Gâteau à la broche — pyrenäischer Kuchen am rotierenden Spieß
Beim Gâteau à la broche bestimmt die Technik die Identität ebenso stark wie der Teig. Der Kuchen entsteht nicht in einer Form im Backofen, sondern auf einem kegelförmigen Spieß, der sich kontinuierlich dreht. Immer neue kleine Teigmengen werden darüber gegossen, jede Schicht lässt man zunächst fest werden, bevor die nächste folgt. Herablaufender Teig bildet nach außen die typischen Spitzen und Rippen. Ein Gugelhupf, Ringkuchen oder anderer Ofenkuchen kann diese Struktur nicht nachbilden.
Für eine Haushaltsgröße ist weiterhin zweckgebautes, lebensmittelechtes Spezialgerät erforderlich: ein etwa 45 cm langer Kegel, ein stabiler Antrieb von ungefähr 35 Umdrehungen pro Minute, Auffangblech und eine kontrollierbare Holzfeuerquelle in sicherer Entfernung. Der Teig enthält viel Ei, Butter und Zucker, dazu Weizenmehl, wenig Backpulver und Rum. Nach dem Mischen ruht er 60 Minuten, damit er als dicker, zusammenhängender Strahl von der Kelle läuft und am rotierenden Kegel Schichten bilden kann.
Die offene Flamme macht dieses Rezept zu einer Spezialanwendung und nicht zu einer improvisierten Innenraumtechnik. Erforderlich ist ein rechtlich zulässiger Außenplatz oder eine professionell belüftete, dafür vorgesehene Feuerstelle auf nicht brennbarem, stabilem Untergrund. Keine Brandbeschleuniger verwenden, Kinder aus dem Arbeitsbereich halten, enganliegende Kleidung und hitzebeständige Handschuhe tragen und Wasser oder Feuerlöscher griffbereit halten. Der Spieß bleibt während des gesamten Garens beaufsichtigt.


