Französische Rezepte

Kougelhopf

Ein hoher elsässischer Hefekranz mit Butter und Ei, eingelegten Rosinen im Teig und ganzen Mandeln in den Rillen der charakteristischen Form.

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Kougelhopf — im Ganzen nach dem Backen gezeigt
Vorbereitung 35 Minuten
Garzeit 45 Minuten
Gesamtzeit 310 Minuten
Ergibt 1 hohen Kougelhopf aus einer 22-cm-Form, 10 Scheiben
Einordnung und Überblick

Elsässischer Kougelhopf mit Rumrosinen und Mandeln

Kougelhopf ist ein elsässisches Hefegebäck in einer hohen, gerillten Ringform. Ganze Mandeln sitzen in den Vertiefungen der Form, Rosinen verteilen sich durch die Krume. Der Teig ist reich an Butter, Ei und Milch und steht damit einer Brioche näher als einem Rührkuchen. Trotzdem bleibt der Kougelhopf durch Form, Mandelanordnung und Rosinenprofil ein eigenes Gebäck und sollte nicht einfach als beliebiger Gugelhupf beschrieben werden.

Der Teig wird zunächst ohne Butter entwickelt. Mehl, Milch, Eier, Zucker, Salz und der Vorteig werden so lange geknetet, bis eine elastische Struktur entsteht; erst dann folgt die weiche Butter nach und nach. Ziel sind etwa 24–26 °C Teigtemperatur. So bleibt die Hefe aktiv, die Butter wird nicht ölig und das Glutengerüst ist stark genug, um die hohe Form zu tragen.

Die Rosinen ziehen eine Stunde in dunklem Rum und werden vor dem Unterkneten gründlich abgetropft. Nach der ersten Gare wird der Teig in eine 2-l-Form mit 22 cm Durchmesser gelegt und ein zweites Mal gehen gelassen. Gebacken wird bei 180 °C, bis die Kruste tief goldbraun und die Krume vollständig gesetzt ist. Der Rum wird durch Abtropfen und Backen reduziert, aber Alkohol wird nicht als vollständig entfernt angenommen.

Gelingen auf den Punkt gebracht

Gelingen auf den Punkt gebracht

  • Das Glutengerüst entwickeln, bevor die weiche Butter eingearbeitet wird.
  • Rumrosinen vor dem Unterarbeiten gründlich abtropfen lassen.
  • Beide Gehzeiten nach Volumen und Fingerdruck beurteilen und nicht nur nach der Uhr.
Zutaten

Zutaten

Teig

  • 500 g Weizenmehl
  • 25 g frische Backhefe
  • 200 ml Vollmilch — lauwarm, aufgeteilt
  • 100 g Vollei — 2 große Eier
  • 125 g ungesalzene Butter — weich
  • 100 g Feinzucker
  • 10 g feines Salz

Früchte und Form

  • 80 g kernlose Rosinen
  • 40 ml dunkler Rum
  • 50 g ganze blanchierte Mandeln
  • 15 g Puderzucker — zum Bestäuben nach dem Auskühlen
Zubereitung

Zubereitung

Einweichen und Teig entwickeln

  1. Rosinen einweichen. 80 g Rosinen in 40 ml dunklem Rum 60 Minuten bei Raumtemperatur ziehen lassen und anschließend 5 Minuten im Sieb abtropfen lassen. Die Rosinen sollen prall und duftend sein und nicht mehr in einer Rumlache liegen. Rum bleibt alkoholhaltig; von Kindern und offener Flamme fernhalten.

  2. Vorteig ansetzen. 25 g frische Hefe mit 100 ml der lauwarmen Milch und 100 g vom Mehl verrühren und 20 Minuten bei 24–26 °C stehen lassen. Der Vorteig soll sichtbar aufgegangen und luftig sein.

  3. Hauptteig kneten. Restliches Mehl, restliche 100 ml Milch, 100 g Ei, 100 g Zucker, 10 g Salz und den aufgegangenen Vorteig in der Küchenmaschine oder einer großen Schüssel etwa 15 Minuten kneten, bis der Teig elastisch wird, sich zunehmend von der Schüssel löst und 24–26 °C erreicht.

  4. Butter und Rosinen einarbeiten. 125 g weiche Butter nach und nach zugeben und weitere 10 Minuten kneten, bis sie vollständig aufgenommen ist. Danach die abgetropften Rosinen schonend einarbeiten. Der Teig soll glatt, glänzend und elastisch sein, ohne fettige Butterstreifen, und die Rosinen sollen gleichmäßig verteilt sein.

Gehen lassen und backen

  1. Erste Gare. Den abgedeckten Teig 60 Minuten bei 24–26 °C gehen lassen. Er soll sein Volumen ungefähr verdoppeln und nach leichtem Fingerdruck langsam zurückfedern.

