Über Panettone milanese
Panettone gehört zu den prägenden Festtagsgebäcken Mailands. Die klassische Rezeptur baut auf weißem Mehl, Butter, Zucker, Eiern, Rosinen, kandierter Orange und Zitronat sowie einem Anteil Bäckerteig als Triebgrundlage auf.
Handwerklicher Panettone wird meist mit sorgfältig gepflegtem Naturstarter und exakt kontrollierter langer Fermentation verbunden. Diese reproduzierbare Haushaltsversion beansprucht nicht, ein geschütztes Bäckereiverfahren nachzubilden; sie setzt einen kleinen festen Vorteig mit sehr wenig Hefe an und folgt anschließend derselben Logik aus stufenweiser Anreicherung und langer Gare.
Der Teig muss Gluten entwickeln, bevor größere Buttermengen eingearbeitet werden. Kommt die Butter in einen noch schwachen Teig, umhüllt sie das Mehl und das Gerüst wird nicht kräftig genug, um die hohe Kuppel und die Früchte zu tragen. Deshalb die Butter erst nach guter Dehnbarkeit portionsweise einarbeiten.
Rosinen und kandierte Zitrusfrüchte erst am Ende unterarbeiten, damit ihr Gewicht die frühe Glutenentwicklung nicht stört. Der fertige Teig ist weich, glänzend und elastisch und darf nicht so trocken werden, dass er sich wie gewöhnlicher Brotteig anfühlt.
Das Abkühlen ist Teil der Struktur. Den hohen Panettone nahe am Boden durchstechen und noch heiß kopfüber aufhängen; so verhindert die Schwerkraft, dass die zarte Krume unter der Kuppel zusammensackt, bevor das butterreiche Gerüst stabil ist.
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