formen wird das Tuch genutzt, statt die gefüllte Fläche mit den Händen zusammenzudrücken. Äpfel und Zucker sollen sich über die ganze lange Rolle verteilen. Die abschließende Schnecke bleibt locker genug, damit die Hitze auch die inneren Windungen erreicht. Bei 210 °C bäckt der Pastis eine Stunde, bis die Außenseite tief goldbraun und knusprig und das Innere vollständig durchgebacken ist. Obstbrand prägt das Aroma; ein Teil des Alkohols kann nach dem Backen verbleiben.


