Jagnjetina u mleku – Lamm mit Kartoffeln in Milch geschmort
Jagnjetina u mleku nutzt pasteurisierte Vollmilch nicht als nachträgliche Sauce, sondern als eigentliche Garflüssigkeit. Verwendet werden Lammsschulter- und Rippenstücke mit Knochen, Möhren, Knoblauch, Petersilie und große Kartoffelstücke. Die Milch verbindet sich während der langen Garzeit mit Fleischsaft und Gemüse und reduziert später im Ofen zu einer hellen, herzhaften Schmorflüssigkeit.
Milch verlangt eine andere Hitzeführung als Wasser oder Brühe. Ein starkes Kochen kann überschäumen, am Topfboden ansetzen und die Milchproteine grob ausflocken lassen. Deshalb wird die Flüssigkeit auf dem Herd nur zu einem ruhigen Köcheln gebracht und anschließend bei niedriger Hitze gehalten. Die Lammstücke erhalten auf diese Weise einen langen Vorsprung, bevor die Kartoffeln in das Gericht kommen.
Auch hier sind Sicherheitswert und gewünschte Zartheit nicht identisch. Die dickste Fleischstelle wird fern vom Knochen gemessen und muss mindestens 62,8 °C erreichen. Schulter- und Rippenfleisch brauchen danach jedoch weitere Garzeit, bis eine Gabel leicht eindringt. Würde das Gericht beim Erreichen der Mindesttemperatur beendet, wäre das Bindegewebe noch deutlich fester als für diese Schmorart erwünscht.
Die Kartoffeln kommen erst in der Ofenphase dazu. 45 Minuten bei 220 °C unter Deckel bringen sie fast bis zur Zartheit, während genügend Milchflüssigkeit im Gefäß bleibt. Danach wird 15 Minuten offen weitergegart. Die freiliegenden Kartoffelkanten und das Fleisch nehmen etwas Farbe an und die Flüssigkeit reduziert, ohne vollständig auszutrocknen. Leichte Trennung der Milch kann bei diesem rustikalen Gericht auftreten und ist allein noch kein Fehlzeichen.