Rinflajš mit gekochtem Rindfleisch, Wurzelgemüse und Tomatensauce
Rinflajš gehört in der Vojvodina zu einem Essen, bei dem ein Topf mehrere Gänge liefert: Zuerst kann die klare Brühe serviert werden, danach folgen das gekochte Rindfleisch und das Gemüse mit einer Sauce. In dieser Fassung ist die Begleitung eine Tomatensauce. Meerrettich-, Dill- oder Knoblauchsaucen sind ebenfalls bekannt, werden hier aber nicht mit der Tomatenversion vermischt.
Die Rinderschulter wird mit Zwiebel, Möhren, Knollensellerie, Petersilienwurzel und Pfefferkörnern langsam gegart. Das Gemüse bleibt bewusst in großen Stücken. Ein kräftiges Sprudelkochen würde die Brühe trüben, das Fleisch eher fest wirken lassen und die Gemüseform zerstören; ruhiges Sieden gibt Schulter und Wurzeln Zeit, Aroma und Textur zu entwickeln.
Kartoffeln brauchen deutlich weniger Zeit als die Rinderschulter. Sie kommen deshalb erst in den letzten 30 Minuten in den Topf. Das Ziel ist eine vollständig weiche Kartoffel, die beim Servieren noch intakt bleibt. Das Fleisch ist fertig, wenn ein dünnes Messer mit wenig Widerstand hineingleitet; die lange Garzeit führt es weit über die für ganze Rindfleischstücke relevante Mindesttemperatur von 63 °C hinaus.
Für die Tomatensauce werden 250 ml der heißen Brühe zurückbehalten. Butter, Weizenmehl und Knoblauch garen kurz, ohne dunkel zu werden; passierte Tomaten und Brühe werden anschließend eingerührt. Die helle Mehlschwitze soll nur so viel Bindung geben, dass die Sauce einen Löffel dünn überzieht und weiterhin leicht über Fleisch und Gemüse fließt.
Rind und Brühe lassen sich einen Tag im Voraus kochen, wenn sie rasch gekühlt werden. Die Sauce wird am besten erst beim Aufwärmen fertiggestellt. Das Gericht bewahrt dadurch seine typische Trennung: klare Brühe als eigener Bestandteil, mild gegartes Fleisch mit Wurzelgemüse und eine separate, säuerlich-süß ausbalancierte Tomatensauce.