Andorranische Küche · Kartoffelbeilage · Rezept
Trinxat als knuspriger Kartoffel-Kohl-Kuchen mit Speck und Knoblauch
Gekochter Wirsing und Kartoffeln, grob gestampft, mit Knoblauch im Speckfett gebraten und als goldbrauner Pfannenkuchen mit knusprigen Speckstreifen serviert.
Kategorie: Kartoffelbeilage / Küche: Andorra / Schwierigkeit: Mittel
Die breite Ansicht zeigt die dunkle Pfannenkruste und den weichen, grob gestampften Kern aus Kartoffeln und grünen Kohlstücken.
Trinxat mit Kohl und Kartoffeln aus der Pfanne
Trinxat mit Kohl und Kartoffeln gehört zu den klarsten Beispielen einer Pyrenäenküche, die aus wenigen Winterzutaten ein vollständiges Gericht formt. In Andorra und den benachbarten katalanischen Berggebieten werden gekochter Kohl und Kartoffeln grob zerdrückt, mit Knoblauch und ausgelassenem Speck vermischt und in der Pfanne zu einem runden Kuchen gebräunt. Der Name verweist auf das Zerkleinern und Vermengen. Auf dem Teller zeigt sich der Trinxat außen dunkelgolden und fest, innen weich, unregelmäßig und von grünen Kohlstücken durchzogen. Speckstreifen auf der Oberfläche liefern Salz, Rauch und knusprigen Gegensatz.
Trinxat braucht keine glatte Masse. Gerade grobe Kartoffelstücke und sichtbare Kohlblätter geben dem Pfannenkuchen seinen Charakter.
Dieses Trinxat Rezept setzt auf mehligkochende Kartoffeln und Wirsing. Mehligkochende Sorten brechen nach dem Kochen leicht auf und binden den Kohl ohne zusätzliches Ei oder Mehl. Wirsing ist außerhalb der Region gut erhältlich und verhält sich ähnlich wie kräftiger Winterkohl: Die Blätter werden zart, behalten aber genügend Struktur. Beide Zutaten garen im selben Topf. Der Kohl beginnt zuerst, die Kartoffeln folgen nach etwa zehn Minuten. Nach dem Abgießen bleiben sie noch zwei Minuten im heißen Topf, damit überschüssiger Dampf entweicht. Dieser kurze Trocknungsschritt entscheidet darüber, ob die Masse später brät oder in der Pfanne wässrig bleibt.
Der Speck wird langsam ausgelassen. Dicke Streifen geben mehr kontrollierbares Fett als sehr dünne Frühstücksscheiben und bleiben nach dem Braten fleischig. Sobald sie gebräunt sind, kommen sie aus der Pfanne; ein Teil des Fettes bleibt zurück. Darin gart der Knoblauch nur kurz, bis er duftet und an den Rändern blassgolden wird. Dunkelbrauner Knoblauch schmeckt bitter und würde die milde Kartoffelmasse dominieren. Olivenöl ergänzt das Speckfett, falls die Pfanne trocken wirkt, und trägt dazu bei, eine gleichmäßige Kruste zu bilden.
Kartoffeln und Kohl werden grob gestampft, nicht püriert. Kleine Kartoffelstücke und sichtbare Kohlstreifen sind erwünscht. Die Masse wird direkt in die heiße Pfanne gegeben, fest angedrückt und an den Rändern sauber gerundet. Bei mittlerer Hitze braucht die erste Seite acht bis zehn Minuten. Ein vorsichtiges Rütteln zeigt, wann sich der Kuchen vom Boden löst. Zum Wenden dient ein flacher Teller, der größer als die Pfanne ist: Der Trinxat gleitet darauf, die Pfanne wird darübergesetzt, und der Kuchen kehrt mit der ungebräunten Seite nach unten zurück.
