Civet de sanglier corse mit Kastanien
Ein korsischer Civet de sanglier lebt von Wildbret, einer dunklen Weinsauce und geduldigem Schmoren. In dieser Fassung gehören Kastanien nicht nur als Garnitur auf den Teller: Sie passen zur ausgeprägten Kastanientradition Korsikas, werden separat gegart und erst spät untergehoben, damit sie als ganze Kerne erkennbar bleiben und die Sauce nicht stärkehaltig eintrüben.
Die 24-stündige Marinade dient Aroma und Textur, nicht der Entkeimung. Rohes Wildschwein verlangt besonders sorgfältige Handhabung: Die Marinade bleibt während der gesamten Zeit bei höchstens 4 °C, die später verwendete Weinmischung wird vollständig aufgekocht, und jedes Fleischstück muss mindestens 71 °C erreichen. Auch bei nachgewiesen negativem Trichinella-Test bleiben gründliches Garen und saubere Trennung von rohem Wildbret und verzehrfertigen Lebensmitteln Pflicht.
Ein gelungener Civet soll nicht suppig sein. Das Mehl gibt der Schmorflüssigkeit etwas Bindung, während das lange Garen zusätzlich Gelatine aus dem Fleisch freisetzt. Am Ende soll die Sauce glänzen und Fleisch wie Kastanien dünn überziehen. Das Wildschwein ist dann mit der Gabel leicht zu zerteilen, ohne im Topf völlig zu zerfallen.


