Serbische Küche · Herzhafte Pita; Frühstück, Vorspeise oder leichte Mahlzeit

Gužvara

Gužvara entsteht nicht durch Rollen, sondern durch locker geknüllte Filoteigblätter, die in eine Käse-Ei-Joghurt-Mischung getaucht werden. Ein trocken reserviertes Deckblatt, lockere Falten und 45 Minuten bei 180 °C ergeben eine offene, saftige Mitte.

Serbische Nationalgerichte
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Gužvara
Ergibt 8 Stücke
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Garzeit 45 Minuten
Ruhezeit 10 Minuten
Überblick

Gužvara — Geknüllte Filo-Pita mit Käse und Joghurt

Gužvara nutzt Filo auf eine andere Weise als gerollte Pita. Die Blätter werden in einer flüssigeren Käse-Ei-Mischung benetzt, locker geknüllt und nebeneinander in eine tiefe Form gesetzt. In deutschen Rezepten findet sich dafür auch die verständliche Beschreibung einer „Knüll-Gibanica“, die das Prinzip der unregelmäßigen Falten gut wiedergibt. Entscheidend bleibt jedoch der Name Gužvara und die hier festgelegte Architektur.

Die Form wird zunächst mit zwei trockenen Filo-Blättern ausgelegt. Vor dem weiteren Arbeiten wird außerdem genau ein intaktes trockenes Blatt für die Oberseite reserviert. Erst alle danach verbleibenden Blätter werden eingetaucht und geknüllt. Diese Reihenfolge verhindert die frühere logische Falle eines angeblich „reservierten“ Deckblatts, das vorher gar nicht beiseitegelegt wurde.

Die Käsemasse ist absichtlich lockerer als bei der Savijača. Weißer Salzlakenkäse bleibt sichtbar, während Ei, Joghurt, saure Sahne, Öl und Mineralwasser genug Flüssigkeit liefern, um die Falten zu umhüllen. Die Blätter dürfen aber nicht zu festen Kugeln gepresst werden; Lufträume zwischen den Falten lassen Dampf aufsteigen und geben der Mitte ihre offene Struktur.

Gužvara backt bei niedrigeren 180 °C länger als die gerollten Pitas. Die tiefe, feuchte Mitte braucht 45 Minuten, damit sie setzt, bevor die Oberseite zu dunkel wird. Die Form leicht bewegen: Im Zentrum darf nichts mehr schwappen. Zusätzlich mindestens 71 °C mit einem sauberen Thermometer messen.

Nach dem Backen 10 Minuten ruhen lassen. Die Mitte wird dabei etwas fester, soll aber weich und luftig bleiben. Gerade dieser Kontrast unterscheidet Gužvara von kompakt geschichteten Aufläufen oder streng gerollten Savijača-Formen.

Praxis

Praxis

  • Deckblatt zuerst reservierenEin trockenes intaktes Blatt vor dem Eintauchen beiseitelegen.
  • Falten locker lassenNicht zu Kugeln pressen und Zwischenräume nicht flachdrücken.
  • Tiefe Mitte prüfenKein Schwappen und mindestens 71 °C im Zentrum.
Zutaten

Zutaten

Käsemasse

  • 500 g weißer Salzlakenkäse aus Kuhmilch — zerbröselt
  • 200 g Vollei — etwa 4 große Eier, verquirlt
  • 200 g Naturjoghurt aus Vollmilch
  • 100 g saure Sahne
  • 4 g feines Salz

Filo und Feuchtigkeit

  • 500 g dünner Filoteig
  • 80 g Sonnenblumenöl
  • 100 ml Mineralwasser mit Kohlensäure
Zubereitung

Zubereitung

Käsemasse vorbereiten

  1. Käsemasse anrührenIn einer breiten Schüssel 500 g zerbröselten weißen Salzlakenkäse, 200 g verquirltes Vollei, 200 g Vollmilchjoghurt, 100 g saure Sahne, 4 g Salz, 80 g Sonnenblumenöl und 100 ml Mineralwasser etwa 7 Minuten verrühren und unterheben. Sichtbare Käsebrösel erhalten; die Flüssigkeit muss locker genug sein, Filo zu benetzen.

Knüllen und backen

  1. Deckblatt reservieren und Form auslegenGenau ein intaktes trockenes Filo-Blatt für die Oberseite beiseitelegen. Von den übrigen 500 g Filo zwei Blätter zum Auslegen einer tiefen 30 × 20 cm Form verwenden und genug Überstand lassen, um ihn später nach innen zu falten. Rund 3 Minuten einplanen.

  2. Alle übrigen Blätter eintauchen und knüllenJedes Filo-Blatt, das nach Deckblatt und zwei Bodenblättern noch übrig ist, einzeln in der Käsemasse benetzen und in lockeren unregelmäßigen Falten in die Form setzen. Nicht zu festen Kugeln zusammendrücken und nicht flach pressen. Für die Montage etwa 10 Minuten einplanen; sichtbare Zwischenräume sind erwünscht.

  3. Abdecken und backenÜberstehende Bodenblätter nach innen falten und das in Schritt 2 reservierte trockene Filo-Blatt oben auflegen. Bei 180 °C etwa 45 Minuten backen. Die Oberseite soll tief goldbraun sein, die Mitte beim Bewegen der Form nicht mehr schwappen und im Zentrum mindestens 71 °C erreichen.

  4. Gužvara ruhen lassenNach dem Backen 10 Minuten stehen lassen. Die Mitte soll leicht fester werden, aber weich und offen bleiben, nicht kompakt.

Praxis

Praxis

Servieren

Nach der 10-minütigen Ruhe warm servieren. Joghurt oder Sauermilch passt besonders gut, wenn der verwendete Salzlakenkäse kräftig ist.

Vorbereiten

Die Käsemasse kann einige Stunden vorher gemischt und gekühlt werden. Filo jedoch erst kurz vor dem Backen eintauchen und knüllen; langes Einweichen vor dem Ofen macht die Falten dichter und nimmt der Mitte ihre offene Struktur.

Aufbewahrung und Aufwärmen

Innerhalb von 2 Stunden bei 4 °C oder kälter kühlen und innerhalb von 3–4 Tagen verbrauchen. Reste beim heißen Servieren auf 74 °C bringen. Ein unbedeckter Backofen verhindert, dass die obere Filo-Schicht gummiartig wird.

Alternative

100 g saure Sahne durch 100 g Naturjoghurt ersetzen. Die Käsemasse wird etwas leichter und dünner; die Filo-Falten deshalb besonders locker setzen, damit die Mitte nicht kompakt wird.

Nährwerte

Nährwerte

  • Portionsgröße1 von 8 Stücken
  • Kalorien520 kcal
  • Kohlenhydrate37 g
  • Eiweiß18 g
  • Fett33 g
  • Ballaststoffe1 g
  • Natrium1130 mg

Die Werte sind Näherungswerte; Zutatenmarken und exakte Portionsgröße können die Endwerte verändern.

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Allergene und Lebensmittelsicherheit

Enthält Weizen/Gluten, Milch und Ei. Den eireichen Kern auf mindestens 71 °C garen. Innerhalb von 2 Stunden bei 4 °C oder kälter kühlen, innerhalb von 3–4 Tagen verbrauchen und Reste beim heißen Wiederaufwärmen auf 74 °C bringen.

Ergebnis: Tief goldbraune Gužvara mit lockeren Filo-Falten und einer weichen, offenen Käse-Ei-Mitte.

Entscheidend: Trockenes Deckblatt vorab reservieren, innere Filo-Blätter nur locker knüllen und das Zentrum auf mindestens 71 °C bringen.