Italienische Nationalgerichte

Baccalà alla Vicentina

Rezept auf einen Blick

Baccalà alla Vicentina

Die wichtigsten Angaben aus dem strukturierten Rezept.

KategorieFischgericht
KücheItalienische Küche
MethodeLangsames Schmoren
SchwierigkeitAnspruchsvoll
Menge
6 Portionen
Vorbereitung
45 Min.
Garzeit
4 Std. 30 Min.
Ruhe-/Wartezeit
48 Std.
Gesamtzeit
53 Std. 15 Min.
Energie
ca. 770 kcal

Stockfisch aus Vicenza · Langsames „Pipare“ und Polenta

Baccalà alla Vicentina ,mit Zwiebeln, Milch, Grana und cremiger Polenta

Gewässerter Stockfisch wird mit Zwiebeln, Sardinen, Milch, Olivenöl, Grana und Petersilie in einer flachen Form aufgebaut und mehrere Stunden nahezu unbewegt gegart. Das langsame „Pipare“ lässt den Fisch weich werden, ohne die Stücke durch Rühren zu zerbrechen.

Breites Food-Foto von Baccalà alla Vicentina, passend zur beschriebenen Rezeptfassung und mit deutlich sichtbarer Hauptkomponente.
Die 16:9-Aufnahme zeigt Baccalà alla Vicentina in der im Rezept beschriebenen fertigen Form.

01 · Überblick

Überblick

Baccalà alla Vicentina beginnt lange vor dem eigentlichen Kochen. Getrockneter Stockfisch wird zwei Tage in kaltem Wasser gewässert, wobei das Wasser ungefähr alle vier Stunden gewechselt wird. Erst danach lässt sich der Fisch sauber öffnen, entgräten und portionieren. Dieser Schritt ist keine bloße Vorbereitung: Die Rehydrierung bestimmt, wie gleichmäßig die späteren Stücke weich werden und wie viel Flüssigkeit sie während des langen Garens aufnehmen. Die aromatische Grundlage entsteht aus sehr dünn geschnittenen Zwiebeln, Olivenöl und gesalzenen Sardinen. Der Fisch wird leicht bemehlt und dicht in eine flache Form gelegt. Zwiebelmischung, Milch, geriebener Grana, Petersilie und weiteres Olivenöl umgeben die Stücke. Entscheidend ist anschließend die sehr niedrige Hitze. Das traditionelle „Pipare“ bedeutet, dass das Gericht mehrere Stunden nur sanft arbeitet; statt mit einem Löffel umzurühren, wird die Form gelegentlich vorsichtig gerüttelt oder gedreht.

Nach etwa viereinhalb Stunden soll der Stockfisch weich, aber noch in erkennbaren Stücken liegen. Salz wird erst spät beurteilt, denn Sardinen und Stockfisch bringen bereits Würze mit. Dazu gehört Polenta: weich und cremig serviert oder nach dem Abkühlen in Scheiben gegrillt. Ein Ruheintervall von 12–24 Stunden kann dem Gericht sogar guttun; beim Wiedererwärmen wird erneut sehr sanft gearbeitet, damit die Fischstücke nicht zerfallen.

Zwei Tage wässern

Regelmäßiger Wasserwechsel rehydriert den Stockfisch gleichmäßig.

Nicht umrühren

Beim „Pipare“ die Form bewegen, nicht die Fischstücke mit dem Löffel zerbrechen.

Sehr niedrige Hitze

Mehrere Stunden sanftes Garen geben dem Fisch seine weiche Struktur.

02 · Zutaten

Zutaten

Für den Stockfisch

500 g
getrockneter Stockfisch, bereits geklopft Zwei Tage in kaltem Wasser wässern und das Wasser ungefähr alle 4 Stunden wechseln.
150 g
Zwiebel, sehr dünn geschnitten
250 ml
natives Olivenöl extra
35 g
gesalzene Sardinen, abgespült und entgrätet Etwa 2 kleine Sardinen.
250 ml
Vollmilch
30 g
Weizenmehl Für eine sehr dünne Mehlschicht.
25 g
Grana Padano oder Parmigiano Reggiano, fein gerieben
15 g
glatte Petersilie, fein gehackt
1 g
schwarzer Pfeffer
2 g
feines Salz, nur falls nötig

Für die Polenta

300 g
Polentagrieß
1,2 L
Wasser
8 g
feines Salz

03 · Zubereitung

Zubereitung

Stockfisch wässern und vorbereiten

  1. Stockfisch zwei Tage wässern

    Stockfisch vollständig mit kaltem Wasser bedecken und 48 Stunden gekühlt wässern. Das Wasser ungefähr alle 4 Stunden wechseln.

