Über Ossobuco alla milanese
Ossobuco gehört zu den anerkannten De.Co.-Gerichten Mailands: quer geschnittene Kalbshaxe, die so lange langsam gegart wird, bis das Fleisch um den zentralen Markknochen weich wird. Mailänder Unterlagen zur Esskultur nennen das Knochenmark als charakteristisches Element und langsames Garen als traditionelle Methode, häufig mit Risotto alla milanese als Beilage.
Der Zuschnitt ist entscheidend. Dicke Haxenscheiben von etwa 3–4 cm bleiben beim Schmoren stabil und schützen das Knochenmark. Die äußere Bindehaut vor dem Mehlieren an mehreren Stellen einschneiden, damit sich die Stücke beim Anbraten nicht stark zusammenziehen und wölben.
Anbraten schafft die aromatische Basis, gegart wird anschließend sanft. Ein zurückhaltendes Soffritto aus Zwiebel, Karotte und Sellerie in Butter weich dünsten, die Haxen zurückgeben und mit Weißwein und heißer Brühe flach schmoren. Die Flüssigkeit soll nur ganz leise simmern und nicht heftig kochen.
Die Haxen nach Textur statt nach einer starren Minutenangabe beurteilen: Eine Gabel sollte leicht ins Fleisch gleiten und das Bindegewebe am Knochen weich sein, während die Scheiben ihre Form behalten. Durch das lange Schmoren wird die sichere Temperatur für Kalbfleisch ohnehin deutlich überschritten; Zartheit ist deshalb der nützlichere Endpunkt.
Gremolata erst am Ende zugeben und nicht eine Stunde lang mitgaren. Frische Petersilie, Zitronenschale und wenig Knoblauch schneiden durch die Fülle von Mark und Schmorjus. Der Geschmack soll zuerst tief und herzhaft wirken und im Nachhall frisch werden.
.webp)
.webp)

.webp)