Marmite Sarthoise mit Huhn, Kaninchen und Jasnières
Marmite sarthoise ist ein vergleichsweise modernes Regionalgericht und keine historische, stundenlang gekochte Potée. Sein Charakter entsteht aus einer schnellen Komposition typischer Sarthe-Zutaten: Huhn, idealerweise Poulet de Loué, ausgelöstes Kaninchen, Schweinebauch, Champignons, grüner Kohl, Karotten und Rüben, dazu Jasnières-Weißwein, Kalbsfond und Sahne. Fleisch und Gemüse sollen klar erkennbar bleiben und nicht in einem langen Schmorprozess zerfallen.
Der Ablauf ist bewusst getrennt. Kohl, Karotten und Rüben werden separat nur bis zur Bissfestigkeit gegart. Huhn und Kaninchen erhalten lediglich einen dünnen Mehlfilm und werden zusammen mit Schweinebauch und Pilzen portionsweise angebraten. Danach wird der Jasnières um ungefähr drei Viertel reduziert; Fond und Sahne bauen die Sauce anschließend wieder auf. Erst in den letzten Minuten kommen Fleisch und Gemüse zusammen.
Huhn und Kaninchen haben unterschiedliche Sicherheitsziele. Gebräunte Oberfläche reicht daher nicht aus: Repräsentative dicke Hühnerstreifen müssen 74 °C und Kaninchenstreifen 71 °C erreichen. Der eingekochte Wein kann trotz der Reduktion Restalkohol enthalten. Da die komplette Sauce serviert wird, sind Sahne, Fond, beide Öle und der reduzierte Wein vollständig in der Nährwertbasis enthalten.


