Estofinade: Stockfisch aus dem Aveyron mit Kartoffeln, Ei und Walnussöl
Estofinade, im Aveyron auch als estofinado bekannt, gehört zur Tradition des Lot-Tals mit echtem Stockfisch: ungesalzenem Fisch, der durch Lufttrocknung so hart konserviert wird, dass er vor dem Garen lange rehydriert werden muss. Diese Unterscheidung ist wesentlich. Klippfisch beziehungsweise gesalzener Kabeljau wird mit Salz konserviert und benötigt eine andere Entsalzungslogik; er ist deshalb kein identitätserhaltender Ersatz für diese Zubereitung.
Die Planung beginnt sieben Tage vor dem Servieren. 350 g trockener Stockfisch bleiben vollständig in kaltem Trinkwasser bei 4 °C oder kälter untergetaucht; einmal täglich wird das Wasser vollständig gewechselt. Am Ende der Wässerung soll der Fisch flexibel statt bretthart sein und abgetropft ungefähr das Doppelte seines Trockengewichts wiegen. Durch das anschließende Garen lässt er sich leicht in Flocken teilen; erst dann werden Haut und sämtliche Gräten sorgfältig entfernt, sodass ungefähr 560 g essbarer Fisch erwartet werden.
Kartoffeln und hart gekochte Eier geben der Mischung Körper, während Knoblauch und Petersilie die herzhafte Basis auffrischen. Eine zweite Ei-Komponente besteht aus verquirltem pasteurisiertem Vollei. Es wird in die heiße Fisch-Kartoffel-Mischung eingearbeitet, bevor sehr heißes Walnussöl langsam in dünnem Strahl dazukommt. Der Sicherheitsendpunkt ist die fertige Masse selbst: bei kontrollierter niedriger Hitze ständig rühren, bis die kälteste Stelle mindestens 71 °C erreicht und das gesamte Öl vollständig gebunden ist.


