Serbische Küche · Dessert / Kleingebäck

Londoneri

Londoneri verbinden einen kurzen Butterboden mit einer dünnen Aprikosenschicht und einem vollständig gebackenen Walnussbaiser. Zwei Ofentemperaturen und vollständiges Abkühlen halten die drei Schichten beim Schneiden sauber getrennt.

Serbische Nationalgerichte
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Londoneri
Ergibt 24 Riegel
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Garzeit 40 Minuten
Passive Zeit 60 Minuten
Überblick

Londoneri mit Aprikosenkonfitüre und Walnussbaiser

Londoneri sind ein geschichtetes Walnuss-Konfitüren-Gebäck, das in der häuslichen Backtradition des früheren jugoslawischen Raums vorkommt. Der Name allein belegt keine Herkunft aus London. Für das Ergebnis ist ohnehin weniger die Namensgeschichte entscheidend als der Aufbau: unten ein mürber Butterteig, in der Mitte eine dünne fruchtige Schicht und darüber ein luftiger, vollständig gebackener Walnussbelag.

Der Boden wird wie ein kurzer Mürbeteig behandelt. Kalte Butter wird zuerst mit Mehl, Backpulver und Salz zu groben Krümeln verarbeitet; Zucker, Eigelb und Zitronenschale binden die Masse anschließend gerade so weit, dass sie zusammenhält. Langes Kneten würde mehr Gluten entwickeln und genau die bröselige, kurze Textur schwächen. Die 30-minütige Kühlphase festigt die Butter und erleichtert ein gleichmäßiges Ausrollen in der 22 × 37 cm großen Form.

Der erste Backgang bei 175 °C setzt den Boden nur vor. Seine Oberfläche soll trocken wirken, der Rand höchstens blassgolden. Eine bereits kräftig gebräunte Schicht würde nach den weiteren 25 Minuten im Ofen trocken werden. Die Aprikosenkonfitüre wird deshalb auf den noch warmen, aber nicht glühend heißen Boden gestrichen: warm genug für eine dünne Schicht, nicht so heiß, dass sie völlig verflüssigt.

Für den oberen Teil werden vier Eiweiß aufgeschlagen, 150 g Zucker langsam eingearbeitet und anschließend 150 g fein gemahlene Walnüsse untergehoben. Die Oberfläche erhält weitere 60 g grob gehackte Walnüsse. Beim zweiten Backgang sinkt die Ofentemperatur auf 150 °C. Entscheidend ist nicht eine dunkle Farbe, sondern ein trockener Belag ohne lose rohe Eiweißmasse am Rand.

Nach dem Backen braucht die Platte 30 Minuten Abkühlzeit. Erst dann wird die Konfitüre standfester und der Walnussbelag lässt sich sauber schneiden. Bei kühler Raumtemperatur wirkt der Butterboden weniger hart als direkt aus dem Kühlschrank, während die Konfitüre geschmeidig und das Baiser an der Oberfläche trocken bleibt.

Praxis

Praxis

  • KontrolleDen Boden nur so lange vorbacken, bis der rohe Glanz verschwunden ist; starke Bräunung macht ihn nach dem zweiten Backgang trocken.
  • KontrolleDen Zucker langsam zum Eiweiß geben, damit ein glänzender Schaum entsteht, bevor die gemahlenen Walnüsse untergehoben werden.
  • KontrolleDie Konfitüre auf den warmen Boden dünn verstreichen, ohne sie auf einem zu heißen Boden vollständig zu verflüssigen.
Zutaten

Zutaten

Mürbeteigboden

  • 250 g Weizenmehl, gesiebt
  • 140 g ungesalzene Butter, kalt, gewürfelt
  • 80 g Zucker
  • 4 Eigelb
  • 5 g Backpulver
  • 2 g feines Salz
  • 1 Zitrone, nur die fein abgeriebene Schale

Konfitüre und Walnussbaiser

  • 150 g Aprikosenkonfitüre, glatt gerührt
  • 4 Eiweiß
  • 150 g Zucker
  • 150 g Walnüsse, fein gemahlen
  • 60 g Walnüsse, grob gehackt
Zubereitung

Zubereitung

Boden

  1. Mürbeteig herstellen250 g Mehl, 5 g Backpulver, 2 g Salz und 140 g kalte Butter zu groben Krümeln verreiben. 80 g Zucker, 4 Eigelb und die fein abgeriebene Schale von 1 Zitrone zugeben und innerhalb von 10 Minuten nur so lange zusammenarbeiten, bis ein gleichmäßiger Teig entsteht. Er ist richtig, wenn kein trockenes Mehl mehr sichtbar ist, die Masse aber kurz und nicht elastisch wirkt.

  2. Teig kühlenDen Teig flach zu einem Rechteck drücken, abdecken und 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Danach soll er fest genug sein, dass beim Ausrollen keine Butter über die Arbeitsfläche schmiert.

