Travel S HelperWelt der KücheItalienische NationalgerichteFocaccia genovese
Italien · Genua / Ligurien

Focaccia genovese

Klassische Focaccia aus Genua mit weichem, gut geöltem Teig, tiefen Fingermulden, einer salzigen Oberfläche aus Wasser und Olivenöl und knusprig-goldenem Boden.

Traditionelles italienisches RezeptBrot / Gebäcksnack
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Stücke Focaccia genovese auf einem Holzbrett mit tiefen Mulden und Olivenöl
Vorbereitung35 Min.
Garzeit20 Min.
Gesamtzeit4 Std. 15 Min.
Ergibt1 großes Blech, etwa 8 Portionen
Das Gericht

Über Focaccia genovese

Focaccia genovese, auch fügassa genannt, gehört zu den prägenden Backwaren Genuas: flach statt brotlaibhoch, großzügig geölt, auf der ganzen Oberfläche eingedrückt und so gebacken, dass die Unterseite knusprig wird, während die Krume zart bleibt. Ligurische Quellen beschreiben sie ebenso als Alltagsessen wie als besondere Spezialität, die vom Frühstück bis zum Aperitivo gegessen wird.

Die von La Mia Liguria veröffentlichte regionale Rezeptur verwendet verstärktes italienisches Mehl Tipo 00, Wasser, natives Olivenöl extra, Bierhefe, Meersalz und Malz. Die Methode beruht auf mehreren Ruhephasen, vorsichtigem Dehnen im Blech und einer abschließenden Behandlung der Oberfläche mit Öl, Wasser und Salz vor dem Backen. Diese Haushaltsversion behält Mengenverhältnisse und Etappen bei und überträgt das Bäckereiverfahren auf ein einzelnes Haushaltsblech.

Der Teig ist bewusst weich. Zusätzliches Mehl, das ihn trocken erscheinen lässt, erzeugt eine dichte Krume und verhindert die breiten, flachen Blasen einer guten Focaccia. Öl gehört in den Teig ebenso wie darunter und darüber: Die untere Schicht brät den Boden am heißen Blech knusprig, während sich die Oberflächenemulsion in den Mulden sammelt und die typische salzige, glänzende Kruste bildet.

Die Mulden erst formen, wenn sich der Teig so weit entspannt hat, dass er sich ohne Reißen ausbreiten lässt. Die Fingerspitzen senkrecht nach unten drücken, statt den Teig seitlich zu ziehen. Anschließend noch einmal gehen lassen, damit der Teig um die Vertiefungen herum aufgeht, ohne sie vollständig zu schließen.

Ein Backofen bei 220 °C und ein gut vorgeheiztes Metallblech sind zu Hause die beste Annäherung an Bäckereihitze. Fertig ist die Focaccia, wenn die Oberfläche gleichmäßig goldbraun ist, sich die Ränder vom Blech lösen und auch der Boden deutlich Farbe angenommen hat, statt blass und weich zu bleiben.

Technik

Drei Dinge, auf die es ankommt

  • Teig weich halten. Ein leicht klebriger Teig backt lockerer als ein Teig, der mit zusätzlichem Arbeitsmehl versteift wurde.
  • Blech großzügig ölen. Die untere Ölschicht gehört zur Textur und verleiht dem Boden seinen gebratenen, knusprigen Rand.
  • Mulden formen, ohne den Teig zu entgasen. Erst nach dem Entspannen mit den Fingerspitzen eindrücken und anschließend ein letztes Mal gehen lassen, damit die Vertiefungen tief bleiben und die Krume luftig bleibt.
Gericht zubereiten

Zutaten

Alles, was für das Gericht benötigt wird, übersichtlich vor dem Kochen angeordnet.

Für den Teig

  • 500 gverstärktes italienisches Mehl Tipo 00mittelstarkes Brot- oder Pizzamehl kann ersatzweise verwendet werden
  • 275 gWasserkühl bis lauwarm
  • 25 gnatives Olivenöl extrafür den Teig
  • 18 gfrische Bierhefeoder etwa 6 g Instant-Trockenhefe
  • 10 gMeersalz
  • 10 gMalzextraktGerstenmalzsirup oder diastatisches Malz, falls verfügbar

Für Blech und Oberfläche

  • 50 gnatives Olivenöl extrafür Blech und Oberfläche
  • 50 gWasserfür die Oberflächenemulsion
  • 3 ggrobes Meersalz oder Salzflockenfür die Oberfläche
Schritt für Schritt

Zubereitung

Teig mischen und Gärung beginnen

  1. Teig mischen. Wasser, frische Hefe und Malz verrühren, dann das Mehl einarbeiten. Sobald kein trockenes Mehl mehr sichtbar ist, das feine Salz und zuletzt 25 g Olivenöl zugeben. Kneten, bis der Teig glatt, elastisch und noch leicht klebrig ist, etwa 12–15 Minuten in der Maschine oder länger von Hand.

    Der Teig sollte sich vor dem Reißen zu einer dünnen Membran ausziehen lassen und nicht fest wirken.
  2. Erste Ruhephase einhalten. Abdecken und 30 Minuten bei etwa 22–24 °C ruhen lassen. Falls der Teig sehr weich auseinanderläuft, einmal von den Rändern zur Mitte falten.

    Der Teig sollte sich entspannen und erste kleine Bläschen zeigen, statt sein Volumen bereits zu verdoppeln.

Im geölten Blech ausziehen

  1. Blech ölen und Teig einsetzen. Etwa 30 g des Oberflächenöls auf dem Metallblech verteilen. Den Teig mittig auflegen und ohne Kraft vorsichtig ein Stück nach außen drücken. 20 Minuten ruhen lassen.

