Réunionnais Cabri massalé
Cabri massalé gehört zur Küche Réunions und sollte nicht zu einem beliebigen Ziegencurry verallgemeinert werden. Der Name verweist auf die zentrale Rolle der Massalé-Würzung; Ingwer, Knoblauch, Kurkuma, Chili und Caloupilé ergänzen das aromatische Profil. In dieser Zubereitung wird das Ziegenfleisch nicht in Wein mariniert und die Soße folgt keiner antillanischen Ragoutstruktur. Damit bleibt Cabri massalé klar vom Cabri en sauce getrennt.
Entbeinte Ziegenschulter wird zuerst gebräunt, damit das Fleisch Röstaromen entwickelt, bevor Wasser dazukommt. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer werden im selben Topf weich gedünstet, anschließend werden Massalé und Kurkuma kurz im Fett erhitzt. Diese Phase braucht Zurückhaltung: Gemahlene Gewürze sollen duften, dürfen aber nicht schwarz werden, weil sie sonst scharf-bitter schmecken. Sobald die Gewürze aromatisch riechen, kommt Wasser dazu.
Der Rest entsteht durch langes, ruhiges Schmoren. Kleine Bläschen reichen; starkes Kochen reduziert die Flüssigkeit zu schnell, bevor die Schulter weich geworden ist. Nach ungefähr 100 Minuten soll eine Gabel leicht ins Fleisch gleiten, während die Flüssigkeit zu einer flachen, konzentrierten Gewürzsoße eingekocht ist. Die letzten fünf Minuten ohne Deckel dienen nur der Konsistenz, nicht erneutem Braten der Gewürzpaste.