  3. Form auskleidenBackofen auf 175 °C vorheizen. Den gekühlten Teig in etwa 10 Minuten auf die Größe der mit Backpapier ausgelegten 22 × 37 cm großen Form ausrollen und die Ränder gleichmäßig andrücken. Die rohe Teigschicht soll überall annähernd gleich dick sein.

  4. Boden vorbackenDen Boden auf der mittleren Schiene bei 175 °C 15 Minuten backen. Für den Belag ist er bereit, wenn die Oberfläche trocken aussieht und der Außenrand erst blassgolden wird.

Walnussbelag und Fertigstellung

  1. Walnussbaiser aufschlagen4 Eiweiß zu weichen Spitzen schlagen, 150 g Zucker nach und nach zugeben und weiterschlagen, bis die Masse glänzt. 150 g fein gemahlene Walnüsse in etwa 8 Minuten vorsichtig unterheben. Das Baiser soll eine klare Spitze halten und die Nüsse gleichmäßig tragen.

  2. Konfitüre und Baiser schichten150 g Aprikosenkonfitüre dünn auf dem warmen Boden verteilen, das Walnussbaiser darüberstreichen und 60 g grob gehackte Walnüsse gleichmäßig aufstreuen; dafür etwa 5 Minuten einplanen. Die Konfitüre soll bis in die Ecken reichen, ohne offene Stellen im Baiser zu hinterlassen.

  3. Walnussschicht fertigbackenDie Form bei 150 °C weitere 25 Minuten backen. Die Walnussschicht ist durchgebacken, wenn sich die Oberfläche trocken anfühlt und ein kleiner Anschnitt am Rand keine lockere rohe Eiweißmasse zeigt.

  4. Abkühlen und schneidenDie Form auf ein Kuchengitter stellen und 30 Minuten abkühlen lassen. Erst dann in 24 Riegel schneiden; die Schichten sind stabil, wenn der Belag fest geworden ist und am Schnitt keine flüssige Konfitüre austritt.

Praxis

Praxis

Servieren

In 24 schmale Riegel schneiden und bei kühler Raumtemperatur servieren. So bleibt der Boden mürbe, ohne kühlschrankhart zu wirken.

Vorbereiten und aufbewahren

Die ganze Platte kann einen Tag vorher gebacken werden. Erst vollständig ausgekühlt abdecken und bis zu 4 Tage im Kühlschrank lagern; nur die benötigten Portionen vor dem Servieren kurz temperieren.

Alternative Konfitüre

150 g glatte Pflaumenkonfitüre können die Aprikosenkonfitüre ersetzen. Der Fruchtton wird dunkler und weniger hell-säuerlich, die trennende Feuchtigkeitsschicht zwischen Teig und Baiser bleibt jedoch funktionsfähig.

Kontrollpunkte

Kontrollpunkte

  • Boden wird zähHinweis: Der Teig wurde nach dem Zusammenkommen weitergeknetet.Anpassung: Nur bis zum Verschwinden trockener Mehlstellen arbeiten und anschließend kühlen.
  • Baiser nässt unter den WalnüssenHinweis: Der Zucker wurde zu schnell eingearbeitet oder der zweite Backgang endete bei noch feuchter Mitte.Anpassung: Zucker langsam einarbeiten und bis zu einer gesetzten, trockenen Eiweißstruktur am Rand backen.
Nährwerte

Nährwerte

  • Portionsgröße1 Riegel, etwa 45 g
  • Kalorien220 kcal
  • Kohlenhydrate24 g
  • Eiweiß4 g
  • Fett12 g
  • Ballaststoffe1 g
  • Natrium90 mg

Die Werte sind Näherungen und können je nach Zutatenmarke, essbarer Ausbeute, Feuchtigkeitsverlust, Aufnahme und Portionsgröße abweichen.

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Enthält Weizen/Gluten, Ei, Milch und Walnüsse. Für das Eiweiß saubere Geräte verwenden und Kontakt von rohem Ei mit verzehrfertigen Flächen vermeiden. Das Walnussbaiser vollständig backen, bis keine lockere rohe Eiweißmasse mehr vorhanden ist.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Müssen Londoneri warm geschnitten werden?

Einige Haushaltsmethoden schneiden früher, doch für klare Schichten ist vollständiges Abkühlen günstiger. Kleine Risse im Baiser sind dabei kein Fehler.

Warum wird der Boden vorgebacken?

Der erste Backgang stabilisiert den Mürbeteig, damit Konfitüre und Baiser nicht in einen rohen Boden einsinken. Gleichzeitig bleibt genug Restbackzeit für die niedrigere zweite Temperatur.

Ergebnis: Mürber Butterboden, eine schmale Aprikosenschicht und ein trockenes, darunter zartes Walnussbaiser bilden klar erkennbare Schichten.

Schlüssel: Den Boden nur leicht vorbacken und das Baiser anschließend bei 150 °C vollständig setzen lassen.