Die zweite Seite braucht etwas weniger Zeit. Der fertige Kuchen hält beim Anschneiden zusammen, ohne kompakt zu werden. Im Inneren bleibt er saftig, doch es darf keine freie Flüssigkeit austreten. Die Speckstreifen kommen erst am Ende wieder auf die Oberfläche, damit sie knusprig bleiben. Vier Portionen eignen sich als kräftige Beilage zu gebratenem Fleisch oder als kleine Hauptmahlzeit mit Salat und Spiegelei. In der klassischen Grundform tragen Kohl, Kartoffeln, Knoblauch und Schweinefett den Geschmack; zusätzliche Gewürze sind kaum nötig.
Trinxat reagiert gut auf Vorbereitung. Die gekochte und gestampfte Masse kann einen Tag gekühlt werden, bevor sie in die Pfanne kommt. Sie braucht dann einige Minuten länger und sollte vor dem Formen gründlich gelockert werden. Bereits gebratene Stücke werden am besten in einer trockenen Pfanne oder bei 190 °C im Ofen erwärmt; die Mikrowelle macht die Kruste weich. Die Methode lässt sich für kleine Küchlein anpassen, doch ein großer runder Kuchen bewahrt den typischen Gegensatz zwischen breiter Röstfläche und weichem Kern besonders deutlich.
Vom Kochtopf zur braunen Kruste
Rezept im Überblick. Wirsing gart zuerst, mehligkochende Kartoffeln kommen später in denselben Topf. Nach dem Abgießen trocknen beide kurz aus und werden nur grob gestampft. Dicke Speckstreifen braten langsam knusprig; im ausgelassenen Fett duftet Knoblauch, bevor die Kartoffel-Kohl-Masse hineinkommt. In einer Pfanne von etwa 28 Zentimetern wird sie zu einem runden Kuchen gedrückt und auf jeder Seite kräftig gebräunt. Ein großer flacher Teller hilft beim sicheren Wenden. Der fertige Trinxat bleibt innen weich und stückig, hält beim Schneiden jedoch zusammen. Speck liegt erst zum Servieren wieder obenauf. Vier Portionen passen als kräftige Kartoffelbeilage oder kleine Hauptmahlzeit zu Salat, Ei oder schlicht gebratenem Fleisch.
Zutaten
Für den Trinxat
- Mehligkochende Kartoffeln, 800 g — geschält und in 4 cm große Stücke geschnitten
- Wirsing, 700 g — ohne harten Strunk, in breite Streifen geschnitten
- Dicker Bauchspeck, 160 g — in 2 bis 3 breite Streifen oder Stücke geschnitten
- Knoblauch, 3 Zehen — in dünne Scheiben geschnitten
- Olivenöl, 30 ml — für Knoblauch und eine gleichmäßige Kruste
- Feines Salz, 8 g — für Kochwasser und Masse
- Schwarzer Pfeffer, 1 g — frisch gemahlen
Zubereitung Schritt für Schritt
Vorkochen und Würzen
Speck auslassen
Den Speck in einer Pfanne von etwa 28 cm bei mittlerer bis niedriger Hitze 8 bis 10 Minuten braten, bis er gebräunt und an den Rändern knusprig ist. Herausnehmen und das Fett in der Pfanne lassen.
Wirsing vorgaren
Einen großen Topf mit leicht gesalzenem Wasser zum Kochen bringen. Wirsing einlegen und 10 Minuten leise kochen.
Kartoffeln zufügen
Kartoffelstücke zum Kohl geben und weitere 15 bis 18 Minuten garen, bis ein Messer ohne Widerstand hineingleitet.
Abgießen und trocknen
Kohl und Kartoffeln gründlich abgießen und 2 Minuten im heißen, trockenen Topf ausdampfen lassen. Freie Flüssigkeit würde die Krustenbildung verhindern.
Knoblauch aromatisieren
Knoblauch im Speckfett 45 bis 60 Sekunden braten, bis er duftet und blassgolden wird. Pfanne vom Herd ziehen, bevor die Scheiben dunkel werden.
Stampfen und Braten
Grob stampfen
Kartoffeln und Wirsing mit Salz und Pfeffer grob zerstampfen. Kleine Kartoffelstücke und sichtbare Kohlstreifen sollen erhalten bleiben.
