Cipovka – rundes Brot aus der Vojvodina mit seitlichem Einschnitt
Cipovka ist ein rundes Alltagsbrot aus der Vojvodina, dessen markantestes Merkmal nicht eine Zutat, sondern die Form des Aufreißens ist. Ein deutlicher, seitlich gesetzter Schnitt öffnet sich im heißen Ofen und erzeugt die charakteristische seitliche Spalte, die oft mit einem Lächeln verglichen wird. Der Einschnitt ist deshalb Teil der Technik, nicht bloße Dekoration.
Historische Haushaltslaibe konnten deutlich größer sein; diese Fassung ist auf einen gewöhnlichen Haushaltsbackofen und etwa 700 g Endgewicht verkleinert. Sie besteht aus 500 g Weizenmehl, 250 ml Wasser, 15 g frischer Hefe, 5 g Salz und nur 5 g Schweineschmalz. Zucker, Milch, Saaten und Ei, die in modernen Varianten vorkommen können, werden nicht ergänzt.
Die Teigentwicklung erfolgt in mehreren klaren Phasen. Hefe und Salz werden zunächst im lauwarmen Wasser verteilt, mit wenig Mehl vermischt und zehn Minuten stehen gelassen. Nach dem ersten kräftigen Kneten folgt eine weitere Ruhephase. Das zweite Kneten strafft die Struktur und bereitet den Teig auf die runde Form vor.
Der geformte Laib bekommt anschließend 60 Minuten Gehzeit. Er soll sichtbar größer sein; eine leichte Fingerdelle kehrt nur langsam zurück. Wird zu früh gebacken, fehlt der Ofentrieb, wird zu lange gewartet, kann der Laib breitlaufen. Erst unmittelbar vor dem Backen wird außerhalb der Mitte eingeschnitten.
Das Backen ist kurz und heiß: 20 Minuten bei 235 °C. Die Kruste soll kräftig gebräunt sein und der seitliche Schnitt deutlich offenstehen. Vor dem Anschneiden muss das Brot auskühlen, damit Dampf und Krume sich setzen. Es ist ein herzhaftes Tischbrot, kein angereichertes süßes Hefegebäck.