Crème catalane – katalanischer Milchcustard mit Zimt, Zitrus und Karamell
Crème catalane, im spanischen Kontext meist Crema Catalana genannt, gehört zur katalanischen Desserttradition und ist auch im französisch-katalanischen Raum der Pyrénées-Orientales verankert. Sie darf technisch nicht mit Crème brûlée gleichgesetzt werden. Hier bildet Vollmilch die Grundlage, Zimt sowie Zitronen- und Orangenschale aromatisieren die Milch, und Maisstärke sorgt zusammen mit Eigelb für die Bindung auf dem Herd.
Die Zitrusschalen werden breit und ohne weißes, bitteres Albedo abgeschnitten. 600 ml Milch nehmen während einer kurzen Erhitzung und 15 Minuten Ziehzeit die Aromen auf. Die verbleibenden 150 ml kalte Milch werden separat mit 30 g Maisstärke glattgerührt. Dadurch verteilt sich die Stärke ohne Klumpen und kann später gleichmäßig garen. Eigelb und Zucker kommen erst danach mit der warmen, passierten Milch zusammen.
Beim eigentlichen Garen wird acht Minuten lang kontinuierlich gerührt und der Topfboden ständig erfasst. Der Custard soll etwa 82 °C erreichen, deutlich über dem Sicherheitsminimum von 71 °C, und eine nappierende Konsistenz entwickeln: Er überzieht einen Löffelrücken und zeigt die erste langsame Blase der gegarten Stärke, ohne Eiflocken zu bilden. Danach wird er flach portioniert, 30 Minuten offen gekühlt und 180 Minuten bei 4 °C oder kälter durchgekühlt. Die Karamellkruste entsteht erst unmittelbar vor dem Servieren.


