Elsässer Baeckeoffe mit Rind, Schwein, Lamm, Kartoffeln und Riesling
Baeckeoffe ist ein elsässisches Gericht aus dem Bäckerofen, dessen Charakter stärker von Zeit als von Bräunung geprägt wird. Rinderschulter, Schweineschulter und Lammschulter werden in ähnlich große Stücke geschnitten und einen vollen Tag im Kühlschrank mit Riesling, Zwiebel, Knoblauch und Kräutern mariniert. Danach wird nicht angebraten: Kartoffeln und Gemüse werden mit dem abgetropften Fleisch geschichtet, die Marinade kommt zurück in die Terrine und der Deckel wird verschlossen, damit der Inhalt in einem feuchten, abgeschlossenen Garraum langsam weich wird.
Der Flüssigkeitsstand ist eine der wichtigsten Kontrollen. Die Terrine soll keine Suppe werden. Die weinhaltige Flüssigkeit reicht nur ungefähr bis zur halben Höhe der Schichten; die obersten Kartoffeln bleiben teilweise darüber. Während drei Stunden bei 170 °C zirkulieren Dampf und Fleischsaft unter dem Deckel. Das Fleisch wird gabelzart, die Kartoffeln werden weich und nehmen die umgebende Flüssigkeit auf. Häufiges Öffnen würde genau dieses geschlossene Garmilieu zerstören, deshalb erst am Ende prüfen.
Traditionelle Erklärungen führen den Namen auf den Bäckerofen zurück, in dem ein verschlossenes Haushaltsgefäß langsam in der Restwärme garen konnte. Ein moderner Haushaltsbackofen arbeitet anders, doch das Grundprinzip bleibt: langes, sanftes, geschlossenes Garen. Diese Version bewahrt die vielfach dokumentierte Dreierkombination aus Rind, Schwein und Lamm und verwendet trockenen elsässischen Riesling. Der Mehl-Wasser-Rand dient nur als funktionaler Deckelverschluss und wird nicht mitgegessen.


