Topa mit Kajmak, Ei und Käse, sanft erhitzt bis 71,1 °C
Topa ist vor allem mit Sarajevo und bosnischen Ramadan-Tafeln verbunden und existiert nicht als einzige, überall identische Rezeptur. Gemeinsamer Kern ist eine warme, löffelbare Mischung aus reichhaltigen Milchprodukten, die häufig mit Somun serviert wird. Manche Fassungen enthalten Ei, andere nicht. Die hier zubereitete Variante enthält Kajmak, saure Sahne, frischen Weißkäse, geräucherten Käse und Ei; eine ausschließlich serbische Herkunft wird nicht behauptet.
Die Textur entsteht nicht durch starkes Braten, sondern durch sanftes Schmelzen und Rühren. Butter bildet den Anfang, Kajmak liefert viel Fett und Körper, saure Sahne macht die Masse geschmeidiger, frischer Weißkäse sorgt für Substanz und geräucherter Schnittkäse für eine kräftigere herzhafte Note. Weil diese Produkte je nach Marke sehr unterschiedlich gesalzen sein können, ist kein zusätzliches Salz fest eingeplant.
Das Ei wird separat drei Minuten lang verquirlt, bis Eiweiß und Eigelb vollständig verbunden sind. Erst wenn die Käsebasis heiß, dick und glänzend ist, kommt es in die Pfanne. Diese Reihenfolge hält den Ablauf übersichtlich und verhindert, dass kaltes Ei in einer erst teilweise geschmolzenen Käsemasse stockt.
Die Pfanne bleibt bei niedriger Hitze. Sobald das Ei zugegeben ist, wird ohne Pause gerührt, damit es nicht als trockene Rühreiflocken am Boden festsetzt. Die gewünschte Topa soll weich und löffelbar bleiben; kräftiges Kochen würde Fett abtrennen und die Eiproteine zu stark festigen.
Für die Sicherheit reicht die Beschreibung „cremig“ nicht aus. Die Mitte der eihaltigen Mischung wird mit einem Lebensmittelthermometer kontrolliert und muss 71,1 °C erreichen. Der Qualitätsendpunkt und der Sicherheitsendpunkt fallen also zusammen: keine sichtbare flüssige Eimasse, eine geschmeidige Konsistenz und der gemessene Temperaturwert.
Topa wird unmittelbar heiß serviert. Beim Abkühlen wird sie durch das bereits gegarte Ei und das erstarrende Milchfett deutlich fester. Reste sind deshalb zwar sicher aufzubewahren und aufzuwärmen, die frisch gekochte Konsistenz bleibt jedoch die charakteristische Form dieses Gerichts.