Walnuss-Vanillekipferl aus gekühltem Mürbeteig, hell gebacken und warm gezuckert
Vanilin kiflice gehören zur breiten Familie der Vanillekipferl, die in Mittel- und Südosteuropa in unterschiedlichen Nussfassungen gebacken werden. In dieser serbischen Zubereitung bilden Walnüsse die Nussbasis. Mandeln oder Haselnüsse gehören zu verwandten Kipferl-Rezepten, verändern jedoch Geschmack und Struktur und werden hier nicht verwendet.
Der Teig enthält Mehl, kühle Butter, fein gemahlene Walnüsse, Kristallzucker, Vanillezucker und wenig Salz. Ei wird nicht verwendet. Dadurch bleibt die Struktur kurz und mürbe, verlangt aber eine genaue Temperaturkontrolle. Wird die Butter beim Mischen zu weich, wirkt der Teig fettig und die geformten Spitzen können im Ofen verlaufen.
Nach ungefähr 15 Minuten ist der Teig fertig, sobald er unter Druck zusammenhält, noch kühl wirkt und keine ölige Oberfläche zeigt. Er wird flachgedrückt und 60 Minuten gekühlt. Eine flache Platte kühlt gleichmäßiger als eine dicke Kugel und lässt sich anschließend leichter in identische Portionen teilen.
Die 32 Stücke sollten möglichst ähnlich schwer und in der Mitte ähnlich dick sein. Jedes Stück wird zu einer kurzen Rolle mit dünner werdenden Enden geformt und zum Halbmond gebogen. Gleichmäßigkeit ist hier keine reine Optik: Sehr dicke Mittelteile bleiben länger roh, während dünne Enden schon stark bräunen.
Gebacken wird bei 180 °C für 12 Minuten. Der gewünschte Stil bleibt hell. Deshalb ist ein tiefbrauner Rand kein Ziel. Stattdessen wird ein Testkipferl in der Mitte gebrochen: Die Krume muss trocken und vollständig gesetzt sein, während die Oberfläche nur an den Spitzen eine leichte Farbe zeigen darf.
Nach dem Ofen bleiben die Kipferl 10 Minuten auf dem Blech. Sie sind dann noch warm, aber stabil genug zum Anheben. Genau in diesem Zustand haftet die Mischung aus Puderzucker und Vanillezucker als trockene Schicht. Auf sehr heißen Keksen würde sie schmelzen und fleckig werden; vollständig kalte Oberflächen nehmen weniger davon an.