Serbische Küche · Hauptgericht

Juneći perkelt (Rinder-Pörkölt)

Juneći perkelt ist ein Rinder-Pörkölt aus der Vojvodina: viel weich gegarte Zwiebel, Paprikapulver, wenig Flüssigkeit und lange, ruhige Garzeit. Die Sauce soll am Ende am Fleisch haften und deutlich dicker sein als bei einem suppigen Gulasch.

Serbische Nationalgerichte
Teilen
Juneći perkelt (Rinder-Pörkölt)
Ergibt 4 Portionen
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Garzeit 110 Minuten
Passive Zeit 0 Minuten
Überblick

Juneći perkelt – Rinder-Pörkölt mit Zwiebeln und Paprika

Juneći perkelt bezeichnet in der Vojvodina ein Rindergericht aus der Pörkölt-Familie. Im Deutschen ist Pörkölt eine hilfreiche Bezeichnung, weil sie die dicke, zwiebelreiche Paprikasauce besser beschreibt als das Wort Gulasch. Das fertige Gericht soll nicht suppig sein: Die Sauce haftet am Fleisch und erhält ihre Dichte vor allem aus lange gegarten Zwiebeln.

Die Verbindung zu ungarischen Kochtraditionen ist in der Vojvodina deutlich, doch Haushaltsfassungen unterscheiden sich. Eine sehr reduzierte Form kann nur Fleisch, Zwiebel und Paprika verwenden. Diese Zubereitung enthält zusätzlich Knoblauch, frische rote Paprikaschote, Tomate und Lorbeer und ergibt vier Portionen aus 800 g Rinderschulter.

Die Zwiebeln brauchen Geduld. In 45 ml Sonnenblumenöl werden sie bei mittlerer Hitze sehr weich und nur leicht goldfarben. Erst dann kommt das Rindfleisch dazu und bekommt an mehreren Seiten Farbe. Dieser Aufbau liefert Süße und Bindung, ohne eine zusätzliche Mehl- oder Stärkeschicht zu benötigen.

Paprikapulver ist aromatisch, aber empfindlich gegen trockene starke Hitze. Der Topf wird deshalb kurz aus der stärksten Hitze genommen, bevor 8 g edelsüßes und 1 g scharfes Paprikapulver eingerührt werden. Knoblauch, frische Paprika, Tomate, Gewürze und die abgemessene Flüssigkeit folgen unmittelbar. So bleibt das Paprikaaroma rund statt bitter.

Die 90-minütige Schmorphase bei niedriger Hitze endet erst, wenn die Schulter gabelzart und die Sauce dick ist. Für die Sicherheit sollen die Rindfleischstücke mindestens 63 °C erreicht haben; für die gewünschte Zartheit garen sie wesentlich länger. Am nächsten Tag ist Perkelt gut vorzubereiten, solange es zügig gekühlt und später vollständig auf 74 °C erhitzt wird.

Praxis

Praxis

  • Kontrollpunkt 1Zwiebeln vollständig weich garen, bevor das Rind hinzukommt.
  • Kontrollpunkt 2Paprikapulver nicht allein in sehr heißem Fett braten.
  • Kontrollpunkt 3Nur so viel Flüssigkeit verwenden, dass am Ende eine dicke Schmorsoße entsteht.
Zutaten

Zutaten

  • 800 g Rinderschulter, in 3–4 cm große Würfel geschnitten
  • 350 g Zwiebeln, fein gehackt
  • 45 ml Sonnenblumenöl
  • 8 g Paprikapulver edelsüß
  • 1 g scharfes Paprikapulver
  • 6 g Knoblauch, fein gehackt
  • 150 g frische rote Paprikaschote, klein gewürfelt
  • 120 g Tomatenpüree oder zerdrückte Tomaten
  • 300 ml Wasser oder ungesalzene Rinderbrühe, heiß
  • 6 g feines Salz
  • 1 g gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Lorbeerblatt
Zubereitung

Zubereitung

Zubereitung

  1. Alles schneiden800 g Rinderschulter in gleichmäßige 3–4-cm-Würfel schneiden. 350 g Zwiebeln, 6 g Knoblauch, 150 g frische rote Paprika und 120 g Tomate vorbereiten, bevor der 4-l-Topf erhitzt wird. Etwa 20 Minuten einplanen.

