Salade de chèvre chaud — warmer Ziegenkäsetoast auf Blattsalat
Salade de chèvre chaud lebt vom Kontrast: unten kalte, angemachte Blätter, darüber kleine heiße Toasts mit weich gewordenem Ziegenkäse. Der Käse soll warm werden und etwas Farbe nehmen, ohne den Teller in eine Schale geschmolzener Milchmasse zu verwandeln. Acht abgemessene Baguettescheiben tragen jeweils 30 g einer pasteurisierten französischen Ziegenkäserolle, sodass jede Portion zwei Toasts erhält. Eine schlichte Bûche-de-chèvre-artige Rolle hält die Zubereitung klar französisch, ohne fälschlich zu behaupten, es handle sich um einen geschützten Rohmilch-Chavignol.
Der Salat selbst bleibt bewusst zurückhaltend. Zarte gemischte Blätter werden gewaschen, sehr gründlich getrocknet und kalt gehalten. Parallel entsteht ein kräftiges Dressing aus Olivenöl, Weißweinessig und Dijon-Senf. Restwasser an den Blättern ist hier der größte Gegner: Es verdünnt die Vinaigrette und lässt die Salatblätter glitschig statt leicht überzogen wirken. Deshalb kommt das Dressing erst an die Blätter, wenn die Toasts fertig sind.
Unter dem heißen Ofengrill brauchen die Toasts nur etwa fünf Minuten. Das reicht, um die Brotränder knusprig werden zu lassen und den Ziegenkäse zu erweichen und leicht zu färben. Der Zeitraum zwischen goldgelb und verbrannt ist jedoch kurz, daher ständig beobachten und nicht nur nach Timer arbeiten. Sobald die Blätter angemacht sind, schnell anrichten und die warmen Toasts obenauf legen, statt sie unter dem Salat zu vergraben. Zusammengesetzt schmeckt der Salat sofort am besten und eignet sich nicht zum vollständigen Wiedererwärmen.