  2. Form vorbereiten. Die 2-l-Kougelhopfform mit 22 cm Durchmesser buttern, 50 g ganze blanchierte Mandeln in die unteren Enden der Rillen setzen, den Teig sanft entgasen, zu einem Ring formen und gleichmäßig in die Form legen. Für diesen Arbeitsschritt etwa 10 Minuten einplanen.

  3. Zweite Gare. Den geformten Teig etwa 45 Minuten bei 24–26 °C gehen lassen, bis er etwa 1–2 cm unter dem Rand steht und ein leichter Fingerdruck langsam zurückkommt. Zu kurze Gare führt zu Rissen, zu lange Gare kann die Struktur schwächen.

  4. Durchbacken. Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze auf mittlerer Schiene 45 Minuten backen. Die Kruste soll tief goldbraun sein, der Laib beim Klopfen hohl klingen und die Mitte vollständig durchgebacken sein, ohne klebrige Teigstreifen. Rohteig nicht probieren.

  5. Auskühlen und bestäuben. Auf ein Kuchengitter stürzen und 45 Minuten vollständig bei Raumtemperatur auskühlen lassen. Erst dann mit 15 g Puderzucker bestäuben und in 10 Scheiben schneiden. Die Oberfläche soll trocken sein und die Krume sauber schneiden.

Servieren und Planung

Praxis

Servieren und Planung

Bei Raumtemperatur in 10 Scheiben servieren. Die Kruste ist am Backtag am besten, die Krume bleibt auch am nächsten Morgen angenehm.

Servieren und Planung

Die Rumrosinen können mehrere Stunden vorher eingeweicht, abgetropft und abgedeckt gekühlt werden.

Servieren und Planung

Für eine alkoholfreie Abwandlung die Rosinen in 40 ml warmem Wasser statt Rum einweichen. Geschmack und Aroma ändern sich; diese Variante ist nicht mit der Rumfassung gleichzusetzen.

Aufbewahren

Vollständig ausgekühlt luftdicht verpacken und bei kühler Raumtemperatur bis zu 2 Tage lagern. Nicht warm einpacken, sonst bildet sich Kondenswasser und die Kruste wird zäh.

Aufwärmen

Eine Scheibe bei Bedarf kurz in einem niedrig temperierten Backofen erwärmen.

Vorbereiten

Die eingeweichten Rosinen lassen sich mehrere Stunden vorher vorbereiten; der geformte Teig darf nicht über die angegebene zweite Gare hinaus warm stehen.

Ersatzmöglichkeiten

Für eine alkoholfreie Abwandlung 40 ml warmes Wasser statt Rum verwenden; das Aroma ist anders und sollte als Abwandlung gekennzeichnet werden.

Ersatzmöglichkeiten

Eine flache Kuchenform nicht als gleichwertigen Ersatz verwenden, wenn die hohe gerillte Kougelhopf-Form erhalten bleiben soll.

Fehlerbehebung

Fehlerbehebung

  • Dichte KrumeDer Teig wurde zu kurz geknetet oder zu kurz gehen gelassen – vor der Butterzugabe Elastizität aufbauen und die Volumensignale beider Garen abwarten.
  • Fettige StreifenDie Butter wurde zu schnell zugegeben oder der Teig war zu warm – Butter portionsweise einarbeiten und 24–26 °C anstreben.
  • Rosinen sinken abDie Früchte waren zu nass – vor dem Unterarbeiten vollständig abtropfen lassen.
Nährwerte pro Portion

Nährwerte pro Portion

  • Portionsgröße1 von 10 Scheiben
  • Kalorien404 kcal
  • Kohlenhydrate58,6 g
  • Protein8,7 g
  • Fett14,8 g
  • Ballaststoffe2,5 g
  • Natrium420 mg
Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene: Gluten, Ei, Milch, Mandel und Alkohol aus Rum.

Sicherheit: Roher, reichhaltiger Hefeteig enthält Ei und Mehl und darf nicht probiert werden.

Sicherheit: Rum bleibt in den eingeweichten Rosinen enthalten; Backen reduziert Alkohol, garantiert aber keine vollständige Entfernung.

Sicherheit: Vor dem Verpacken vollständig auskühlen lassen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Kann eine normale Gugelhupfform verwendet werden?

Eine tiefe gerillte Ringform kann technisch funktionieren; die hohe Kougelhopfform liefert jedoch das beabsichtigte Profil und die charakteristische Mandelanordnung.

Warum kommt die Butter erst später in den Teig?

Fett erschwert die Glutenentwicklung. Wenn das Teiggerüst zuerst aufgebaut wird, lässt sich die Butter anschließend einarbeiten, ohne die Struktur zu schwächen.

Abschluss

Abschluss

  • Ergebnis: Ein hoher elsässischer Hefekranz mit Butter und Ei, Rumrosinen in der Krume und ganzen Mandeln in den Rillen der Form.
  • Entscheidende Technik: Zuerst ein belastbares Glutengerüst entwickeln und erst danach die weiche Butter einarbeiten.