Pfannenkuchen formen
Die Pfanne wieder auf mittlere Hitze stellen, 30 ml Olivenöl zufügen und die Masse hineingeben. Zu einem gleichmäßigen Kuchen drücken und die Ränder sauber runden.
Erste Seite bräunen
8 bis 10 Minuten ohne ständiges Bewegen braten, bis sich der Trinxat beim vorsichtigen Rütteln löst und die Unterseite dunkelgolden ist.
Sicher wenden
Einen flachen Teller auf die Pfanne legen, beides festhalten und umdrehen. Die Pfanne wieder aufsetzen und den Kuchen vom Teller mit der ungebräunten Seite nach unten hineingleiten lassen.
Fertig braten und belegen
Die zweite Seite 6 bis 8 Minuten bräunen. Trinxat auf eine Platte gleiten lassen, den knusprigen Speck darauflegen und 5 Minuten vor dem Anschneiden ruhen lassen.
Servieren, Aufbewahren und Varianten
Servieren und kombinieren
Ein Viertel des runden Trinxat reicht als kräftige Beilage zu gebratenem Lamm, Schwein oder Wurst. Als kleine Hauptmahlzeit passen ein grüner Salat und ein Spiegelei dazu. Die Speckstreifen bleiben obenauf, statt untergemischt zu werden, damit ihre knusprige Textur erhalten bleibt.
Aufbewahren und erwärmen
Reste innerhalb von zwei Stunden kühlen und bis zu drei Tage abgedeckt bei maximal 4 °C lagern. Stücke in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze oder im Ofen bei 190 °C auf mindestens 74 °C erwärmen. Die Mikrowelle ist möglich, macht die Kruste jedoch weich. Die ungebratene Kartoffel-Kohl-Masse kann einen Tag im Voraus vorbereitet werden.
Vier praktikable Varianten
- Wirsing durch Grünkohl ersetzen und dessen dicke Blattrippen vor dem Kochen entfernen.
- Speck durch gebratene Pilze und 15 ml zusätzliches Olivenöl ersetzen; geräuchertes Paprikapulver bringt Tiefe.
- 100 g in Scheiben geschnittene grobe Wurst mit dem Speck braten und als reichhaltigere Auflage verwenden.
- Aus der Masse acht kleine Küchlein formen; jede Seite braucht dann etwa vier bis fünf Minuten.
Drei Hinweise aus der Testküche
- Kartoffeln und Kohl nach dem Abgießen ausdampfen lassen, bis kein sichtbarer Dampf mehr aufsteigt.
- Nur grob stampfen; ein glattes Püree wird dicht und klebrig.
- Zum Wenden einen Teller wählen, der deutlich größer als die Pfanne ist, und den Pfannenstiel fest zum Körper ziehen.
Benötigte Ausstattung
Benötigt werden ein großer Topf, Sieb, Kartoffelstampfer, Pfanne von etwa 28 cm und ein flacher Teller zum Wenden. Eine schwere, gut eingebrannte oder beschichtete Pfanne verteilt die Hitze gleichmäßig und lässt die Kruste leichter los.
Nährwerte pro Portion
- Kalorien
- ≈ 445 kcal
- Kohlenhydrate
- ≈ 45 g
- Protein
- ≈ 15 g
- Fett
- ≈ 24 g
- Ballaststoffe
- ≈ 8 g
- Natrium
- ≈ 780 mg
Portionsgröße: 1 Viertel des Pfannenkuchens. Allergene: Keine Hauptallergene im Grundrezept; Speckzusätze laut Etikett prüfen. Näherungswerte pro Viertel des Pfannenkuchens. Fettgehalt des Specks, tatsächlich verwendetes Olivenöl und Wasserverlust beim Braten verändern das Ergebnis.
Unter der braunen Kruste bleibt der Trinxat weich, stückig und deutlich nach Kohl, Kartoffeln, Knoblauch und Speck schmeckend.
Trinxat zeigt, wie stark Technik wenige Zutaten verändern kann. Gründliches Ausdampfen, grobes Stampfen und ruhiges Braten formen aus gekochtem Wintergemüse einen stabilen Pfannenkuchen mit klarer Kruste und weichem Kern.