Crémet d’Anjou – luftiges Sahne-Eiweiß-Dessert mit Himbeercoulis
Crémet d’Anjou ist ein luftiges Dessert aus dem Anjou, besonders mit dem Raum Angers verbunden. Diese Fassung hält sich an die erkennbare Kombination aus Sahne und Eiweiß, wird aber bewusst als sichere Haushaltsversion mit ausschließlich pasteurisierten Produkten ausgeführt. Die Masse wird nicht gekocht; normales rohes Eiweiß aus Schaleneiern ist deshalb kein gleichwertiger Ersatz.
Die Struktur entsteht in drei Schritten. Zunächst werden Sahne und pasteurisiertes Eiweiß getrennt aufgeschlagen, jeweils nur bis zu dem für die spätere Verbindung nötigen Stand. Die Sahne bleibt bei weichen bis mittleren Spitzen, das Eiweiß erreicht glänzende mittelfeste bis feste Spitzen. Danach wird beides mit großen Bewegungen von unten nach oben verbunden, damit möglichst viel Luft erhalten bleibt.
Der zweite charakteristische Teil ist das Abtropfen. Vier perforierte Förmchen mit jeweils 150 ml Volumen werden mit feuchtem, lebensmittelechtem Mull oder feinem Käsetuch ausgelegt. Die Masse bleibt dort abgedeckt volle 180 Minuten bei 4 °C oder kälter. Etwa 20 g dünne, molkenähnliche Flüssigkeit laufen aus der gesamten Charge ab. Erst danach werden die Crémets auf kalte Teller gestürzt und mit dem exakt abgemessenen Coulis serviert. Wegen der ungekochten Eiweiß-Sahne-Basis gilt ein sehr kurzes Verbrauchsfenster.