    Nach der Ruhephase sollte sich der Teig leichter dehnen lassen und weniger stark zurückspringen.
  2. Bis in die Ecken ausziehen. Den Teig mit geölten Fingerspitzen vorsichtig gleichmäßig und flach bis an die Ränder des Blechs ziehen. Weitere 30 Minuten ruhen lassen.

    Der Teig sollte das Blech ohne dünne oder eingerissene Stellen bedecken.

Mulden formen, Lake auftragen und gehen lassen

  1. Typische Mulden formen. 50 g Wasser mit den restlichen 20 g Olivenöl verquirlen. Die Fingerspitzen senkrecht in den entspannten Teig drücken und tiefe, dicht gesetzte Mulden bilden. Die Emulsion gleichmäßig darüber verteilen und mit grobem Salz bestreuen.

    Öl und Lake sollten sich in den Mulden sammeln, ohne eine Seite des Blechs zu überfluten.
  2. Letzte Gare abschließen. Das Blech locker abgedeckt an einem warmen, zugfreien Ort etwa 2 Stunden stehen lassen.

    Der Teig sollte um die Mulden herum aufgehen, während die Vertiefungen sichtbar bleiben.

Backen und kurz abkühlen lassen

  1. Tief goldbraun backen. Backofen auf 220 °C vorheizen. 18–20 Minuten backen; das Blech nur dann einmal drehen, wenn der Ofen ungleichmäßig bräunt.

    Die Oberfläche sollte goldbraun, die Ränder knusprig und der Boden beim Anheben einer Ecke deutlich gebräunt sein.
  2. Kruste stabilisieren. Die Focaccia nach 5 Minuten auf ein Gitter setzen und vor dem Schneiden weitere 10 Minuten abkühlen lassen.

    Die Unterseite sollte knusprig bleiben und nicht durch Dampf im Blech weich werden.
Praktische Hinweise

Praktische Hinweise

Servieren

Warm oder bei Zimmertemperatur servieren. In Genua gehört Focaccia ebenso selbstverständlich zum Frühstück wie zum Aperitivo.

Wassermenge an das Mehl anpassen

Mehle nehmen unterschiedlich viel Wasser auf. Falls der Teig wirklich suppig ist, beim nächsten Mal 10–15 g Wasser zurückhalten, statt die aktuelle Charge mit zusätzlichem Mehl zu überladen.

Vorbereiten

Die gebackene Focaccia vollständig abkühlen lassen und portionsweise einfrieren. Direkt auf einem Gitter bei 190 °C aufbacken, bis der Boden wieder knusprig ist.

Varianten für die Oberfläche

Varianten mit Zwiebeln, Oliven oder anderen Belägen gibt es ebenfalls; bei der schlichten Öl-Salz-Version lässt sich die typische Genueser Struktur jedoch am klarsten beurteilen.

Problemlösung

Problemlösung

  • Die Focaccia ist dicht. Der Teig war zu fest, zu kurz gegangen oder wurde beim Ausziehen stark entgast.
  • Die Mulden verschwinden. Sie wurden zu früh oder zu flach geformt. Erst eindrücken, wenn sich der Teig im Blech entspannt hat.
  • Der Boden bleibt blass. Blech oder Backofen waren nicht heiß genug oder unter dem Teig war zu wenig Öl.
  • Die Oberfläche ist trocken. Die Wasser-Öl-Emulsion war zu sparsam oder die Focaccia blieb im Ofen, obwohl der Boden bereits gebräunt war.
Nährwertangaben pro Portion

Nährwertangaben pro Portion

  • Portionsgröße: 1 von 8 Portionen
  • Kalorien: etwa 330 kcal
  • Kohlenhydrate: 45 g
  • Eiweiß: 7 g
  • Fett: 13 g
  • Ballaststoffe: 2 g
  • Natrium: etwa 600 mg

Die Schätzung verteilt die gesamte Mehl- und Olivenölmenge auf acht Portionen; wie viel Öl tatsächlich im Blech zurückbleibt, verändert den endgültigen Energiewert.

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Enthält Weizen/Gluten; Malzextrakt kann ebenfalls Gerste/Gluten enthalten.

Die gebackene Focaccia vor dem Aufbewahren auf einem Gitter abkühlen lassen, damit eingeschlossener Dampf keinen Oberflächenverderb begünstigt.

Luftdicht bei kühler Raumtemperatur bis zu 2 Tage aufbewahren oder für längere Lagerung einfrieren.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Warum enthält Focaccia genovese so viel Öl?

Olivenöl prägt nicht nur den Geschmack, sondern auch die Struktur: Es macht den Teig zarter, brät den Boden am Blech knusprig und trägt die Oberflächenlake in die Mulden.

Kann ein Nudelholz verwendet werden?

Es ist nicht nötig und drückt leicht die Gärgase heraus. Vorsichtiges Dehnen mit den Fingerspitzen bietet bei dem weichen Teig mehr Kontrolle.

Ist Malz unverzichtbar?

Es gehört zur hier herangezogenen regionalen Bäckereirezeptur, doch eine Focaccia für den Hausgebrauch kann auch ohne Malz gelingen; Gärung und Bräunung können sich etwas verändern.

Abschluss

Worauf es ankommt

  • Ergebnis: Eine flache, goldbraune Focaccia mit tiefen salzigen Mulden, zarter offener Krume und knusprigem, in Öl gebratenem Boden.
  • Entscheidend: Weicher Teig, reichlich Öl im Blech und geduldige Gare im Blech sind wichtiger als aggressives Kneten oder zusätzliches Mehl.