  2. Zwiebeln weich garen350 g Zwiebeln in 45 ml Sonnenblumenöl bei mittlerer Hitze etwa 12 Minuten sehr weich garen, bis sie süß duften und an den Rändern leicht goldfarben werden, ohne knusprig zu sein.

  3. Rindfleisch anbräunenDas Rindfleisch zugeben und bei mittlerer bis hoher Hitze etwa 8 Minuten wenden, bis die Außenseiten nicht mehr roh aussehen und an mehreren Flächen Farbe bekommen haben. Überschüssige Oberflächenflüssigkeit soll weitgehend verdampft sein.

  4. Paprika schützen und langsam schmorenDen Topf kurz aus der stärksten Hitze ziehen. 8 g Paprikapulver edelsüß und 1 g scharfes Paprikapulver einrühren, dann sofort Knoblauch, frische Paprika, Tomate, 1 Lorbeerblatt, 6 g Salz, 1 g schwarzen Pfeffer und 300 ml heißes Wasser oder ungesalzene Rinderbrühe zugeben. Zugedeckt bei niedriger Hitze etwa 90 Minuten leise schmoren, bis das Fleisch gabelzart und die Sauce dick genug ist, am Fleisch zu haften. Das Rind muss mindestens 63 °C erreicht haben.

Praxis

Praxis

Servieren, Aufbewahren und Vorbereiten

Servieren. Heiß mit Nudeln, Nockerln oder einer anderen schlichten Stärke servieren, die die dicke Paprika-Zwiebel-Sauce aufnehmen kann. Vorbereiten. Perkelt kann einen Tag vorher gekocht werden. Nach sicherem Abkühlen bleibt das Aroma kräftig und die Sauce wird im Kühlschrank oft fester. Rinderschulter kann durch Rinderhals oder ein anderes kollagenreiches Schmorstück ersetzt werden; Fettgehalt und genaue Garzeit können sich leicht verschieben. Aufbewahren und aufwärmen. Innerhalb von 2 Stunden auf 4 °C oder kälter bringen und 3–4 Tage gekühlt aufbewahren. Reste auf 74 °C erhitzen und nur dann wenig Wasser zugeben, wenn die gekühlte Sauce zu dicht geworden ist.

Kontrollpunkte

Kontrollpunkte

  • Paprika schmeckt bitterHinweis: Das Pulver ist in trockener starker Hitze verbrannt.Anpassung: Beim Zugeben den Topf aus der stärksten Hitze ziehen und unmittelbar danach die feuchten Zutaten einarbeiten.
  • Sauce bleibt dünn, obwohl das Fleisch weich istHinweis: Es wurde zu viel Flüssigkeit verwendet.Anpassung: Ohne Deckel sanft weiterköcheln, bis die zwiebelreiche Sauce wieder am Fleisch haftet.
Nährwerte

Nährwerte

  • Portionsgröße1/4 des Perkelts
  • Kalorien565 kcal
  • Kohlenhydrate18 g
  • Eiweiß49 g
  • Fett33 g
  • Ballaststoffe4 g
  • Natrium650 mg

Die Werte sind Näherungen für die angegebene Portionsgröße. Produktwahl, tatsächliche Flüssigkeitsbindung, Fettaufnahme und Portionierung können die endgültigen Werte verändern.

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

In der festgelegten Zutatenliste ist kein großes reguliertes Allergen zwingend enthalten; bei abgepackter Brühe die Produktkennzeichnung prüfen. Das Rindfleisch soll vor dem Servieren mindestens 63 °C erreichen, auch wenn es für die Zartheit deutlich länger gart. Reste innerhalb von 2 Stunden auf 4 °C oder kälter bringen und auf 74 °C erhitzen.

Ergebnis: Gabelzartes Rind in einer dicken, zwiebelreichen Paprikasauce, die am Fleisch haftet und nicht suppig bleibt.

Schlüssel: Zwiebeln geduldig weich garen, Paprikapulver vor trockener starker Hitze schützen und Flüssigkeit sparsam einsetzen.