Kouign-amann nach Douarnenez-Art
Kouign-amann ist ein bretonisches Gebäck aus Douarnenez, dessen Struktur auf einem Hefebrotteig und einer ungewöhnlich großzügigen Menge Salzbutter und Zucker beruht. Es ist kein Croissantteig, kein Blätterteig und auch keine kleine Kouignette. Der Teig bleibt bewusst schlicht, damit Butter und Zucker beim Tourieren deutliche Schichten bilden und beim Backen an Oberfläche und Rand karamellisieren.
Für die Tourierphase müssen Teig und Butter zueinander passen. Die 230 g Salzbutter für die Schichten sollen mit etwa 14–16 °C kühl, aber biegsam sein. Ist die Butter zu hart, bricht sie in Platten; ist sie zu weich, tritt sie aus dem Teig. Zwei Faltvorgänge mit jeweils 100 g Zucker und kurzen Kühlschrankpausen reichen aus, um Schichtung aufzubauen, ohne das Gebäck in Richtung Croissant zu verändern.
Der fertig gefaltete Teig kommt in eine 22-cm-Metallform, die mit den restlichen 20 g Butter und 20 g Zucker vorbereitet ist. Nach einer kurzen Schlussruhe wird bei 200 °C gebacken, bis die Oberfläche tief bernsteinfarben und der Rand knusprig karamellisiert ist. Besonders wichtig ist das frühe Stürzen: Nach nur 5 Minuten Ruhe ist das Karamell noch flexibel genug, damit der Kuchen sich lösen lässt; vollständig ausgekühlt würde er an der Form festkleben.


