Coq à la bière — nordfranzösischer Hahn in Amberbier
Coq à la bière gehört zur nordfranzösischen Kultur des Schmorens mit Bier, ist aber keine Carbonade, bei der lediglich Rind durch Geflügel ersetzt wurde. Hier wird tatsächlich ein Hahn verwendet. Die Sauce entsteht aus Amberbier, Karotten, Zwiebeln, Butter, etwas brauner Vergeoise und den Schmorjus des Geflügels.
Die Wahl des Vogels bestimmt die Zeit. Ein reifer Coq besitzt festeres Bindegewebe als gewöhnliches junges Supermarkthuhn und braucht deshalb die geduldige gedeckte Schmorzeit von 150 Minuten. Die Sicherheit wird separat durch mindestens 74 °C in den dicksten Fleischpartien geprüft; Zartheit erkennt man daran, dass sich das Fleisch mit wenig Widerstand vom Knochen löst.
Beim Bier lohnt Zurückhaltung bei der Bittere. Ein malzbetontes, ausgewogenes Amberbier oder eine Bière de garde hält eine lange Reduktion besser aus als stark gehopftes IPA, dessen Bitterkeit sich beim Einkochen unangenehm konzentrieren kann. Erst wenn der Hahn zart ist, kommt er kurz aus dem Topf und die Sauce wird offen auf eine leichte, glänzende Bindung reduziert. Trotz langer Garzeit wird nicht behauptet, dass sämtlicher Alkohol verschwindet.