    Der Fisch soll deutlich weicher und durchgehend rehydriert sein.
  2. Entgräten und portionieren

    Gewässerten Fisch längs öffnen, Mittelgräte und übrige Gräten sorgfältig entfernen und anschließend in große, gleichmäßige Stücke schneiden.

    Die Stücke sollen intakt bleiben und keine tastbaren Gräten enthalten.

Form aufbauen

  1. Zwiebel-Sardinen-Basis kochen

    Etwa 60 ml Olivenöl erhitzen und die sehr dünnen Zwiebelscheiben langsam weich werden lassen. Sardinen zugeben und unter Rühren auflösen. Petersilie am Ende unterheben.

    Die Zwiebeln sollen weich und süßlich sein, ohne kräftig zu bräunen.
  2. Fisch dicht einschichten

    Fischstücke sehr dünn bemehlen. Etwas Zwiebelmischung in eine flache Form geben, den Fisch dicht nebeneinander einlegen und die restliche Zwiebelmischung darüber verteilen. Milch, Grana, Pfeffer und das übrige Olivenöl zugeben; Salz nur bei Bedarf.

    Die Stücke sollen dicht liegen und fast vollständig von der Garflüssigkeit umgeben sein.

Langsam „pipare“ und mit Polenta servieren

  1. Mehrere Stunden nahezu unbewegt garen

    Bei sehr niedriger Hitze etwa 4½ Stunden garen. Nicht mit einem Löffel umrühren; die Form stattdessen gelegentlich vorsichtig drehen oder rütteln.

    Der Stockfisch soll sehr weich sein, aber in klaren Stücken bleiben; die Flüssigkeit wirkt gebunden und cremig.
  2. Polenta kochen

    1,2 L Wasser mit 8 g Salz aufkochen. Polentagrieß unter ständigem Rühren einrieseln lassen und nach Packungsangabe garen, bis die Polenta weich und glatt ist.

    Die Polenta soll cremig vom Löffel fallen und keine trockenen Körner mehr zeigen.
  3. Kurz ruhen lassen und anrichten

    Baccalà nach dem Garen einige Minuten abseits der Hitze ruhen lassen. Mit weicher Polenta servieren oder die Polenta auskühlen lassen und später in Scheiben grillen.

    Der Fisch soll sich mit dem Löffel teilen lassen, ohne vollständig zu zerfallen.

04 · Praxis

Praxis

Servieren

Mit weicher Polenta servieren; alternativ feste Polenta auskühlen lassen und Scheiben goldbraun grillen.

Vorbereiten

Das Gericht kann nach 12–24 Stunden Ruhe besonders rund schmecken. Rasch kühlen und anschließend sehr sanft wieder erhitzen.

Aufbewahren und Erwärmen

Reste innerhalb von 2 Stunden kühlen und 3–4 Tage aufbewahren. Beim Aufwärmen 74 °C erreichen, ohne die Fischstücke umzurühren.

05 · Nährwerte

Nährwerte

Portionsgröße
1 Portion mit Polenta
Energie
770 kcal
Kohlenhydrate
45 g
Eiweiß
48 g
Fett
44 g
Ballaststoffe
3 g
Natrium
980 mg

Die Werte sind Näherungen auf Basis üblicher Referenzdaten. Marken, Zuschnitt, Aufnahme von Frittierfett und tatsächliche Portionierung können die Werte verändern.

Zum Schluss

Geduld ersetzt hier hohe Hitze: gründliches Wässern, dichtes Einschichten und mehrere Stunden „Pipare“ ergeben die typische weiche, öl-milchige Bindung.

Die Mengen, Zeiten, Temperaturen und Sicherheitsangaben dieser Fassung stimmen mit dem aktuellen Rezept-Fakten-Lock überein.